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Flensburger Tageblatt

24. Juli 2016 | 16:40 Uhr

Projekt Refugees welcome : Bahnhof: Andere Räume – gleiche Aufgaben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Umzug in den Westflügel: Die Arbeit der Flüchtlingshelfer hat sich nach Auskunft der Freiwilligen gewandelt, ist aber nicht weniger intensiv geworden.

Auf den ersten Blick wirkt der Bahnhof ganz verlassen. Die Eingangshalle, die seit September letzten Jahres von freiwilligen Helfern bevölkert und mit Infostand, Sitzecken und Essensausgabe belebt wurde, ist wieder leer. Doch der erste Eindruck täuscht. Die Freiwilligen sind weiterhin vor Ort im Einsatz.

Essens- und Hygieneausgabe, Dolmetscher, Infopoint und Orgateam sind am Wochenende in neue Räumlichkeiten rechts neben dem Bahnhof eingezogen. „Wir bleiben natürlich so lange am Bahnhof, wie unsere Hilfe von Flüchtenden nachgefragt wird“, sagt Pia Knies, Mitinitiatorin des Projekts am Bahnhof. Am Sonntag konnten die ersten Menschen schon in den neuen Räumen informiert und versorgt werden. Momentan ist die Anzahl der Menschen, die durch Flensburg flüchten, merklich gesunken. Die Arbeit am Bahnhof ist laut Auskunft der Freiwilligen aber nicht weniger intensiv geworden. „Derzeit beschäftigen uns sehr viele Einzelschicksale. Viele Familien sind auf ihrer Flucht auseinandergerissen worden und werden nun durch die Grenzkontrollen getrennt“, erklärt Pelle Hansen, der schon seit Beginn des Projektes am Bahnhof aktiv ist. Die Freiwilligen sind darauf eingestellt, dass sich die Situation am Bahnhof jederzeit ändern kann. Pelle Hansen: „Die Kontrollen lösen keine Probleme, sondern verlagern sie nur. Wir gehen daher davon aus, dass wir uns lediglich in einer Übergangsphase befinden und sich der Hilfebedarf am Bahnhof wieder intensivieren kann.“

Neben den Hilfen am Bahnhof möchte „Refugees Welcome“ sich perspektivisch verstärkt für die Geflüchteten einsetzen, die in Flensburg und Umgebung leben. Sie freuen sich in diesem Zusammenhang auf weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Flüchtlingshilfe Flensburg, den Sportpiraten, der Stadt und allen anderen Akteuren, die sich für ein gelungenes Miteinander hier engagieren.

Ein besonders wichtiger Kooperationspartner bleibe natürlich die Kleiderkammer am Bahnhof. Unter dem Namen „Flensburg hilft grenzenlos“ wird sie ihr Angebot am Bahnhof auch zukünftig bereithalten und weiterhin auch anderen Bedürftigen offen stehen. Die Kleiderkammer nimmt täglich (Montag bis Freitag) zwischen 17 und 19 Uhr Kleiderspenden an – auch Möbel und Hausrat für Geflüchtete, die in Flensburg leben.

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