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Flensburger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 05:40 Uhr

FCKW-Verbot : Aus für die Eissporthalle „Gletscher“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Umweltschutzgründe machen eine Schließung erforderlich / Hotel des Nordens will auf der Fläche seinen Wellnessbereich erweitern

Hiobsbotschaft aus Harrislee: Die Eissporthalle „Gletscher“, die im letzten Jahr ihren 30. Geburtstag feierte, muss schließen. Das erklärte gestern Thomas Baarsøe, Direktor des „Best Western Hotel des Nordens“ auf Anfrage des Flensburger Tageblatts. „Wir haben diese Attraktion immer gerne unseren Hotelgästen sowie den zahlreichen Besuchern und Schulklassen aus der Region angeboten“, sagte er. Doch die Schließung sei unvermeidlich.

Ein bitteres Ende. Das betrifft neben erwachsenen Kufenflitzern insbesondere die vielen Kinder und Jugendlichen, die dort zwischen November und März ihre Runden gedreht, Geburtstage gefeiert oder freitags die Disco besucht haben.

Die Eissporthalle besteht seit 1984 und ist seitdem ein beliebtes Ausflugsziel auch für Schlittschuhläufer weit über Harrislee hinaus. Walter Melnyk hat als Spielertrainer des Flensburg Harrisleer Eishockeyclubs (FHEC) die Anfänge miterlebt. „Die Gerüchte um eine bevorstehende Schließung sind nicht neu. Dass sie sich nun tatsächlich bewahrheiten, ist sehr schade.“ Die Eishockeyspieler sind vor einigen Jahren schon nach Vojens ausgewichen.

Die Schließung ist auf Grund neuer EU-Umweltgesetze für den Gebrauch von Kältemitteln im Kühlsystem der Eishalle zurückzuführen. Die Gesetzesänderung bedeutet, dass die Kälteanlage – also der Einsatz von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) – nicht wieder in Betrieb genommen werden darf. Es handelt sich dabei um langlebige Treibhausgase, die Ozon in der Stratosphäre zerstören. „Wir haben alle Optionen untersucht, mussten aber feststellen, dass es nicht möglich ist, mit der Anlage weiterzumachen“, erklärt Thomas Baarsøe. „Wir bedauern sehr, dass jetzt ein Teil des Hauses verloren geht!“ Die Wintermonate bis in den März hinein seien auch für das Hotel stets eine besondere Zeit gewesen, die man ebenso wie die vielen Nutzer der Halle vermissen werde.

Die Geschäftsführung habe alles versucht, um den Betrieb zu erhalten. „Bis zur letzten Minute haben wir gehofft, dass wir wie geplant am 1. November starten können“, ergänzt der Technische Leiter Heiko Schwitkowski. Vergeblich!

Das Hotel hat nach eigenen Angaben auch die Neuanschaffung einer Kälteanlage erwogen. Die aber habe würde sich auf Grund „der sehr hohen Anschaffungskosten“ nicht rentieren. Das Vier-Sterne-Hotel will laut Thomas Baarsøe in Kürze stattdessen seine Wellnesszone erweitern. „Wir wollen in diesen Bereich investieren, um den Gästen aus der Region weiterhin besondere Erlebnisse im Hotel zu ermöglichen.“

Unter Umständen jedoch ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Kai Dummann-Kopf, Bauleiter der Gemeinde Harrislee, formuliert vieldeutig, dass die langjährige Institution „auf der Wackelliste“ stehe. Das klingt nicht nach einem endgültigen Aus. „Wir müssen schauen, ob es Alternativen gibt“, sagte Dummann-Kopf denn auch auf Nachfrage. Tatsächlich will die Gemeinde kurzfristig in Gespräche mit dem Eigentümer des Areals, dem Fleggaard-Konzern, einsteigen. Es geht, wie sollte es anders sein, um die Bereitstellung finanzieller Mittel.


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erstellt am 25.Okt.2016 | 07:06 Uhr

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