zur Navigation springen
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Flensburger Tageblatt

21. Dezember 2014 | 09:27 Uhr

Bußgelderhöhung : Autofahrer fühlen sich abgezockt

vom

Das Bußgeld fürs Parken ohne Parkschein soll sich verdoppeln - nachdem die Stadt Flensburg schon die Parkgebühren in die Höhe geschraubt hat.

Flensburg | Zehn Euro Strafe statt bislang fünf bei einer Parkuhr, die nicht einmal eine halbe Stunde abgelaufen ist? Wolfgang Kurth-Christensen, am Parkstreifen an den Flensburger Süderhofenden mit den Plänen aus dem Bundesverkehrsminsterium konfrontiert, findet für die ab April drohenden Knöllchen-Tarife nur einen Ausdruck: "Abzocke!" In einem Fernsehbericht habe er gesehen, dass Politessen darauf getrimmt würden, möglichst viel Umsatz zu machen: "Die Stadt kann sich andere Ressourcen nehmen, um die Bürger zur Kasse zu bitten", findet er und gibt zu bedenken: Wenn ein Bürger in der Innenstadt ein Parkticket bekomme, werde er künftig vielleicht lieber in eines der Einkaufszentren am Stadtrand fahren.
Harald Stoltmann, der mit seiner Frau Ingrid an der Karlstraße parkt, findet: "Normalerweise ist eine Erhöhung ja richtig, aber man sollte nicht schon nach einer Überschreitung der erlaubten Parkzeit von fünf Minuten zahlen müssen." Außerdem könne man ja sowieso nichts gegen eine Erhöhung unternehmen. "Die Stadt muss ja auch Geld verdienen."

Anzeige
Anzeige

Überziehen ist teurer

Immerhin 1,7 bis zwei Millionen Euro nimmt die Stadt jedes Jahr mit ihrer Verkehrsüberwachnung ein, wobei ein Großteil des Geldes durch die Blitzer für zu schnelles Fahren und überfahrene rote Ampeln hereinkommt. Durch die neue Knöllchen-Verordnung des Bundesverkehrsministeriums darf auch Flensburg künftig auf höhere Erträge aus seinen zuletzt jährlich jeweils mehr als 48.000 Knöllchen hoffen. Unterstellt, dass das Gros der Knöllchen-Besitzer bislang mit fünf Euro davonkam, könnten sich Flensburgs Einnahmen aus der "Überwachung des ruhenden Verkehrs" von bislang geschätzten 250.000 bis 300.000 Euro auf mehr als 500.000 Euro fast verdoppeln.
Zumal Stadtsprecher Clemens Teschendorf auf manche Kuriosität der Verordnung aufmerksam macht: "Wer keine Parkscheibe oder keinen Parkschein hat, zahlt bislang ebenso fünf Euro wie jemand, der bis zu 30 Minuten überzogen hat." Dies würde künftig jeweils zehn Euro kosten. Damit komme er ganz ohne Parkschein günstiger davon als jemand, der eine bis zu einer Stunde überzogen hat (bislang 10 Euro, künftig 15). Teschendorf weist daraufhin, dass die Stadt komplett von der Bußgeldverordnung abhängig sei. Schon bei den noch geltenden Bußgeldern habe die Stadt durchaus Verhaltensänderungen unter Falschparkern und Rasern festgestellt. Mit höheren Bußgeldern könne sich dieser Trend fortsetzen.

Parkgebühren auf einen Euro pro Stunde hochgeschraubt

Allerdings hatte die Stadt die Parkgebühren für ihre eigenen Innenstadtflächen erst im vergangenen Jahr von 50 Cent auf einen Euro pro Stunde verdoppelt - und damit den Abstand und die Hemmschwelle, es auf ein Knöllchen ankommen zu lassen, zugleich bei den Autofahrern gesenkt.
Auch Hella Bollow, die am Montag auf Parkplatzsuche im Johannisviertel fündig wurde, findet die neuen Tarife happig. "Grundsätzlich ist nichts gegen eine Erhöhung einzuwenden, allerdings sollte diese stufenweise durchgeführt werden. Außerdem sollten Unterschiede gemacht werden, wo falsch beziehungsweise zu lang geparkt wird und ob das Parken tatsächlich eine größere Behinderung darstellt." Autofahrer Fabian Mittelstädt sprach am Parkplatz Karlstraße vielen Autofahrern aus der Seele: "Preiserhöhungen sind generell doof."

zur Startseite

von
erstellt am 19.Dez.2012 | 09:43 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Urteil zur Harniskaispitze : Richter lassen Flensburgs Flugboote abstürzen

Auch die 2. Instanz gibt der Stadt Flensburg Recht: Investor Tycoon muss das Gewerbegrundstück am Harniskai zurückgeben