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Flensburger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 17:26 Uhr

Autos am Strand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Menschen mit einem besonders innigen Verhältnis zu ihrem vierrädrigen Gefährten zieht es immer wieder zum Hafen hin. An der Schiffbrücke nämlich gibt es die einmalige Gelegenheit, das gute Stück mit Meeresblick zu parken. Denn es gibt ja nicht mehr nur das Internet der Dinge, es gibt auch die spannende Theorie, dass ein Ding – etwa ein Rührstab – so etwas wie Geist entwickeln kann. Das gilt umso mehr für hochkomplexe Apparate wie moderne Automobile, die vereinzelt bereits dem Menschen das Denken komplett abnehmen – ein Effekt, der bei manch einem Zweibeiner sicher segensreich sein dürfte.

Autos am Stadtstrand sind besonders tiefenentspannt. Sie regenerieren empfindliche Schaltkreise, und selbst heiß gefahrene Kurzhuber können beim Parken an der Schiffbrücke nach Herzenslust die Lambdasonde baumeln lassen. Leider hat in der Stadtverwaltung noch niemand diesen positiven Effekt erkannt. Das zeigt die neuerliche Initiative des Stadtkämmerers, in der besten Zeit des Jahres einfach 13 Stellplätze aus dem Verkehr zu ziehen. Auf der freien Fläche inmitten parkender Autos sollen Denkprozesse angestoßen werden, sagt Brüggemann, der Bürgermeister. Etwa beim Polka-Tanzen oder Radieschen ziehen.

Wie neben der Spur bekennende Radfahrer doch sein können. Hätte er doch nur zugehört, der Brüggemeister – er hätte sie hören können, die Denkprozesse zufrieden schnurrender Automobile, die mit schläfrigen Scheinwerfern versonnen aufs Meer warnblinken und ganz bei sich denken: Ist daaaaaaaaaaas schön hier! Dafür könnte man glatt Kurtaxe verlangen! Aber der Brüggemann, der hört ja nicht.

Ein sicheres Zeichen, dass es mit Flensburg wirklich aufwärts geht, lässt sich im Moment in Adelbylund beobachten. Die Straße ist gesperrt, weil dort Rohre verlegt werden. Das ist für Flensburg keine wirkliche Neuigkeit. Hier werden dauernd Rohre verlegt. Das Besondere kommt erst nach dem Rohreverlegen. Nämlich die Antwort auf die bange Frage, ob es nach Ende der Bauarbeiten wohl gelingen wird, die Straße wieder in denselben schlechten Zustand wie vor den Bauarbeiten zu versetzen. 2007 ist das an der Kappelner Straße überwiegend gut geglückt. Die Kappelner Straße, die sich durch knietiefe Schlaglöcher auszeichnete, war anschließend kaum von der Kappelner Straße zu unterscheiden, über die man vorher jahrelang gerumpelt war. Wie in Adelbylund zu besichtigen ist, hat man sich in Flensburg von dieser Philosophie offenbar verabschiedet. Die einstige Kraterlandschaft wird mit allerfeinstem Asphalt schier und glatt neu eingedeckt – es war sogar noch etwas für die Krater der Kappelner Straße übrig. Es geht bergauf. Endlich!

Endlich auch kommt die Sail Flensburg in Fahrt. Bekanntlich ist sie die Nachfolgerin der untergegangenen Flensburg Nautics, für die die Stadt keine Zuschüsse mehr zahlen wollte, was den Veranstalter in eine kleine Krise stürzte. Nun hat der Veranstalter ohne Zuschuss die Nachfolgeveranstaltung gestemmt und hat als offiziellen Begrüßer NICHT wie sonst den Oberbürgermeister engagiert. Das macht in diesem Jahr unsere omnipräsente zukünftige Oberbürgermeisterin, die wohl schon mal für die Sail 2018 übt. Dann vielleicht sogar für eine Sail mit städtischem Zuschuss?

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erstellt am 08.Jul.2016 | 12:32 Uhr

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