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Flensburger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 11:19 Uhr

Straßensanierung : Bedarf: Jährlich eine Million Euro mehr für Straßen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nur mit viel Aufwand kann der Zustand der Fahrbahnen erhalten werden / Umlage für die Bürger nicht geplant

Das Technische Betriebszentrum (TBZ) hat seine Hausaufgaben gemacht: Acht Millionen Euro sind jedes Jahr notwendig, um die Straßen in ihrer heutigen Qualität zu erhalten. Gute Nachricht für die Bürger: An eine allgemeine Umlage für die Bürger zur Straßenunterhaltung, wie sie Husum und Neumünster kassieren, ist nicht gedacht.

Die aktuell eingeplanten 6,9 Millionen Euro jährlich im Haushalt reichen nicht zur Erhaltung des Straßennetzes aus. Wenn die Politik und die Stadtverwaltung dieses Geld nicht bereitstellen, türmt sich ein Investitionsstau auf, es droht der Zerfall des Flensburger Straßennetzes.

„Niemand kann dann sagen, er habe es nicht gewusst“, sagte gestern Barbara Hartten, Leiterin des Technischen Betriebs im TBZ, mit Hinweis auf künftige Finanzierungsprobleme, die für die Stadt aus dem Unterhalt der Straßen, aus Investitionen in marode Schulgebäude und anspruchsvollen erzieherischen Konzepten ergeben könnten. Acht Millionen Euro – die Summe steht.

Wie die Autos, die auf ihnen rollen, haben auch Straßen ein Verfallsdatum. Risse, Wellen im Asphalt, Spurrillen, Schlaglöcher und Flicken sind Anzeichen für den Verfall, dessen Tempo die Fachleute vorher bestimmen können. Für den Straßenzustandsbericht, die Erhaltungskonzeption und den Finanzbedarf hat das TBZ eine Inventur im Flensburger Straßennetz vorgenommen. Dabei wurden auch Rad- und Gehwege und die Art der Befestigung – Asphalt, Beton, Naturstein – mit einbezogen.

Mit Schulnoten haben die Fachleute des Technischen Betriebszentrums dann den Zustand der Straßen bewertet. Das Ergebnis: 0,5 Prozent der Straßenflächen sind in einem richtig schlechten Zustand. Etwa ebenso viel hat die Note 1 verdient. Die große Masse der übrigen Straßen tendiert zwischen den Noten drei bis sieben. Statistisch gesehen verdient das gesamte Straßennetz die Note von fast drei (2,98), bleibt es bei 6,9 Millionen Euro im Jahr, sackt die Qualität auf 3,1. Die Prognose des TBZ: „Der Anteil der schlechten Straßen steigt mittelfristig an und kann auch langfristig nicht abgebaut werden.“Bleibt es bei jährlich 6,9 Millionen Euro Unterhaltsmitteln für die Straßen, sagt das TBZ eine Qualitätssenkung fast auf die Note 4 im Jahr 2026 voraus. 25 Prozent aller Straßen haben dann die Bewertung „in sehr schlechtem Zustand“ verdient. Und damit Kommunalpolitiker und Stadtkämmerer wissen, was auch noch an finanziellen Anforderungen auf sie zukommt, hat das TBZ eine Aufstellung erarbeitet für die Pflege der Grünflächen. Barbara Hartten nannte gestern den Volkspark als Beispiel. Nach dem ursprünglichen Konzept soll er alle drei Jahre durchgearbeitet werden. Aus Sicht von Gärtnern völlig unzureichend – und auch Bürger haben bereits die zugewucherten Wege und Beete kritisiert.

Alles, was es an Grünzeug im Stadtgebiet zu pflegen gibt, ist jetzt detailliert in Pflegeklassen eingeteilt. Dazu gehören Arbeiten, die sonst nebenher erledigt wurden, etwa die Pflege von Kieswegen. Veranschlagt sind für die Grünflächenpflege 2017 knapp zwei Millionen Euro. 

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erstellt am 19.Nov.2016 | 07:14 Uhr

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