zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 17:23 Uhr

Städtepartnerschaft : Brexit ändert nichts an Freundschaft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine Flensburger Delegation traf sich in England mit den Vertretern der Partnerstädte Slupsk und Carlisle.

„Der Brexit ändert an unserer Städtepartnerschaft zu Carlisle nichts“, sagt Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar. Sie war mit Helmut Trost und Katrin Möller als Vertreter der Ratsversammlung in den englischen Ort gereist, um sich dort mit Deligierten Carlisles und den Vertretern der gemeinsamen Partnerstadt Slupsk, Polen zu treffen. Es war das erste Mal nach dem Referendum. Sie kommen alle zwei Jahre an wechselnden Orten zusammen.

„Die Kooperation mit Carlisle existiert seit 1961. Damals gab es die EU in der heutigen Form noch gar nicht und da waren wir schon Freunde.“ Es sei bei dem Besuch in England auch darum gegangen, den Zeitgeist Europas zu verstehen. 61 Prozent der Bürger Carlisles haben für den Brexit gestimmt. „Aber sie haben nicht gegen Europa gestimmt, sondern gegen die Politik, die gemacht wird“, sagt die Stadtpräsidentin.

„Es ist wichtig, dass wir europäische Partner bleiben und uns gemeinsam für eine bessere Zukunft einsetzen und im Sinne der nächsten Generation handeln.“ Um die Freundschaft auch an die jüngeren Bürger der Städte heranzutragen sei auch der Jugendaustausch besonders wichtig. „Alle politischen Vertreter haben bestätigt, dass sie damit weiter machen wollen.

Während die Flensburger Delegation in England war, fand dort zeitgleich ein Jugendaustausch statt. Insgesamt 30 Mädchen und Jungen aus den Partnerstädten trafen sich. Seit 1989 findet dieser Austausch einmal jährlich in den Sommerferien statt. In Workshops und verschiedenen Projekten tauschen sie sich über Unterschiede und Gemeinsamkeiten ihrer Kulturen aus und arbeiten und übernachten in gemischten Gruppen. „Dabei entstehen Freundschaften. Sie lernen voneinander und nehmen viel mit in ihre Länder zurück. Zwei der deutschen Schüler erzählten mir, dass sie sehr beeindruckt davon waren, wie einer der Engländer über Statistiken und Zahlen referierte“, sagt Swetlana Krätzschmar. Seine Art vorzutragen würden die Jungen sich künftig als Vorbild nehmen.

Auch die Delegationen der Städte lernen bei ihren Treffen voneinander und orientieren sich bei der Umsetzung von neuen Projekten an Konzepten der Partner. „In Carlisle gibt es ein Stadtteilzentrum, das Harraby Community Centre, in dem alles integriert ist“, berichtet Helmut Trost. Kinderbetreuung und Schule sind dort zusammengebracht worden. Auch Theater, Sport und Kurse für Schwangere werden angeboten. „Die haben dort etwas geschaffen, was wir noch nicht erreicht haben und das, obwohl die Stadt eine Katastrophe getroffen hat.“ Nach den schweren Regengüssen in Nordengland an den Weihnachtsfeiertagen des vergangenen Jahres waren auch die Schulen überschwemmt worden. Das neue Stadteilzentrum gibt es erst seit sieben Monaten. Stadtpräsidentin Krätzschmar: „Auch das System der Schule ist vorbildlich. Die Schule beginnt um neun Uhr mit gemeinsamen Singen.“ Im Gebäude hätten die Kinder Rückzugsmöglichkeiten und Anregungen. Die Schüler könnten Dinge erforschen und nachschlagen.

„Nach dem Besuch blicke ich zuversichtlich in die Zukunft, die nicht ungewiss ist“, sagt Swetlana Krätzschmar. Der Austausch sei insgesamt sehr gut gewesen und auch persönlich habe sie schöne Begegnungen gehabt. „Eine Frau kam im Gemeindehaus auf mich zu, begrüßte uns auf Deutsch und erzählte, dass auch ihre zwei Enkel schon in Flensburg waren.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 11.Aug.2016 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen