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Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 19:27 Uhr

Buntes Miteinander in Solitüde

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

37. Fest der Minderheiten mit Tradition und Signalwirkung / Bürgermeister Brüggemann: Weltoffenheit der Stadt stärke Gemeinschaftsgefühl

Im 66. Jahr seines Bestehens zog der ADS-Grenzfriedensbund einmal mehr Tausende Flensburger zu seinem „Fest der Minderheiten“ an den Strand nach Solitüde. „Miteinander“ lautete das Motto der mittlerweile 37. Auflage dieses populären Bürgerevents, bei dem insbesondere kleine Besucher viel Gelegenheit zum Spielen, Tanzen, Reden und Singen erhalten sollten. Das organisierte Zusammenwirken von 45 Vereinen und Verbänden vor Ort hatte das Haus der Familie koordiniert.

„Dieses Fest der Minderheiten ist das richtige Signal, nachdem sich im vergangenen Jahr die Ankunft zahlreicher Flüchtlinge als Herausforderung für den kommunalen Zusammenhalt herausgestellt hat“, betonte Bürgermeister Henning Brüggemann, einer der Schirmherren der Veranstaltung. Gut sei, dass Flensburg eine weltoffene Gesellschaft biete, was keine Selbstverständlichkeit sei, wie der Blick in die Republik verdeutliche. Flensburg verstehe sich als integrierende Stadt, zu deren Strategie schon lange die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls gehöre. In Vertretung des dänischen Generalkonsuls erinnerte Marianne Hansen an die historische Situation der deutsch-dänischen Grenzregion: „Die Minderheiten können ihre kulturelle und soziale Identität wahren und gleichzeitig Mitglieder der jeweiligen Nation sein“, sagte sie. Zugeständnisse beispielsweise an das jeweilige Wahl- oder Schulrecht gehörten zur Anpassung, ebenso das jeweilige Engagement zum Erhalt beider Gesellschaften. „Das kann gut funktionieren, wie unser Grenzgebiet beweist“, lautete ihr Fazit.

Bei stabilem Wetter mit viel Sonne und einigen Wolken startete dann das gut besuchte „Fest der Minderheiten“ durch. Lange Schlangen bildeten sich vor der blauen Riesenrutsche des THW. T-Shirt Malen beim SBV und Kinderschminken mit der Kirchengemeinde Fruerlund erfreuten sich ebenfalls großer Beliebtheit. Junge „Löschmeister“ konnten bei der Feuerwehr ihr Talent sondieren. Die Flensburger Pfadfinder „Stamm Duburg“ boten das Backen von Stockbrot in ihrer Jurte an, außerdem eine Wasserspielbahn, von der die Kids kaum wegzubewegen waren. „Stammesführer“ Jan Scheder bestätigte den Integrationsgedanken seiner Organisation: „Bei uns kann jeder mitmachen, unabhängig von Religion, Alter und kultureller Zugehörigkeit, sowohl Menschen mit wie ohne Behinderung.“

In einem vom Schlachthof aufgebauten Parcours konnten kleine Radler erste Hindernisherausforderungen bewältigen. Das Haus der Familie und der Freundeskreis „Treff 90“ für Suchtkranke informierten über ihre Arbeit. Der Stand des Museumsbergs lockte kleine Besucher zu Malerlebnissen auf Papier oder Leinwand. Neben dem Kochmobil des Jugendzentrums AAK „Flitz“ boten zahlreiche weitere Stände Leckereien aller Art an. Auf der Bühne musizierten die Stadtbläser, der kurzfristig eingesprungene Gitarrensolist Jan Hinnerck sowie das Duo „Stelios und Nina“, zu deren griechischen Liedern mutige Besucher sich im traditionellen Reihentanz versuchten. Absoluter Publikumsmagnet waren die Vorführungen des Flensburger Tanzclubs.

Bei der Schatzsuche im Strohhaufen waren Ramona Lemke mit ihrer ein Jahr alten Tochter Mia Sophie und Schwester Melanie Beyermann samt zwölfjähriger Tochter Kiara anzutreffen. „Wir sind in Mürwik aufgewachsen und empfanden das ‚Fest der Minderheiten‘ schon immer als schön, nehmen jetzt mit unseren Kindern daran teil“, erzählten die Schwestern. Auch Mama Jastine Böttcher freute sich über die vielen Angebote, zu denen ihr anderthalbjähriges Töchterchen Emilia fröhlich mittanzte, sofern sie mit Musik verbunden waren.

„Die Zahl der Besucher schätzen wir regelmäßig mit etwa 5000 ein“, sagt Gesa Görrissen. Die Leiterin des eventorganisierenden Hauses der Familie empfindet das als keineswegs selbstverständlich, war dankbar für den dieses Mal deutlich höheren Besucherzuspruch. Flensburg kann sich also im nächsten Jahr auf die dann 38. Auflage des „Festes der Minderheiten“ in Solitüde freuen.

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erstellt am 04.Jul.2016 | 12:33 Uhr

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