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Flensburg-Planung : Die Stadt als Ganzes denken: Ein Schritt zum Masterplan

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf dem Weg zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept: Das will der Bürger

So ausführlich hat die Stadt ihre Bürger schon lange nicht mehr befragt. Sechs mal hatte sie im Herbst 2016 ihre Einwohner zum Zwiegespräch eingeladen – nicht nur ins Rathaus, sondern auch zum BET-Mobil, dem Beteiligungsmobil, mit dem die Stadt zu den Bürgern gekommen ist. Dazu wurden 1000 weitere Bürger angeschrieben und nach ihrer Meinung befragt, immerhin 150 haben geantwortet. Jetzt ist die Dialogphase des Prozesses, der zu einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) führen soll, abgeschlossen.

Sechs Schwerpunktthemen haben die Experten der Stadtplanung aus der Fülle an Antworte, Ideen und Beiträgen herausdestilliert:
> Mobilität bewegt die Menschen: Fahrrad-Infrastruktur verbessern
> Gestaltung und Pflege öffentlicher Räume
> Vielfalt des Wohnangebots, Wohngebiete an den Stadträndern
> Bildungs- und Arbeitsplatzangebot ausbauen
> Nahversorgung in nicht profitablen Lagen (Stichwort: Supermarkt in Tarup)
> Entwicklungsräume und -orte: Innenstadt, Südermarkt, Eckener-Haus, Hafenspitze, Harniskaispitze, Bahndamm, Bahnhofsviertel, Campus.

Ihn habe überrascht, wie stark sich die Flensburger – zumindest die Teilnehmer der Befragung und der Workshops – mit ihrer Stadt identifizieren, sagte der Leiter der Stadtplanung, Peter Schroeders. „Alle haben die Innenstadt im Blick. Der Bürger tut alles, damit sich die Stadt weiter entwickelt, das hat mich sehr gefreut. Es ist ein Fundament, auf dem wir aufbauen können.“

Räumlich gesehen, legt das Konzept den Fokus auf ein großes Ypsilon mit den Schenkel links und rechts der Förde, vom Bahnhof im Süden bis zur Harniskaispitze im Osten und den Stadtwerken im Osten. An der Schiffbrücke scheiden sich die Geister: Während ein starkes Plädoyer für eine Reduzierung des Autoverkehrs gibt, betonten andere die Bedeutung der Parkplätze an der Kaikante.

Weitere Ziele sind Spiel- und Bewegungsräume an vielen Stellen der Stadt. Interkommunale Wohnungsbauprojekte an den Grenzen zu Wees und Handewitt-Jarplund wurden genannt. Das ISEK ist nach seiner Fertigstellung im Sommer keine Agenda, die Stück für Stück abgearbeitet wird. Alles steht nicht zuletzt unter dem Vorbehalt der Finanzierung. „Was hat die größte Abstrahlwirkung?“, werde man fragen, so Schroeders. Die Hoffnung ist, dass man mit einer größeren Maßnahme eine Kettenreaktion weiterer auslösen werde. Schroeders verweist auf das Beispiel Aarhus, wo genau dies geschehen sei. Ob es der Umbau des Südermarkts, die Neugestaltung des Hafen-Ostufers oder ein Radweg auf dem Bahndamm ist, weiß heute noch niemand.

„Das ISEK wird niemals ganz fertig sein“, erläuterte Oberbürgermeisterin Simone Lange. Man werde immer daran arbeiten, an Stellschrauben drehen, Details korrigieren. „Eine Daueraufgabe“, ergänzte Schroeders. Man werde auch die Beteiligungsverfahren hinterfragen, kündigte die Verwaltungschefin an. In den neuen großen Masterplan für die Stadt werden zudem andere, bereits beschlossene Teilkonzepte integriert und womöglich noch präzisiert. Es komme darauf an, so der Chefplaner, „die Stadt als Ganzes zu denken.“

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erstellt am 08.Mär.2017 | 18:21 Uhr

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