zur Navigation springen
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Flensburger Tageblatt

24. April 2014 | 07:50 Uhr

Bußgelderhöhung - Autofahrer fühlen sich abgezockt

vom

Das Bußgeld fürs Parken ohne Parkschein soll sich verdoppeln - nachdem die Stadt Flensburg schon die Parkgebühren in die Höhe geschraubt hat.

Flensburg | Zehn Euro Strafe statt bislang fünf bei einer Parkuhr, die nicht einmal eine halbe Stunde abgelaufen ist? Wolfgang Kurth-Christensen, am Parkstreifen an den Flensburger Süderhofenden mit den Plänen aus dem Bundesverkehrsminsterium konfrontiert, findet für die ab April drohenden Knöllchen-Tarife nur einen Ausdruck: "Abzocke!" In einem Fernsehbericht habe er gesehen, dass Politessen darauf getrimmt würden, möglichst viel Umsatz zu machen: "Die Stadt kann sich andere Ressourcen nehmen, um die Bürger zur Kasse zu bitten", findet er und gibt zu bedenken: Wenn ein Bürger in der Innenstadt ein Parkticket bekomme, werde er künftig vielleicht lieber in eines der Einkaufszentren am Stadtrand fahren.
Harald Stoltmann, der mit seiner Frau Ingrid an der Karlstraße parkt, findet: "Normalerweise ist eine Erhöhung ja richtig, aber man sollte nicht schon nach einer Überschreitung der erlaubten Parkzeit von fünf Minuten zahlen müssen." Außerdem könne man ja sowieso nichts gegen eine Erhöhung unternehmen. "Die Stadt muss ja auch Geld verdienen."

Anzeige
Anzeige

Überziehen ist teurer

Immerhin 1,7 bis zwei Millionen Euro nimmt die Stadt jedes Jahr mit ihrer Verkehrsüberwachnung ein, wobei ein Großteil des Geldes durch die Blitzer für zu schnelles Fahren und überfahrene rote Ampeln hereinkommt. Durch die neue Knöllchen-Verordnung des Bundesverkehrsministeriums darf auch Flensburg künftig auf höhere Erträge aus seinen zuletzt jährlich jeweils mehr als 48.000 Knöllchen hoffen. Unterstellt, dass das Gros der Knöllchen-Besitzer bislang mit fünf Euro davonkam, könnten sich Flensburgs Einnahmen aus der "Überwachung des ruhenden Verkehrs" von bislang geschätzten 250.000 bis 300.000 Euro auf mehr als 500.000 Euro fast verdoppeln.
Zumal Stadtsprecher Clemens Teschendorf auf manche Kuriosität der Verordnung aufmerksam macht: "Wer keine Parkscheibe oder keinen Parkschein hat, zahlt bislang ebenso fünf Euro wie jemand, der bis zu 30 Minuten überzogen hat." Dies würde künftig jeweils zehn Euro kosten. Damit komme er ganz ohne Parkschein günstiger davon als jemand, der eine bis zu einer Stunde überzogen hat (bislang 10 Euro, künftig 15). Teschendorf weist daraufhin, dass die Stadt komplett von der Bußgeldverordnung abhängig sei. Schon bei den noch geltenden Bußgeldern habe die Stadt durchaus Verhaltensänderungen unter Falschparkern und Rasern festgestellt. Mit höheren Bußgeldern könne sich dieser Trend fortsetzen.

