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Flensburger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 17:05 Uhr

Vergewaltigung in Schleswig : Der Mordfall Erna Ganz: Polizei ermittelt Verdächtigen nach 34 Jahren

vom

Die Tat geschah im Juni 1982 in der Wohnung der damals 73-Jährigen. Speichelproben aus dem Jahr 2013 könnten zum Täter führen.

Flensburg/Schleswig | 34 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer Frau aus Schleswig hat die Polizei mindestens einen Verdächtigen ermittelt. Nähere Details will die Polizei zusammen mit der Staatsanwaltschaft am Donnerstag um 14 Uhr in Flensburg präsentieren, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Die damals 73 Jahre alte Erna Ganz war im Juni 1982 in ihrer Wohnung beraubt, sexuell misshandelt und erstickt worden.

Wegen des bis heute ungeklärten Raubmordes hatten die Ermittler 2013 von mehr als 1000 inzwischen meist ergrauten Männern Speichelproben erbeten. Dieser Massen-Gentest sowie weitere Ermittlungen führten der Sprecherin zufolge nun zum Ermittlungserfolg. Öffentlich war zuletzt 2014 in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY . ungelöst“ nach Hinweisen gefahndet worden.

Was war das für ein Fall?

Friedrichstraße 82: In diesem Haus wurde die 73-jährige Erna Ganz überfallen und getötet.
Friedrichstraße 82: In diesem Haus wurde die 73-jährige Erna Ganz überfallen und getötet. Foto: Ove Jensen

Die damals 73-jährige Erna Ganz war in den Abendstunden des 30. Juni 1982 in ihrer Erdgeschosswohnung überfallen, vergewaltigt und erstickt worden. Der Täter erbeutete mehrere Silbermünzen und drei Armbanduhren.

Die Polizei geht davon aus, dass der Täter sich in der Nachbarschaft auskannte. Er verließ die Wohnung der alten Dame über ein Fenster auf der Rückseite des Hauses. Möglicherweise habe er zum Tatzeitpunkt aber schon nicht mehr dort gewohnt.

Das Mordopfer befand sich offenbar allein in dem Mehrfamilienhaus, weil alle Nachbarn auf einer Feier waren. Der einzige Sohn der Witwe hatte seinen Wohnsitz zwar auch im gleichen Gebäude, war aber oft beruflich bedingt mehrere Tage nicht zu Hause. So auch an dem fraglichen Abend. Er entdeckte die Leiche seiner Mutter am nächsten Morgen.

Die ermittelnde Kriminalhauptkommissarin Susanne Jager beschrieb das Mordopfer 2013 als „unauffälliges Mütterchen, nur 1,50 Meter groß und korpulent.“ Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass Erna Ganz unglücklich gestürzt sein könnte, wie es in Zeitungsberichten von 1982 hieß.

Mit diesem Artikel berichteten die Schleswiger Nachrichten gut eine Woche nach der Tat auf der ersten Lokalseite über die Ermittlungen im Mordfall Erna Ganz.
Mit diesem Artikel berichteten die Schleswiger Nachrichten gut eine Woche nach der Tat auf der ersten Lokalseite über die Ermittlungen im Mordfall Erna Ganz.
 

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erstellt am 21.Jul.2016 | 07:25 Uhr

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