zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 17:03 Uhr

Der Übersetzer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach dem Aufruf auf Facebook habe ich Kleidung und Nahrungsmittel in meinem Auto deponiert und bin zum Bahnhof. In der Bahnhofshalle waren bereits hunderte Flüchtlinge. Sie durften ihre Reise nicht fortsetzen. Da ich Persisch spreche, habe ich mit Geflohenen aus Afghanistan Kontakt aufgenommen und Nahrung und Kleidung verteilt. Viele suchten Infos über Asylrecht oder ärztliche Versorgung. Ich habe versucht, bei Bahn und Bundespolizei die Sachlage zu recherchieren.


Es war eine unglaublich humanitäre Hilfeleistung, die in kürzer Zeit und mit höchster Intensivität geleistet wurde. Die vielleicht größte Bereicherung ist die Tatsache, dass man mit seinem Engagement nicht alleine war. Das weckt Optimismus in Zeiten wie diesen, wo Menschen sich mehr voneinander distanzieren oder sich durch andere bedroht fühlen.
Wir haben den Verein „Refugees Welcome Flensburg e.V.“ gegründet, mit dem Ziel, Menschen im Not zu helfen. Wir helfen vor allem geflüchteten Menschen, die sich in Deutschland oder Europa niederlassen wollen und unterstützen die Leute bei alltäglichen Sachen sowie asylrechtlichen Problemen.
Damit die Integration funktioniert, müssen, Wohnen, Bildung, Gesundheit und Beschäftigung zugleich berücksichtigt werden. Viele Schüler mit Sprachdefiziten in einer Klasse führt nach meiner Meinung nicht zu einer Verbesserung der Schulbildung, sondern ist ineffizient. Die Stadt Flensburg versucht mit gutem Beispiel voranzugehen, um die Bedürfnisse aller Menschen zur befriedigen, aber da gibt es meiner Meinung nach noch viele Verbesserungsmöglichkeiten


Soroosh Baloochi, 27, gebürtiger Iraner, kam mit 13 Jahren nach Deutschland.
Fotos: Dewanger, Marsch, Staudt

zur Startseite

von
erstellt am 08.Sep.2016 | 17:47 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen