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Flensburger Tageblatt

25. Juli 2016 | 23:57 Uhr

Zwölf Kandidaten : Der jüngste Seniorenbeirat aller Zeiten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Gremium wird komplett „runderneuert“. Die Auswertung der Briefwahl erfolgt am 20. März. Die Amtszeit beträgt 26 Monate bis zur Kommunalwahl 2018.

Flensburg | Sie wirken frisch, unverbraucht und sprühen förmlich vor Tatendrang. Die zwölf Kandidaten für den Seniorenbeirat – doppelt so viele Frauen wie Männer – haben sich einiges vorgenommen. Sie werden das amtierende Gremium komplett ersetzen. Und sie sind deutlich jünger. „Oft gerade erst im Ruhestand“, wie Fachbereichsleiter Horst Bendixen hervorhob. Er hoffe nun auf eine rege Wahlbeteiligung. „Denn das untermauert eine hohe Legitimation des Beirats.“

Doch zunächst gilt, es die Spreu vom Weizen zu trennen. Neun der zwölf Bewerber werden sich durchsetzen. Die Auswertung der (letztmaligen) Briefwahl erfolgt am 20. März. Der neue Beirat wird statt der üblichen fünf Jahre nur 26 Monate aktiv sein, denn die Ratsversammlung hat im November beschlossen, die Wahlperiode der Kommunalwahl anzupassen, die 2018 über die Bühne geht. Letzte Amtshandlung des alten Beirats: Eine Info-Broschüre mit der Vorstellung der Kandidierenden.

Karin Hesse würde sich gern der „dunklen Ecken“ in der Stadt annehmen, „wo nicht nur Nachtschwärmer, sondern auch ältere Menschen ein mulmiges Gefühl beschleicht“ – zum Beispiel am Parkplatz Mauseloch. Dazu fühlt sich auch Eckehard Kordts berufen. Als ehemaliger Kripobeamter sei er dafür doch geradezu prädestiniert, sagt der 72-jährige. Er will Senioren nicht nur mehr Sicherheit vermitteln, sondern auch die vielen Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Das sei nicht zuletzt auch als kommunikatives und soziales Element wichtig.

Maren Schrothe aus Mürwik wehrt sich dagegen, dass man ihresgleichen oftmals behandele wie kleine Kinder. „In Altenheimen sind längst nicht alle dement“, sagt sie, und es gebe weitaus mehr an Betätigung als miteinander zu spielen, wie kleine Kinder es tun. „Man sollte ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Bewohner haben und anspruchsvolle Kultur anbieten. Im Bereich Betreutes Wohnen und Pflege gebe es noch viel zu tun. Das findet auch Margarete Stachera, die 43 Jahre lang beim Amtsgericht gearbeitet hat. Es gehe aber nicht nur um Barrierefreiheit in Pflegeeinrichtungen, sondern generell darum, die Lebensumstände älterer Menschen zu verbessern. Das könne beispielsweise optimiert werden, wenn man sie nicht so sehr von Informationen abschneiden würde, ergänzt Jadwiga Sommer. In ihrer früheren Arbeit als Wirtschaftsanalystin sei sie in der Lage, Belange der Senioren realistisch und gezielt anzugehen. Diese würden einen hohen Anteil der Bevölkerung stellen, aber nicht ausreichend wahrgenommen, sagt auch Betriebswirt Bernd Wittke.

Heidemarie Hesse hat lange als Ausbilderin in kaufmännischen Berufen gearbeitet, sie sieht Verbesserungsbedarf im ÖPNV. Claus Möller kennt man als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, er engagiert sich in der Jugendarbeit, und auch als stilechter Weihnachtsmann zieht er durch die Lande. Bei der früheren Übersetzerin und Schulmediatorin Vera Lipton-Wurzler stehen Gewaltprävention, Bau- und Verkehrsplanung auf der Agenda.

Horst Schneider ist erst seit einem halben Jahr Rentner, zuvor war er Geschäftsführer des Jugend- und Sportverbandes der dänischen Minderheit (SdU). Ihm liegen Themen wie Mobilität, Finanzen und Stadtentwicklung am Herzen. Dazu gehört auch eine lebendige Innenstadt, sagt Uschi Uhlig, die sich darüber hinaus für die Integration von Flüchtlingen und generationsübergreifende Projekten einsetzen möchte. Derartige Wohnprojekte hat auch Gisela Leonhardt im Blick, die noch aushilfsweise an der Ostseeschule tätig ist. „So etwas möchte ich voranbringen“, bekräftigt sie, „auch für mich persönlich.“ Es gebe genug Dinge, wo Ältere gebraucht werden. „Und mit 70 Jahren fühle ich mich jung geblieben genug.“

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erstellt am 25.Feb.2016 | 15:15 Uhr

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