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Schulprojekte in Flensburg : Aus der Wunschbox: Rock, Pop und Balladen im Hospiz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schüler der Fridtjof-Nansen-Schule planen ein Benefizkonzert für das Katharinen-Hospiz

„Welchen Einfluss hat Musik auf das Befinden sterbenskranker Menschen?“ Diese Frage untersuchen fünf Zwölftklässler der Fritjof-Nansen-Schule als Oberstufenprojekt. Die Schüler Luisa Kordt, Mirja Becker, Lisa-Marie Kallsen, Maximilian Jannsen und Domenic Weder verbindet teilweise bereits seit der siebten Klasse ihre Liebe zur Musik. Auch haben sie Spaß am sozialen Engagement und sind in Kirchengemeinden und Sportvereinen aktiv. In ihrem Projekt arbeiten sie zusammen mit dem Katharinen-Hospiz am Park.

Domenic durfte dort ein einwöchiges Praktikum absolvieren – eine völlig neue Erfahrung für den 18-Jährigen. Er lernte Menschen in den letzten Stunden ihres Lebens kennen, aber auch welche, deren gesundheitlicher Zustand sich wieder besserte. „Mir wurde gleich am Anfang gesagt, dass es vollkommen in Ordnung ist mitzufühlen, aber nicht mitzuleiden“, erzählt er. Der Umfang des Projekts geht aber weit über ihre Forschungsfrage hinaus. Die Idee, etwas mit Musik zu machen und möglicherweise ein Benefizkonzert zu geben, stand von Anfang an fest. Der Vorschlag, mit dem Hospiz zusammenzuarbeiten, kam von Luisa, deren Mutter vor zwei Jahren dort gestorben ist. Auf sie habe die Durchführung des Projekts auch eine therapeutische Wirkung, erklärt die 19-Jährige: „Ich fühle mich wohl da, es beruhigt mich. Mit dem Hospiz verbinde ich auch schöne Erinnerungen an meine Mutter.“ Im Rahmen des Projekts hat sich die Gruppe dazu entschieden, einen kleinen Film zu drehen, der später auf der Internetseite des Hospizes erscheinen soll.

Außerdem plant und probt sie seit Monaten, um am 25. März ein ganz besonderes Benefizkonzert geben zu können – zum 25. Geburtstag des Hospizes. Für die Schüler sei es eine Ehre, Teil dieses Programms zu sein, erzählen sie. Hospiz-Mitarbeiter und Patienten durften ihre Musikwünsche in eine Wunschbox werfen. So ist ein umfangreiches Musik-Programm entstanden, das Musik von John Lennon oder Phil Collins, aber auch aus den aktuellen Pop-Charts beinhaltet. In den Konzertpausen wird Kaffee und Kuchen verkauft. Der Erlös geht an das Hospiz, genauso die Spenden, die bei dem Konzert gesammelt werden. Die Schüler hoffen auf viele Besucher.

Nicht nur Patienten und Angehörige sind herzlich eingeladen, sondern auch Außenstehende. Es ist der kleinen Gruppe wichtig, dass Berührungsängste gegenüber dem Hospiz abgebaut werden. Das Hospiz sei viel mehr als ein Ort der Trauer. „Viele Menschen denken, dass jeder Patient im Hospiz stirbt, aber das stimmt nicht“, erzählt Maximilian. Lisa fügt hinzu, dass man die Patienten nicht nur als Sterbende sehen sollte, sondern als sterbenskranke Lebende, die sich über schöne Momente freuen. Sie sagt: „Jeder von uns ist ein Sterbender, denn jeder stirbt irgendwann.“


Das zweistündige Benefizkonzert findet am 25. März um 14 Uhr im Katharinen-Hospiz am Park im großen Saal statt.



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erstellt am 16.Mär.2017 | 06:00 Uhr

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