Parkgebühren auf einen Euro pro Stunde hochgeschraubt

Allerdings hatte die Stadt die Parkgebühren für ihre eigenen Innenstadtflächen erst im vergangenen Jahr von 50 Cent auf einen Euro pro Stunde verdoppelt - und damit den Abstand und die Hemmschwelle, es auf ein Knöllchen ankommen zu lassen, zugleich bei den Autofahrern gesenkt.
Auch Hella Bollow, die am Montag auf Parkplatzsuche im Johannisviertel fündig wurde, findet die neuen Tarife happig. "Grundsätzlich ist nichts gegen eine Erhöhung einzuwenden, allerdings sollte diese stufenweise durchgeführt werden. Außerdem sollten Unterschiede gemacht werden, wo falsch beziehungsweise zu lang geparkt wird und ob das Parken tatsächlich eine größere Behinderung darstellt." Autofahrer Fabian Mittelstädt sprach am Parkplatz Karlstraße vielen Autofahrern aus der Seele: "Preiserhöhungen sind generell doof."

von L. Knauer / J. Göttsche / C. Jolly
erstellt am 19.Dez.2012 | 09:43 Uhr

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

01. | Frank Scholten | 19.12.2012 | 09:56 Uhr
Schon mal die richtige Richtung

@X 275 18.12.2012 15:01

In Skandinavien sind sie zum Glück schon so weit:
Falschparken in Norwegen: Falschparker werden von der Polizei innerhalb des öffentlichen Verkehrsraumes verfolgt. Sie sollten mit einem Bußgeld von 95 Euro rechnen.

Dänemark ist auch nicht viel günstiger.

Norwegen: Bußgeld oder Gefängnis (Du hast die Wahl)
http://www.suednorwegen.org/index.php?option=com_content&view=article&id=1785:bussgeldkatalog-fuer-norwegen&catid=51:infos&Itemid=54


Abbiegen ohne Blinken 2.000,00 NOK 266,67 €
Gebrauch eines Handys oder Mobiltelefons am Steuer 1.300,00 NOK 173,33 €




Abschnitte mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 Stundenkilometer oder niedriger:
Geschwindigkeit Bußgeld / Kronen Bußgeld / € Umrechnungskurs:
1-5 km/h 600,00 NOK 80,00 € 7,5
6-10 km/h 1.600,00 NOK 213,33 €
11-15 km/h 2.900,00 NOK 386,67 €
16-20 km/h 4.200,00 NOK 560,00 €
21-25 km/h 6.500,00 NOK 866,67 €


Abschnitte mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Kilometer pro Stunde oder höher
1-5 km/h 600,00 NOK 80,00 €
6-10 km/h 1.600,00 NOK 213,33 €
11-15 km/h 2.600,00 NOK 346,67 €
16-20 km/h 3.600,00 NOK 480,00 €
21-25 km/h 4.900,00 NOK 653,33 €
25-30 km/h 6.500,00 NOK 866,67 €
31-35 km/h 7.800,00 NOK 1.040,00 €
Autobahn mit 90 km/h und höher
36-40 km/h 9.000,00 NOK 1.200,00 €


Ich fände es gut solche Regeln in Deutschland auch zu haben - UND ich bin Autofahrer seit 35 Jahren.

02. | Nordstern 24 | 19.12.2012 | 08:29 Uhr
Weiter so...

na und welche gesetzgebung gefällt uns denn morgen nicht mehr? rote ampeln? ich kann doch sehen und bin erwachsen, da kann doch auch einfach fahren.spinnen hier alle?halt dich an die regeln und du hast kein problem oder ändere dein mobilitätsverhalten.fahre rad oder nimm den bus. wie viele von den kommentatoren haben denn schon den stromanbieter gewechselt,um geld zu sparen?räumt erstmal das eigene wohnzimmer auf.das die stadt noch nicht einmal das vorhandene potenzial ausnutzt,sollten wir zu schätzen wissen.parken in der speilstrasse, entgegen der fahrtrichtung,im absoluten halteverbot,parken auf behindertenplätzen..da würde doch jeder aufrüsten und kasse machen oder?

03. | S J | 19.12.2012 | 07:56 Uhr
es gibt Alternativen...

Wer falsch parkt, hat selber Schuld! Lass die Stadt doch das Bußgeld erhöhen, niemand zwingt euch im Halteverbot zu stehen. Parkt doch auf der Exe, wo es gratis ist und geht ein Stück zu Fuß. Das ist zudem noch gesund.
Es gibt auch noch die Möglichkeit mit Bus zu fahren, was innerhalb von Flensburg auch jetzt schon günstiger ist als 5€ Bußgeld.
Oder bildet Fahrgemeinschaften und teilt euch das Parkticket, bzw. das Bußgeld.
Es gibt genügend Alternativen zum falsch Parken.

