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Flensburger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 15:28 Uhr

Offiziersausbildung in Flensburg : Aus den Bergen an die Ostsee

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Julian Bergmann aus Bayern ist seit Juli 2015 bei der Marine und bildet derzeit die neuen Offizieranwärter an der Marineschule Mürwik aus

Seit 1910 werden in der traditionsreichen Marineschule Mürwik junge Menschen zu Offizieren ausgebildet. Zum 1. Juli jeden Jahres treten die Frauen und Männer dort ihren Dienst an. Oft wissen sie wenig von der Bundeswehr. Aber wer bildet die Offizieranwärter aus? Es sind zum Teil jene Soldaten im Dienstgrad Seekadett, die noch ein Jahr zuvor selbst frisch angekommene Matrosen waren. Für sie heißt es dann, das bisher Gelernte in die Tat umzusetzen. Das Flensburger Tageblatt stellt im Vorwege der Vereidigung sechs Seekadetten in einer kleinen Reihe vor.Zum Auftakt: Julian Bergmann.

Julian Bergmann kommt aus Schwabach bei Nürnberg. Eine große Entfernung von fast 800 Kilometern, die er für diesen Beruf gerne in Kauf nimmt. Der 20-Jährige wollte etwas Sinnvolles tun und aktiv etwas bewirken – eine ideale Voraussetzung für die Bundeswehr. Der sportliche und ruhige Mann spielt in seiner Freizeit gerne Volleyball oder geht Schwimmen, macht aber auch mit Gitarre und Klavier Musik. An die Seefahrt hat er sich mittlerweile gewöhnt, doch zieht es ihn eher aufs Land.

Aller Anfang ist schwer. Das musste auch Julian feststellen. Seine Entscheidung für die Truppe stieß zu Hause in Franken nicht nur auf positive Resonanz. „Viele meiner Abiturfreunde wollten nichts mehr mit mir zu tun haben“, erzählt er – nur die wahren Freunde seien geblieben. Zum Glück konnte er sich auf den Halt seiner Familie verlassen, obwohl sie dem Ganzen anfangs skeptisch gegenüberstand. Auch die erste Zeit im Dienst, gerade die Umstellung vom Zivilisten zum Soldaten, war zunächst schwierig. Doch entwickelte er sich weiter und reifte zu einem der besten Lehrgangsteilnehmer seines Jahrgangs heran.

In seiner bisher kurzen Zeit in Uniform erlebte er schon einiges. Während eines Flottenpraktikums, das zu einem Einsatz wurde, half Julian bei der Rettung von über 1000 Flüchtlingen im Mittelmeer. Er empfindet die Einsätze der Bundeswehr als sehr wichtig, jedoch ist es seiner Meinung nach immer nötig, möglichst gut informiert zu sein, damit richtig gehandelt werden kann.

Prägend sind für ihn die Momente, in denen es unbequem war. So gab es während der Grundausbildung immer wieder Abschnitte, in denen der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe gestärkt wurde. Die Soldaten standen verschiedensten Belastungen gegenüber, die sie zusammen bewältigen mussten. Durch diese Aufgaben spürte er immer wieder, dass er niemals allein sein würde. Dieses Gefühl sollen auch die Soldaten spüren, die er zurzeit an der MSM mit ausbildet. Zusammen sollen sie die erste Hürde der Offizierslaufbahn meistern.

Eingeteilt als ein Sport-Seekadett ist er für die Fitness der Matrosinnen und Matrosen mitverantwortlich. Diese wird mit regulärem, aber auch militärischem Sport aufgebaut. Julian ist immer an der Seite, zeigt, wie es richtig geht und beobachtet das Verhalten der Gruppe. Entscheidend ist nicht die Zeit, sondern die Art, wie die Gruppe als Team fungiert.



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erstellt am 27.Jul.2016 | 18:02 Uhr

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