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Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 09:18 Uhr

Festival : Besucherrekord bei Folk-Baltica

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Veranstalter zählen rund 6000 Zuschauer / Emotionales Abschlusskonzert in St. Marien / Festival 2017 später im Mai

Ein Stimmakrobat aus der Schweiz, eine Sängerin aus Irland, eine Folk-Band aus Island: Folk-Baltica hat die engen Grenzen der Ostsee endgültig aufgehoben und hat sich zu einem fast schon universellen Folk-Festival entwickelt. Das umjubelte Abschlusskonzert in der ausverkauften Marienkirche bot am Sonntagabend mit seinen sechs Acts noch einmal einen Querschnitt des abgelaufenen Festivals, das mit 6000 Besuchern einen neuen Rekord aufgestellt hat.

Sie verteilen sich auf 31 Konzerte an 18 Spielorten. Allein 718 kamen zum Eröffnungskonzert im Konzertsaal des Alsion in Sonderburg. „Die Besucherprognose wurde bei weitem übertroffen“, freute sich Geschäftsführerin Juliana Thun.

Thema des 2016er Festivals war die menschliche Stimme, und die kam aus Portugal, Schweden, Norwegen, Finnland,Island, Irland, Estland, Lettland, Kanada, Schweiz, Deutschland und Dänemark. „Die Spannweite der vielen Stimmen und der sehr facettenreiche Ausdruck auf einem äußerst hohen künstlerischen Niveau machten Folk-Baltica 2016 zu einem unvergesslichen Festival“, so Harald Haugaard, künstlerischer Leiter, voller Überschwang.

Als gelungen bezeichneten Haugaard und Thun das neue Format des Festival-Auftakts: erstes Konzert in Husum, „Abholen“ der Hauskünstlerin Keike Faltings mit einem Konzert auf ihrer Heimatinsel Föhr, Auftakt in Sonderburg, Exkurs nach Bad Oldesloe und wie immer der Schwerpunkt in Flensburg; hier gastierte das Festival erstmals in der St. Jürgen-Kirche, die bis auf ein paar Hörplätze ausverkauft war.

Beim emotionalen Abschlusskonzert – Motto: Wehmut und Hoffnung – erlebten die Zuhörer die enorme Bandbreite, die das Festival mittlerweile abdeckt. Hier das traditionelle „Dat du min Leevsten büst“, allerdings mit einer dänischen Strophe, dort die unfassbaren Vokaltöne des Basler Stimmkünstlers Christian Zehnder, der unter anderem mit afrikanischen Obertonchören arbeitet und diese Kunst der Singens beherrscht. Zehnder hatte mittags in Sonderburg gesungen und spontan einem Auftritt beim Abschlusskonzert zugestimmt. Das Publikum war aus dem Häuschen.

Das war es aber eigentlich das ganze Konzert über. Einmal zeigte Harald Haugaard, dass er mit seinem Charisma und seinem Können die 50 jungen Musiker von beiden Seiten der Grenze zu Höchstleistungen anspornen kann. Das Folk-Baltica-Ensemble ist zu einem echten Klangkörper gereift, in diesem Jahr erweitert um das Gesangsduo Justine Boesen (Fünen) und Antonia Riemer (Itzehoe).

Die Irin Cathy Jordan bildete ein kongeniales Duo mit dem schwedischen Gitarristen Roger Tallroth, während der sechsköpfige Chor Heinavanker aus Estland mit seinem an Gregorianik erinnernden Gesang das Kirchenschiff von St. Marien mit vokalem Wohlklang füllte. Die Hauskünstlerin Keike Falting, die neun Auftritte beim Festival hatte, präsentierte noch einmal ihr neues Trio mit Susanne Paul und Antti Järvelä. Zum Auftakt hatten Jullie Hjetland und Hans Mydtskov von der Band „Nordens Tone“ gezeigt, wie gut die weibliche Stimme mit dem Tenorsaxophon harmoniert.

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erstellt am 03.Mai.2016 | 12:58 Uhr

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