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Flensburger Tageblatt

01. November 2014 | 02:04 Uhr

Streit um Parkplätze : Der Nachbar mit den Panzersperren

vom

Parkplatzärger am Flensburger Bahnhof: Der Investor sperrt Pendler aus. Auch den Sportlern des VfB Nordmark wurden alle Parkmöglichkeiten genommen. Die Stadt hat keine Handhabe.

Flensburg | Drei Mal im Monat wird Jens Jensen zum Bahn-Pendler. Dann benötigt er einen Parkplatz am Flensburger Bahnhof, um vom Auto auf den Zug zu steigen. Das ist seit dem 1. November der reine Nervenkitzel - nicht nur für Jensen. Denn die gut 100 gerne genutzten Parkplätze vor den leer stehenden Bahngebäuden stehen nicht mehr zur Verfügung. Das Pendlerparken dort hat Marcus Petermann verboten. Der neue Eigentümer.
Der Unternehmer ist Besitzer und Investor des wegen seiner perfekten Sanierung hochgelobten historischen Güterschuppens im Hinterland. In diesem Jahr hat er seine Sphäre erweitert. Nach Angaben der Bahn wurden durch einen Investor die ehemalige Expressgüterabfertigung und die so genannte Ladestraße erworben - das Gelände, auf dem früher immer die Pendler standen.

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"Der will uns hier weg haben!"

Im künftigen Planungsgebiet für urbanes Wohnen ist der Unternehmer damit ein echtes Schwergewicht. Ein Drittel des Bahngeländes ist in seinem Besitz - darunter auch zwei wichtige Wegverbindungen. Die besagte Ladestraße. Und der Mühlendamm. Am Mühlendamm ist jemand zu Hause, der über die neuen Eigentumsverhältnisse nicht so richtig glücklich werden kann: Der Fußball-Verein VfB Nordmark. Zwischen den Sportlern und dem Unternehmer gab es in der Vergangenheit regelmäßig Reibereien. "Wenn Sie mich fragen. Der will uns hier weg haben", sagt Birte Dahl, die 2. VfB-Vorsitzende.
Das scheint nicht völlig aus der Luft gegriffen. Zumindest hat Petermann den mobilen Bewegungsspielraum des Klubs exakt auf Null gesetzt, seitdem er Großgrundbesitzer geworden ist. Parkplätze fehlen neuerdings nämlich nicht nur südlich seines Güterschuppens, sondern auch auf der anderen Seite. Bei Sportveranstaltungen des VfB pflegten Besucher des Sportplatzes ihre Fahrzeuge auf dem an dieser Stelle sehr breit angelegten Mühlendamm abzustellen. Das geht jetzt nicht mehr. "Herr Petermann hat Panzersperren aufstellen lassen und die Fahrbahnbreite so weit minimiert, das exakt nur noch ein Feuerwehrfahrzeug hindurch kann", sagt Birte Dahl. Gleiches gilt für den Eingangsbereich des Sportplatzes. Auch dort gab es in guten Zeiten gepflasterte Parkmöglichkeiten. Jetzt gibt es dort schwarzen Schotter, der in hohe Bordsteine gefasst ist. Parken verboten.

Es gab bereits lautstarke öffentliche Auseinandersetzungen

Und nicht nur das. Ärger mit dem Eigentümer gabs im Sommer auch, als es der Verein wagte, während einer Veranstaltung vor dem Eingang zum Sportplatz auf Petermanns Privatgelände einen Campingtisch und einen Campingstuhl für den Kartenverkäufer abzustellen. Das hatte eine lautstarke öffentliche Auseinandersetzung zur Folge. Auch diese Art zu Parken ist hier verboten.
Der VfB versuchte auf die Lage zu reagieren, indem er im Seitenbereich des Grundstücks eine Stellfläche plante. Doch als der erste LKW sich dem künstlichen Engpass näherte, sei Petermann schon da gewesen, erinnert sich Dahl. "Er drohte mit der Polizei, sollte unser LKW auch nur einen seiner Betonklötze berühren." Zudem habe der große Nachbar untersagt, den geplanten Parkplatz über den Mühlendamm anzufahren. Die Erschließung habe über das Clubgelände zu erfolgen. Der VfB strich die Segel. "Das können wir uns finanziell nicht leisten. Die Situation ist wirklich schlimm", sagt Birte Dahl. Gerade für die älteren Besucher. "Die können wir doch nicht zur Exe schicken."
In der Verwaltung beobachtet man das Geschehen auch mit Aufmerksamkeit. "Das ist Privatbesitz. Die Bahn hat es früher geduldet, Herr Petermann offenbar nicht. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen." Die Stadt habe die Problematik aber im Zuge der Entwicklung des Gesamt-Areals auf dem Radar. "Das Gelände ist seit vergangenem Jahr Sanierungsgebiet, da werden wir eine Lösung anbieten", kündigte Teschendorf an. Bis dahin heißt es geduldig sein. Vor 2014 wird sich nichts rühren. "Da müssen dann alle durch", sagt Teschendorf. Marcus Petermann war für eine Stellungsnahme nicht zu erreichen.

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erstellt am 25.Dez.2012 | 05:31 Uhr

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