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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 03:22 Uhr

Der Oberst geht mit einer Liebeserklärung an Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kommandowechsel an der Schule für Strategische Aufklärung: Bernd-Georg Nolte geht, Udo Michel übernimmt

Der Oberst meldet sich vom Dienst ab – und das mit einer dreifachen Liebeserklärung. Für die Bundeswehr, für seine Frau und für Flensburg. 41 Jahre hat Oberst Bernd-Georg Nolte der Bundeswehr gedient. Seit 2009 war er an der Schule für Strategische Aufklärung. Zunächst als stellvertretender Schulkommandeur, die vergangenen vier Jahre an der Spitz der Schule. Gestern war nun der letzte Tag. Nolte geht in den Ruhestand.

Als der offizielle Appell beendet und die Leitung der Schule von Nolte an Kapitän zur See Udo Michel übergeben ist, kommt der scheidende Kommandeur im Offizierskasino ins Plaudern. Zwei besonders wichtige Entscheidungen habe er in seinem Leben getroffen. Zum einen zur Bundeswehr zu gehen. Natürlich habe ihn das Leben als Soldat geprägt. Nach mehr als vier Jahrzehnten Dienst ist er sich sicher: eine gute Entscheidung. Nolte spricht von der zweiten Entscheidung: zu heiraten. „Ein Volltreffer.“ Ohne seine Frau wäre seine Karriere nicht möglich gewesen. Dann spricht er von Flensburg. Seine Worte werden zu einer Hommage an die Stadt. „Flensburg ist in meinem Herzen angekommen.“ An die Gäste gerichtet führt er fort: „Seien Sie glücklich. Seien Sie stolz und froh, wenn Sie in Flensburg leben dürfen.“ Nun zieht es ihn wieder in seine Heimat nach Dortmund. Der Familie wegen.

Die Schule für Strategische Aufklärung ist eine bunte Dienststelle. Mit Lehrgangsteilnehmern aus allen Teilstreitkräften. Soldaten von Marine, Heer und Luftwaffe. Und so sind gestern beim Appell auf der „Morsewiese“ auch die Barette der Soldaten in unterschiedlichen Farben zu sehen. Der scheidende Kommandeur lobt die Soldaten und Mitarbeiter als „das Herzstück der Schule“. Bei seinem Einsatz in Afghanistan vom August des vergangenen bis zum Februar dieses Jahres habe er selbst gemerkt, wie gut man sich auf den die Soldaten im Einsatz verlassen könne. „Denken Sie immer daran: Die Ausbildung ist kein Selbstzweck.“ Es gehe um mehr als um Zertifikate. Mit dem erlernten Wissen gehe es darum, das Leben von Menschen in Krisengebieten und den Einsatz der eigenen Soldaten zu schützen.

Auf Oberst Bernd-Georg Nolte folgt an der Spitze der Schule Kapitän zur See Udo Michel (kleines Foto). Allerdings ist er gestern selbst nicht vor Ort. Eine Seltenheit bei einer Kommandoübergabe. Der Grund muss also wichtig sein. Michel ist derzeit 6000 Kilometer entfernt in Mazar-i-Sharif in Afghanistan. Bis Ende Februar ist er dort in der Ausbildungsmission „Resolute Support“ für die militärische Nachrichtenlage verantwortlich. Dann kommt er nach Flensburg. Zurück in seine Heimat. Denn er ist hier aufgewachsen, hat am Fördegym sein Abitur gemacht. „Als alter Flensburger freue ich mich auf die nächsten drei Jahre“, sagt der neue Schul-Chef, der aus einer Marine-Familie stammt. Per Videoschalte ist er nach dem Appell mit seinem Vorgesetzten, Generalmajor Axel Binder, seinem Vorgänger und den Gästen im Offizierskasino verbunden. Darunter auch seine Eltern Bärbel und Günter Michel. „Komm gesund wieder zurück“, sagt seine Mutter. Ende Februar heißt es dann auch persönlich: Der neue Kommandeur meldet sich zum Dienst.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 07:51 Uhr

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