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Flensburger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 07:04 Uhr

Bauarbeiten stagnieren : Aufwendige Jagd auf Keime im Wasser

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit Wochen kommt die Erneuerung der Tilsiter Straße nicht weiter / Neue Wasserleitung muss überprüft werden

Eine glatte Asphaltdecke kann sich der Autofahrer in der Tilsiter Straße nur wünschen. Der kleine Bogen zwischen den Stadtteilen Fruerlund und Mürwik hat die Qualität einer schwedischen Schotterpiste, ist bis in den Untergrund durchgewühlt. Seit Wochen hält dieser Zustand an. Gründe sind der Neubau einer Trinkwasserleitung und der aufwendige Schutz vor Keimen, der die Tiefbauer in die Warteschleife schickt.

Stadtwerke-Pressesprecher Peer Holdensen stellt mit Nachdruck klar: „Es gibt keinerlei Keimbelastung in der Tilsiter Straße.“ Er verweist allerdings darauf, dass die Sicherheit der Versorgung mit dem Lebensmittel Trinkwasser die Stadtwerke vor hohe und auch zeitaufwendige Anforderungen stelle.

Der Zustand der Trinkwasserleitung war so, dass die Stadtwerke auf die sich abzeichnenden Reparaturen verzichteten und sich gleich für einen Neubau entschieden. Dieser wurde so terminiert, dass er parallel zu weiteren Arbeiten im Leitungsnetz verlief und sich dann an die Wiederherstellung der erneuerungsbedürftigen Straßendecke anschließen soll.

Nun ist die Tilsiter Straße nur wenige hundert Meter lang, aber seit Monaten ist kein Fortschritt zu erkennen. Schuld daran ist der mit biologischer Gründlichkeit vollzogene Rohrputz in der neuen Leitung. Holdensen: Es sei nicht auszuschließen, dass beim Leitungsbau Dreck in die neuen Rohre gerate. Deswegen werde die Leitung nach Fertigstellung intensiv gespült. Nächster Schritt: Vom Wasser lassen die Stadtwerke Proben ziehen. Die gehen in ein Kieler Labor, das sie auf Verunreinigungen untersuche. Bis sich mögliche Keime im Wasser zeigten, müsse etwa eine Woche abgewartet werden.

In dieser Zeit blieb die Versorgung durch die alte Leitung komplett erhalten, weil hier hygienische Sicherheit besteht. Vom Wasser der neuen Leitung werden mehrere Proben gezogen und untersucht. In dieser Phase kommen die Bauarbeiten nicht weiter.

Inzwischen ist das Thema jedoch für die Stadtwerke abgeschlossen. Das Labor hat die Freigabe für die neue Leitung erteilt. Erst danach dürfen die Haushalte beliefert werden. Peer Holdensen: „Die neue Leitung ist schon in Betrieb.“ Die veranschlagten weiteren 14 Tage brauchen nicht ausgereizt zu werden.

Von der Förderung aus den Brunnen bis zum Transport an die Haushalte gehörten regelmäßige Kontrollen zum äußerst sorgfältigen Umgang mit dem Lebensmittel Trinkwasser, der im Unternehmen als höchst sensibel eingestuft werde. So rückt der Einsatz der Straßenbauer näher, die die Tilsiter Straße von einer Schotterpiste in eine Fahrbahn verwandeln sollen. Allerdings ist dafür von der Stadt noch die Zeit bis Ende November verplant. 

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erstellt am 04.Okt.2016 | 08:28 Uhr

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