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Flensburger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 13:35 Uhr

Ausnahmezustand im Hochsommer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Während viele Flensburger den Nachmittag an Hafen und Strand verbringen, muss die Galerie nach einer Bombendrohung drei Stunden schließen

Der anonyme Anruf ging kurz nach 14.30 in der Harrisleer Leitstelle ein - und die Polizeiführung wollte kein Risiko eingehen: „Hier geht gleich eine Bombe hoch“, hatte der Anrufer unmissverständlich gedroht. Gut zehn Minuten später war die Flensburg-Galerie leer – und rund 150 Beschäftige aus 70 Läden hatten ebenso geordnet den Weg ins Freie gefunden wie kurz zuvor ebenso viele Kunden. Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen war das innerstädtische Einkaufszentrum am Nachmittag offenbar weit weniger frequentiert gewesen als Hafenlokale, Außengastronomie und städtische Strände.

„Die Ansage kam gegen 14.40 Uhr“, berichtete Apotheker Joachim C. Schröder aus dem Südflügel der Galerie: „Es wurde nur mitgeteilt, wegen einer Betriebsstörung möchten die Kunden die Flensburg-Galerie verlassen.“ Binnen fünf Minuten sei alles geräumt gewesen – ohne jede Panik. Schröder muss es wissen: Als Inhaber der „Easy-Apotheke“ am Galerie-Ausgang Angelburger Straße sei er zuständig, im Notfall diesen Ausgang zu sichern, bis die Polizei vor Ort sei.

Doch auch Polizei und Feuerwehr waren binnen Minuten mit einem großen Aufgebot vor Ort. Und während die Beamten das Galerie-Innere mit seinen 70 Geschäften, Lagern, der gesamten Stadtbücherei sowie den Büros der Volkshochschule mit mehreren Sprengstoff-Spürhunden der Landespolizei durchsuchten, warteten die Belegschaften der größeren Geschäfte in Kleingruppen auf dem Südermarkt – die „Saturn“-Verkäufer mit ihren blauenKurzarmhemden im Schatten vor dem St-Nikolai-Gemeindehaus, die „Rewe“-Belegschaft im Sitzkreis in der Marktmitte, daneben die Apotheker in ihren grünen T-Shirts oder auch die Stadtbibliothekare.

Vor dem Galerie-Eingang warteten indessen nicht nur Schaulustige vor dem Polizei-Flatterband, Belegschaften und Kunden: Auch manch ein Autofahrer musste vor dem Eingang ausharren, bis nach fast exakt drei Stunden die Entwarnung für die Einkaufs-Mall eintraf, die zum Hamburger Mutterhaus Koprian IQ gehört und sich gerade für das zehnjährige Jubiläum im November mit Millioneninvestitionen herausputzt.

Nachdem die Polizei nach 180 Minuten Durchsuchung den Komplex wieder freigegeben hatte, durfte ein erleichterter Centermanager Andreas Klein (27) vor die Wartenden treten, die geduldige Kundschaft und Mitarbeiter loben und die geordnete Wiederbelebung des Eingangszentrums organisieren. Genau um 17.34 Uhr, fast exakt drei Stunden nach der Räumung verkündete er: „Der Polizeieinsatz ist beendet“. Zunächst durften die Beschäftigten mit gelben Kärtchen an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. 15 bis 20 Minuten später öffnete das Haus auch für Kunden und Tiefgaragennutzer wieder.

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erstellt am 15.Sep.2016 | 06:25 Uhr

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