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Flensburger Tageblatt

24. Juni 2016 | 22:20 Uhr

Flensburg : Bundeswehr: Suppenverkauf auf dem Weihnachtsmarkt gerettet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine Richtlinie hat den Ausschank außerhalb der Bundeswehr-Hallen untersagt. Eine andere Vorschrift erlaubt ihn.

Flensburg | Der Suppenverkauf durch die Bundeswehr auf dem Flensburger Weihnachtsmarkt kann weiterlaufen. Noch vor wenigen Tagen sah es ganz anders aus. Da sollte der Suppenverkauf wegen einer Vorschrift eingestellt werden. Doch schneller als erwartet kommt aus Bonn mit dem Umweg über Berlin die Nachricht: Die Erbsensuppe ist gerettet!

Der Berliner Journalist Thomas Wiegold, der sich ausschließlich mit Themen der Bundeswehr beschäftigt, verbreitete am Montag die Nachricht „Bundeswehr schaut genauer in die Vorschrift: Erbsensuppe für Flensburger Weihnachtsmarkt gerettet“.

Allein 2015 hatte der Verkauf der Suppe 35.000 Euro erbracht, die für ein großes Spektrum gemeinnütziger Zwecke verteilt wurden. 700.000 Euro sind es seit Beginn des Suppenverkaufs vor 39 Jahren. Diese wichtige Finanzspritze drohte wegzufallen.

Doch warum heißt es jetzt plötzlich „Kehrt marsch!“ in den olivgrünen Amtsstuben? Noch bis letzte Woche fürchtete man die „Operative Ausgestaltung des Verpflegungsmanagements der Bundeswehr“. Diese Richtlinie sieht nicht vor, „andere Mahlzeiten (Sonderessen) außerhalb von Kasernen (Bundeswehrliegenschaften) zu liefern“. Doch bei der Behörde Bundeswehr gibt es viele Verordnungen und zentrale Dienstvorschriften, zum Beispiel diese: „Vorschrift für Arbeiten auf wirtschaftlichem Gebiet im Ausbildungsinteresse der Truppe und im Interesse der Öffentlichkeitsarbeit“. Und die sehe den Verkauf von Suppe auf Weihnachtsmärkten durchaus vor, wie eine Sprecherin des zuständigen Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) gestern gegenüber dem Flensburger Tageblatt bestätigte.

Wichtig sei, dass die Suppe von der Truppe zubereitet werde. Voraussetzung ist offenbar unter anderem eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Industrie- und Handelskammer, die bestätigt, dass es keine nachteiligen Auswirkungen für die Gastronomie gibt. Die soll in Flensburg aber immer vorgelegen haben.

Große Freude unter anderem bei Simone Lange: Die Landtagsabgeordnete und OB-Kandidatin hatte am 3. März eine Online-Petition zum Erhalt des Suppenverkaufs auf den Weg gebracht. Auch hatte sie den Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels auf das Problem aufmerksam gemacht. Der hatte sich an das Verteidigungsministerium gewandt und zeigte sich gestern zufrieden mit der Entwicklung: „Wenn Dinge gut funktionieren, dann soll man dafür sorgen, dass das so bleibt.“ Der Kommandeur der Marineschule, Flottillenadmiral Carsten Stawitzki, findet die neue Entwicklung „großartig“. Die „Jungs und Mädels“ fiebern dem Suppenverkauf lange entgegen, er sei eine zentrale Veranstaltung der Bundeswehr in Flensburg.

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erstellt am 23.Mär.2016 | 14:30 Uhr

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