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Kandidaten für den Landtag: SPD Flensburg : Der politische Spätstarter

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wo Management-Professor Heiner Dunckel sich als Quereinsteiger auf dem Weg in den Landtag im Vorteil sieht

Es ist nicht so, dass Heiner Dunckel (62) sich in seinem bisherigen Leben gelangweilt haben dürfte. Der langjährige Rektor der Europa-Universität hält als Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie seine Vorlesung und Seminare ab, ist Ansprechpartner für seine Studenten – und nimmt als Leiter des Internationalen Instituts für Management am Munketoft zahlreiche weitere Aufgaben für den Campus wahr, unter anderen als Verantwortlicher für die deutsch-dänischen Studiengänge.

Warum also will ein erfahrener Hochschulmanager, der privat neben zwei erwachsenen studierenden Kindern auch noch eines in der Kita und eines in der Grundschule hat, jetzt für Flensburg in den Landtag? Dunckel hat sich nicht für die Kandidatur beworben, er ist gefragt worden. Anfangs habe er sich nicht konkret mit dem Gedanken beschäftigt, als Spätstarter in die Politik zu wechseln: „Aber irgendwann fand ich es doch spannend und reizvoll.“ Es ist für Dunckel ein bisschen wie in seiner Zeit als Uni-Rektor oder als Vorsitzender der Hochschulrektorenkonferenz. Man treffe viele Leute, mit denen man sonst nicht reden könne.

Heiner Dunckel sieht sich als politischer Quereinsteiger aber auch im Vorteil. „Ich kann immer noch viele Dinge von außen sehen.“ Außerdem müsse er keine Parteikarriere mehr machen, sei also abgesichert und damit unabhängig: „Wir reden in Parteien immer auch über Macht und Einfluss.“ Dunckel fallen allerdings schon einige Bereiche ein, in denen er sich gut auskenne und mit denen er für den Landtag und Flensburg hilfreich sein könnte: Arbeitspsychologie, Bildung, Schule, Gesundheit.

Sollte Dunckel das Flensburger Direktmandat nicht gewinnen, also nicht mehr Erststimmen als alle anderen acht Bewerber bekommen, wird es nichts mit der späten politischen Berufung. Das finde er okay, sagt Dunckel. Als Organisationspsychologe wisse er, dass es Sinn macht, die Leistungsträger der Fraktion mit guten Listenplätzen abzusichern – zum Beispiel, um nicht plötzlich den wichtigen Verkehrspolitiker oder andere Leistungsträger der bisherigen Fraktion zu verlieren. Auch in Flensburg fanden längst nicht alle Sozialdemokraten, dass man dem parteipolitischen Neuling die aussichtsreiche Direktkandidatur überlassen müsse: 33 von 63 Parteimitgliedern stimmten im Herbst für ihn, drei mehr als für Mitbewerber Thede Boysen.

Und wie sieht Dunckels Doppelbelastung vor der Wahl nun ganz praktisch aus? „Ich stehe früh auf, bringe zunächst den Sohn in die Grundschule und dann die Tochter in die Kita.“ Außerdem gehöre er nicht zu denen, die überall dabei sein müssen.

Jetzt im Wahlkampf allerdings schon. Jeden Tag bestreitet er drei bis fünf Termine, sitzt auf irgendeinem Podium in Flensburg. Zu diesem Interview kommt Dunckel gerade von einer Runde mit zehn Grundschullehrerinnen und sagt, dass er kleine politische Formate derzeit spannender finde.

Heiner Dunckel ist gebürtiger Hamburger und hat lange in Berlin gelebt. Mitte der 90er Jahre kam er an die Flensburger Uni: „Die deutsch-dänische Region hat mich immer gereizt und reizt mich weiter“, sagt Dunckel. Dies müsse man in Kiel immer wieder deutlich machen. Dänisch hat Dunckel seinerzeit auch gelernt – in Sprachkursen und auf Elternabenden, weil schon seine beiden heute erwachsenen Kinder auf die Schulen der dänischen Minderheit gegangen sind.

Dienstag: Rasmus Andresen(Grüne)

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erstellt am 15.Apr.2017 | 12:42 Uhr

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