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Ole Birk Olesen : Dänischer Verkehrsminister kommt zur Spontan-Visite

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach seinem Brandbrief gegen die Behörden in SH kommt der Politiker noch einmal persönlich – auch um die Wogen zu glätten.

Auf das Donnerwetter folgt Schadensbegrenzung: Einen Tag, nachdem Dänemarks Verkehrsminister Ole Birk Olesen in einem Brandbrief Zweifel an der Planungskompetenz des Landes Schleswig-Holstein bei der festen Fehmarnbelt-Querung geäußert hatte, war der Verkehrsausschuss des dänischen Parlaments bei einem Besuch in Kiel bemüht, die Wogen zu glätten. „Wir haben vollen Respekt vor der deutschen Behörden-Praxis. Eine gründliche Behandlung der Widersprüche ist sehr wichtig, um eine gerichtsfeste Planung zu bekommen“, sagte Vorsitzender Lennart Damsbo Andersen nach einer gemeinsamen Sitzung mit dem Wirtschafts- und Verkehrsausschusses des Landtags. Die Visite war schon seit Wochen geplant – erhielt aber durch den Wirbel um den Ministerbrief zusätzliche Bedeutung.

„Es ist immer besser, sich zu treffen anstatt sich zu schreiben“, sagte der den oppositionellen Sozialdemokraten angehörende Andersen. Direkt wollte er den Brandbrief des liberalen Verkehrsministers nicht kommentieren. Wie aus Regierungskreisen verlautete, hatte Ministerpräsident Torsten Albig bei einem separaten Treffen mit den dänischen Gästen sein Befremden über die undiplomatische Vorgehensweise zum Ausdruck gebracht. Wenn etwa Schleswig-Holstein Probleme mit dänischen Grenzkontrollen habe, hieß es, griffen Mitglieder der Landesregierung zum Telefon anstatt geharnischte Briefe zu versenden und an die Öffentlichkeit zu lancieren.

Nach den Worten Andersens ist das breite politische Bekenntnis des Folketing zum Belttunnel ungeachtet der Verzögerungen bei der deutschen Planfeststellung „überhaupt nicht in Gefahr. Wir haben nun schon so viel Geld, Energie und Prestige darin investiert.“ Heute setzt der Ausschuss seinen Besuch mit einem Termin auf der Rader Hochbrücke fort. Andersen drängt mit Blick auf den dänischen Transitverkehr auf einen sechs- statt vierspurigen Neubau. Für den Termin auf der Brücke hat sich als Überraschungsgast spontan auch Olesen angesagt – mit der Chance zum persönlichen Wogen-Glätten beim ebenfalls erwarteten Kieler Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele.

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erstellt am 03.Mär.2017 | 08:06 Uhr

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