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Flensburger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 15:39 Uhr

Der Retter der Erbsensuppe geht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verabschiedung des Standortältesten Oberstleutnant Manfred Saust in den Ruhestand / Lob von der künftigen Oberbürgermeisterin

„Liebling, ab morgen bin ich immer zu Hause!“, rief Manfred Saust in Richtung seiner Gattin schräg rechts in der ersten Reihe. Es blieb offen, ob das als Drohung oder als gute Nachricht gemeint war. Saust war gerade nach 41 Jahren Bundeswehr in den Ruhestand verabschiedet worden und hub an, eine überaus kurzweilige Veranstaltung mit ebenso emotionalen Worten zu beschließen.

Saust hat es geschafft, in nur zwei Jahren als Standortältester der Bundeswehr in Flensburg und Glücksburg zu einem gewissen Ruhm zu gelangen. Er gilt als Retter der vorweihnachtlichen Erbsensuppe an der Holmnixe. Die spielte in der Zeremonie im Offizierheim Swinemünde Straße dann auch eine angemessene Rolle. „Ich möchte aber nicht auf die Erbsensuppe reduziert werden“, bat er im inoffiziellen Teil der Veranstaltung.

Dennoch: Vor allem Oberst Ralf Güttler, Kommandeur des Landeskommandos Schleswig-Holstein, und die designierte Oberbürgermeisterin Simone Lange würdigten Sausts Einsatz, als der traditionsreiche und einkömmliche Suppen- und Punschverkauf Opfer bürokratischer Vorschriften zu werden drohte. Man müsse die Karre mal richtig an die Wand setzen, um Leute aufzuwecken, meinte Güttler und kritisierte damit bestimmte Dienstvorschriften und ihre Autoren. Saust selbst redete seine Rolle bei der Suppen-Affäre klein und schob den Hauptverdienst auf den Kommandeur der Marineschule, Admiral Stawitzky, der „seine vielfältigen Beziehungen ins Bundesverteidigungsministerium hat spielen lassen.“ Saust selbst hatte sich jedoch in einem Schreiben an Ministerin Ursula von der Leyen gewandt.

Eine großer Scheck an der Wand verdeutlichte die Bedeutung des karitativen Verkaufs der Produkte aus der Truppenküche: Über 700  000 Euro wurden in 39 Jahren erwirtschaftet und weiter gereicht.

Daneben hatte sich Saust für eine Kinderbetreuung für Lehrgangsteilnehmer an der Schule Strategische Aufklärung eingesetzt. Es sei wichtig, die Bundeswehr als Arbeitgeber attraktiver zu machen. Damit wies er Kritiker dieses neuen Weges in die Schranken.

41 Jahre und einen Monat dauerte seine Dienstzeit, in der er an 14 Standorten eingesetzt wurde, davon die letzten sieben Jahre in Flensburg. In locker-launiger Interview-Form ließ Oberst Nolte, Sausts Chef an der „SchuleStrat“, dessen Dienstzeit mit vielen Fotos Revue passieren. In seinem Hauptjob war Saust dort für die Inhalte der Ausbildung in Eloka (elektronische Kampfführung) zuständig.

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erstellt am 29.Jul.2016 | 12:54 Uhr

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