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Flensburger Tageblatt

26. August 2016 | 08:40 Uhr

Konsolidierung : Campusbad: 10 000 Besucher mehr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Geschäftsführer der Förde Bäder GmbH ist zufrieden mit der Bilanz des Schwimmbades im Jahr der Übernahme

Andreas Ostmann kennt das Campus-Bad nicht nur aus der Perspektive eines Geschäftsführers. Er kennt es auch als Vater eines Sohnes, der im Verein schwimmt. Und als einer, der selbst schwimmen geht. Einen gewissen Bezug zu haben, findet er als Geschäftsführer der neuen Betreibergesellschaft des Bades durchaus hilfreich. Zum 15. April hat die Förde Bäder GmbH, die neue Stadtwerke-Tochter, ihre Geschäfte aufgenommen. Den Betrieb des Campus-Bades hat sie von der insolventen Betreibergesellschaft Aqua Vital GmbH übernommen.

Die Gläubiger Stadtwerke und Stadt Flensburg „sind sehr fair ausgeschieden“, lobt Andreas Ostmann. Das durchaus kompliziert anmutende Konstrukt mündete schließlich in einen entscheidenden Vorteil: Nachdem die neue Tochtergesellschaft Förde Bäder GmbH zum Ende August die Anteile der nutzungsberechtigen Marbana erworben habe und zum Jahresende abwickeln werde, liege jetzt „alles in einer Hand“. Der Betrieb sei nun „leicht gestaltbar“ und „eine rein regionale Aktivität“, resümiert Ostmann.

„Die Badegäste haben nichts bemerkt“, versichert er. Sie kommen sogar zahlreich. Der Geschäftsführer der neuen Betreibergesellschaft kann sich über 10 000 Besucher mehr als im Vorjahr freuen. Von Januar bis bereits Ende November zählt Ostmann rund 227 000 Badegäste, die sich aus Privatleuten sowie Schulkindern und Vereinsschwimmern zusammensetzen.

Auf der Kostenseite sei die Förde Bäder GmbH längst „schmal aufgestellt“, weiß ihr Geschäftsführer. Der Wartungsstau aus dem Jahr 2013 sei aufgeholt, das Bad auf dem neuesten Stand. Ostmann nennt die Vorsorge für den Erhalt der Substanz als weitere wichtige Aufgabe.

Das Mehr an Gästen helfe zwar, aber das Bad bleibe ein Zuschuss-Betrieb, muss Ostmann einräumen, der aus Lemgo stammt und sein kaufmännisches Diplom in Münster erworben hat. „Es ist weiterhin ein defizitärer Betrieb“, bedauert er. Darauf, dieses Defizit beherrschbar zu belassen, legt er sein Haupt-Augenmerk. Um schwarze Zahlen zu schreiben, müsste man sowohl die Besucherzahlen vervielfachen als auch die Preise erhöhen. Doch gibt Ostmann für Letzteres Entwarnung. Es gebe Grenzen, die man nicht überreizen dürfe. Für 2014 erachtet er die bislang seit Eröffnung des Bades im Jahr 2010 bewahrte Preis-Stabilität als gesichert. Das Vereinsschwimmen hält er für relativ günstig in Flensburg. „Wir haben das Frühschwimmen auf Donnerstag verlegt, weil wir sonst in Konkurrenz mit Glücksburg standen.“ Und um das Bad vor allem für Kinder und Jugendliche attraktiv zu halten, sei das Preismodell zum Juli angepasst worden, erläutert der Vater von zwei Söhnen. Vor allem für Schwimmer, die nur ihre 50-Meter-Bahnen ziehen wollen, ist schließlich die Zehner-Karte gedacht, die den zehnten Schwimmbad-Besuch kostenfrei macht. Die Erhöhung des Zeitlimits von anderthalb Stunden auf nun zwei Stunden diene dazu, dass die Schwimmer in Ruhe ankommen und gehen können. Die halbe Stunde mache da nichts aus, sagt der Kaufmann, der seit 2004 bei den Stadtwerken arbeitet. Eine Zielgruppe, bei der der Durchbruch noch nicht gelungen sei, sind die unmittelbaren Nachbarn, die Studenten. Darüber, wie sie zu gewinnen seien, werde häufig und weiterhin nachgedacht.

Die insgesamt positive Bilanz und der geschmeidige Verlauf des ersten Jahres nach dem Strukturwechsel ist sicher auch der Tatsache zu verdanken, dass die 37 Mitarbeiter – „ein gutes Team“ – übernommen wurden, also lediglich einen anderen Arbeitgeber bekamen. Das bislang vierköpfige Team der Fachangestellten für Bäderbetriebe soll sogar um einen weiteren Kopf erweitert werden.

„Es gibt einen Wellness-Bereich, der noch ungenutzt ist“, nennt Ostmann das Vorhaben für 2014, das er sich zusammen mit der Betriebskoordinatorin im Bad vornehmen möchte. Ideen für eine Nutzung, darunter Physiotherapie und Massagen, gebe es schon. Und er hegt die Hoffnung, dass sich die „Außenwirkung des Campus-Bades positiv ändert“. Ostmann hält es für eine Bereicherung und stellt die Frage in den Raum, welche Stadt schon über ein solches 50-Meter-Becken verfüge.

 

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erstellt am 23.Dez.2013 | 08:18 Uhr

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