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Flensburger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 22:55 Uhr

Deutschlands günstigste Müllabfuhr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Musterhaushalt zahlt in Flensburg jährlich 600 Euro weniger als in Leverkusen / TBZ: Guter Vertrag für die Restmüllverwertung entscheidend

Überraschendes und unabhängiges Lob für die Müllwerker vom Technischen Betriebszentrum Flensburg (TBZ): An der Förde sind die Müllgebühren offenbar bundesweit am günstigsten. Das geht aus einer Untersuchung der 100 größten Städte in Deutschland hervor: In Flensburg zahlt eine vierköpfige Familie mit 135 Euro für eine Leerung alle 14 Tage – auch deutschlandweit – am wenigsten pro Jahr. Die Preisunterschiede für die Müllabfuhr sind hoch. „Zwischen der günstigsten und der teuersten Stadt liegen 600 Euro im Jahr“, kritisierte Kai Warnecke, Präsident des Eigentümerverbands Haus und Grund, der die Studie in Auftrag gegeben hatte, gestern in Berlin.

In Kiel (Platz 23 im Bundesvergleich) und Lübeck (Platz 33) würden für die gleiche Leistung deutlich höhere Beträge fällig: 220,80 Euro beziehungsweise 261,12 Euro, heißt es Studie des Forschungsunternehmens IW Consult. In Hamburg (Platz 55) sind es demnach sogar 293,60 Euro.

Die vom Eigentümerverband Haus und Grund in Auftrag gegebene Untersuchung berücksichtigt, falls vorhanden, auch die Kosten für wöchentliche Leerungen oder teilweise Leerungen. Verglichen wurden die Entsorgungskosten für Restmüll, Biomüll, Sperrmüll und Altpapier für ein Einfamilienhaus. In Flensburg kosten 120 Liter Restmüll bei 14-tägiger Leerung im Monat 4,70 Euro, 80 Liter Bioabfall lediglich drei Euro. Altpapier und Sperrmüll werden vom TBZ kostenlos abgeholt.

Die Daten stammen hauptsächlich aus den Satzungen der Städte, daraus errechneten die Autoren einen Index, um die unterschiedlichen Tarifarten vergleichen zu können. Jährlich fallen in Flensburg mehr als 40  000 Tonnen Abfälle an. 47 Mitarbeiter und 14 Fahrzeuge bewerkstelligen die Müllabfuhr, leeren regelmäßig die mehr als 40  000 aufgestellten Tonnen und Container mit Rest-, Bio- und Papierabfall und holen Sperrmüll vor der Haustür ab. Erst vor zwei Wochen hatte das TBZ seine Bilanz für 2015 vorgelegt – mit einem Überschuss von 2,2 Millionen Euro. TBZ-Sprecher Ralf Leese zeigte sich überrascht von der plötzlichen Prominenz („wir wurden völlig überrannt!“) Das Geheimnis der günstigen Kalkulation ist schnell erzählt: Für den niedrigen Gebührensatz bei Vollservice („Wir stellen die Tonnen anschließend auch wieder rein“) ist, so Leese, hauptsächlich ein bis 2021 laufender guter Vertrag mit der Mechanisch Biologischen Abfallverwertungsanlage (MBA) in Neumünster verantwortlich, die allein jährlich 20 000 Tonnen Rest- und Sperrmüll aus Flensburg verwertet.

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