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Flensburger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 09:23 Uhr

Wanderup : Besucherrekord im Weihnachtsdorf

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Veranstalter zählt mehr als 30.000 Gäste. Schirmherrin Tine Wittler gibt ein Konzert und sammelt für Kinderhospiz.

„Ich habe dieses Jahr nur einen Deko-Tipp für Weihnachten – den Wanderuper Wichtel, mögen viele Tausend von ihnen überall im Land die Tannenbäume schmücken.“

Das sagt mit Tine Wittler eine Frau, die einem Millionenpublikum mit ihrem „Einsatz in vier Wänden“ gezeigt hat, dass sie eine Einrichtungsexpertin ist. In diesem Jahr ist die Besteller-Autorin Schirmherrin des Weihnachtsdorfs in Wanderup. Das besondere Flair des dreitägigen Adventszaubers, gepaart mit trockenem und gestern sogar sonnigem Wetter lockte am Wochenende so viele Besucher wie noch nie nach Wanderup. Mehr als 30.000 Gäste mit Autokennzeichen aus dem gesamten Land, aus Hamburg und Dänemark lautet die geschätzte Besucherzahl.

Erstmals liefen alle Fäden bei Holger Braaf zusammen: „Hier schenken viele Menschen viele Stunden ihrer Zeit, hier hat eine große Gemeinschaft dasselbe Ziel – das erstmals hautnah miterleben zu dürfen, hat mich tief berührt.“ Dieses selbstverständliche, verlässliche ehrenamtliche Engagement einer so großen Gemeinschaft macht auch für viele Besucher die schöne, fast familiäre Atmosphäre aus. „Einfach genießen, kein Stress, kein Gedränge, aber viele schöne Dinge auf dem Spaziergang durchs Dorf sehen und erleben zu können – besser kann man nicht in Adventsstimmung kommen“, sagt eine Besucherin von der Westküste.

Zur Selbstverständlichkeit ist auch die Sinnhaftigkeit des Weihnachtsdorfes geworden. Gerade in den schönen, hellen Tagen werden die Kinder in den Fokus gerückt, deren Weg auf dieser Welt nur kurz sein wird. Für die ambulanten Kinderhospizdienste im Land gab es erneut mehrere Benefizaktionen. Viele Tausend der von Tine Wittler genannten kleinen Wichtel wurden gegen eine Spende von je einem Euro mit nach Hause genommen. „Verantwortung für schwer kranke kleine Personen zu übernehmen – was ist das für eine goldene Sache. Ich glaube, ich werde nach Wanderup ziehen“, schwärmt die Schirmherrin bei ihrem Rundgang durch die Gassen, die Weihnachtshalle der Landfrauen, die Scheunen, Höfe, Dielen, Garagen und Geschäfte, die viele Dorfbewohner geöffnet haben, um wertiges Kunsthandwerk, Adventskränze, Holzsterne, Metall-Engel, liebevoll verzierte Stulpen, selbstgemachte Zwiebelmarmelade und andere kulinarische Köstlichkeiten aber auch Räume für Kulturangebote zur Verfügung zu stellen. Tine Wittler enthüllt und herzt im Wichtelpark den Weihnachtsdorfwichtel 2016.

Sonnabend gegen Abend zeigt sie dann eine weitere schöne Selbstverständlichkeit des Weihnachtsdorfes: Nicht nur Gutes tun, sondern dabei auch noch richtig Spaß haben. Dafür wird in nur wenigen Stunden die Werkzeughalle des Autohauses Schütt mit vielen Metern Stoff, Tannenbäumen, roten Schleifen und Lichterketten erstmals zum Konzertsaal, in dem die Wirtin Wittler, die seit vielen Jahren in Hamburg eine kleine Szene-Kneipe betreibt, ihr Publikum mit Geschichten und Chansons rund um den Tresen zum Schmunzeln, Lachen, Schunkeln aber auch zum Nachdenken treibt. Eine Stimme so intensiv, lassiv und manchmal so tief wie die der Knef, dazu viel Gefühl und lebensschlaue Texte bescheren dem Weihnachtsdorf sein kulturelles Highlight. Da geht es um das Karussell der Liebe, das sich rund um den Kneipentresen dreht, aber auch um die verlorenen Seelen der Männer, die sich zwar nach Liebe sehnen, aber doch immer mit einem Bein draußen bleiben. Wittlers Programm „Lokalrunde“, bei dem sie vom Pianisten Greg Baker begleitet wird, ist auch eine Liebeserklärung an die kleine Kneipe um die Ecke, die eine so wichtige soziale Aufgabe erfüllt, aber vom Aussterben bedroht ist.

Selbstverständlich im Weihnachtsdorf ist auch die kulturelle Vielfalt. Während das Wittler-Konzert beginnt, werden in der alten Feldsteinkirche die Zugaben einer plattdeutschen Lesung mit Weihnachtsliedern gegeben. Zur gleichen Zeit gibt Kinderliedermacher „Grünschnabel“ sein Mitmachkonzert im Haus der Blumen, auf dem Dörpsplatz steht Pop-Poet Georgie Carbutler mit seiner Gitarre auf der Bühne, im Wichtelpark bereiten sich die „Fire-Devils“ auf ihre Feuershow vor. Bis auf das Wittler-Konzert sind alle Konzerte eintrittsfrei, wie auch die Fahrten mit dem Pferde-Planwagen, der Musikinstrumentebau beim Heimatmuseum oder die Spaziergänge mit den Alpakas. Die eingenommenen Eintrittsgelder sind selbstverständlich auch für die Kinderhospize bestimmt.

Die sind auch beim mitreißenden Konzert der „Wacken Fire Fighters“ Thema. „Etwas Wichtigeres als sterbenden Kindern zu helfen, gibt es nicht – kauft Wichtel“, fordert der Dirigent der exzellenten Big Band Hunderte Zuschauer auf, die in und vor der Fahrzeughalle den Auftritt der Eröffnungsband des Wacken-Festivals nicht verpassen wollen. Klar werden fetzige und ruhige Weihnachtslieder gespielt, doch in den Advent schicken die Feuerkämpfer ihr Publikum mit „Smoke on the water“ und „Highway to Hell“.

Die entspannten und fröhlichen Gesichter, mit denen viele Besucher Wanderup verlassen, drücken aus, was Kreispräsident Ulrich Brüggemann bei seinem Rundgang sagt: „Die Adventszeit beginnt für mich mit und im Weihnachtsdorf Wanderup.“

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erstellt am 28.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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