04. | x 275 | 18.12.2012 | 15:01 Uhr
Wo führt das hin

Falsch geparkt 200€ zzgl Abschlepper
10 zu Schnell 50€, 20 zu schnell 400€, mehr als 20 zu schnell 1000€ und Führerscheinentzug?

Langsam reichts mal, ich fahr praktisch gar nicht mehr Auto, wenn ich nicht vorher ne sichere Parkmöglichkeit hab, weil nen "gültigen" Parkplatz suchen meist länger dauert als die Fahrt mit dem Bus..Gerade beim Rathaus ;) Baut doch lieber mal ein paar Parkplätze, wo man sie braucht..

05. | x 275 | 18.12.2012 | 15:01 Uhr
Wo führt das hin

Falsch geparkt 200€ zzgl Abschlepper
10 zu Schnell 50€, 20 zu schnell 400€, mehr als 20 zu schnell 1000€ und Führerscheinentzug?

Langsam reichts mal, ich fahr praktisch gar nicht mehr Auto, wenn ich nicht vorher ne sichere Parkmöglichkeit hab, weil nen "gültigen" Parkplatz suchen meist länger dauert als die Fahrt mit dem Bus..Gerade beim Rathaus ;) Baut doch lieber mal ein paar Parkplätze, wo man sie braucht..

06. | Flöten Spiel | 18.12.2012 | 11:58 Uhr
Stadt = Bank

es glaubt doch wohl niemand, dass die Stadt nicht anders an dass Geld kommen kann? Städte, Länder, der Deutsche Finanzhaushalt ist eine Bank, und die Bank gewinnt immer. Sprich: sie kriegen die kohle, wenn nicht über weg a, dann eben über weg b. Städte sind pleite, was sollen sie machen?

07. | Rudi Freundlich | 18.12.2012 | 09:34 Uhr
Parken in Flensburg

Seiht vielen Jahren fahre ich nicht mehr in die Stadt. Ich erreiche alles was ich brauche am Stadtrand. Es gbit nichts, was es dort nicht gibt.

Wenn es gar nicht anders geht - ins Rathaus o.ä. - parke ich möglichst dort, wo es nichts kostet (z.B. Exe) und gehe den Rest zu Fuß.

Wie Herr Müller schon schreibt, macht es alle so. Erst dann wird die Stadt anfangen über Innenstadtparken nachzudenken.

08. | Michael Müller | 18.12.2012 | 09:24 Uhr
@Liebe Autofahrer

Ihr habt es in der Hand!! Meidet die teurer Parkplätze in der Innenstadt, fahrt zu den Einkaufszentren auf der grünen Wiese....alles dort fußläufig zu erreichen ohne Parkgebühren.

Und zweitens: Wenn in der Innenstadt geparkt werden muss zahlt ordnungsgemäß die paar Piepen Parkgebühren. Flensburg hat sicherlich Mehreinnahmen aus den Parkgebühren aber ein RIESENDEFIZIT aus nicht mehr generierten Knöllchengegühren, Personalkosten der Überwachungskräften usw...und wird die Autofahrer nahezu "anflehen" doch bitte wieder verkehrswidrig in der Stadt zu parken!! Dieses ist meiner Erinnerung nachvor einigen Jahren schon einmal an der Westküste in SH vorgekommen, Stadt/Ort nicht mehr bekannt und für die Haarspalter hier auch ohne Quellenangabe.

Alle 8 Kommentare ansehen
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Bäckereien in SH - Der leise Tod des Bäckerhandwerks

Ein Drittel der Backbetriebe im Kreisgebiet hat seit 2005 geschlossen. Der Verband rechnet mit dem mittelfristigen Aus.