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Flensburger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 18:49 Uhr

Auf treibender Brücke zum Weltrekord

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stand-Up-Paddler verbinden die Fördeseiten – und Delfinschützer Ric O’Barry kommt heil hinüber / Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde?

Spektakulärer Weltrekordversuch in Flensburg: Stand-Up-Paddler, die zum größten Teil aus der Region, aber auch von weither wie etwa Berlin gekommen sind, wollen auf der „Sail“ mit ihren Boards eine schwimmende Brücke über die Förde bauen. „Ein Flashmob, der Menschen verbinden soll“, sagt Initiator Christoph Mantz.

Rund 220 Meter will der eigens angereiste Delfinschützer Ric O’Barry, der auch im dänischen Ribe ein Domizil hat, trockenen Fußes von einer Seite zur anderen zurücklegen, gefolgt vom Kappelner Walexperten Andreas Pfander, der für die Schweinswale über die Förde balancieren will. Längsseits nebeneinander gelegt werden dazu über 200 Boards gebraucht. Angekündigter Start: 15 Uhr.

Als um 14.40 Uhr nur ein paar vereinzelte Aufrichtige in gemächlichem Tempo Richtung Fördespitze einfahren, machen sich am Steg erste Zweifel breit. Die Paddler sind aus Wassersleben stehend zu ihrem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde aufgebrochen – bei Wind aus Südwest eine sportliche Meisterleistung. „Das geht ganz schön in die Beine“, bestätigt Norbert Fischer, einer der rekordverdächtigen Brückenbauer. Punkt 15 Uhr haben sich DLRG-Boote und Medienvertreter in Position gebracht, und zumindest die Gruppe neugieriger Zuschauer bringt es inzwischen locker auf über 200.

Der Startschuss fällt, die Regie startet: „Ihr müsst den Schwerpunkt nach hinten legen.“ „Hier fehlen noch zwei Boards!“. Zehn nach drei stehen – oder besser treiben – die ersten Meter Brücke über die Förde. „It’s all for you“, sagt einer der Umstehenden zu O’Barry. Es könnte klappen, aber noch immer sind zu wenig Paddler vor Ort. Der Wind treibt die halbe Wackelbrücke Richtung Fördespitze, die einzelnen Boards verbunden über Brückenstreben aus Paddeln. Viertel nach drei steht fest: Es reicht nicht. Aber aufgeben? „Wenn die ersten sich hinten wieder einfädeln – kriegen wir das koordiniert?“ Einen Versuch ist es wert. „Ready?“ „Yeah“. Noch ein hochgereckter Daumen in die Handykamera eines kleinen Mädchens und O’Barry macht sich startklar für seine Überquerung. Paddlerköpfe und schnell gereichte Hände sind sein Geländer. „Sich gegenseitig die Hand zu reichen, schafft Stabilität und Sicherheit“, so der Aufruf zum Rekord. Die ersten Bretter sind geschafft. „Das ist unglaublich schwierig. Ich kann da mitreden“, kommentiert Pfander. Er selbst ist nach wenigen Metern ins Wasser gefallen und steht nun triefend am Steg.

Etwa auf der Hälfte der wackeligen Brücke kniet sich sein Mitstreiter auf eines der Boards. Die ersten Paddler lösen die Verbindungsstreben. Die „Viking“ hat sich längsseits gelegt, gibt Windschutz und für die Fahrgäste den Blick frei auf eine Brücke, die sich an der einen Seite auflöst und an der anderen dem gegenüberliegenden Ufer entgegenwächst.

Ric O’Barry startet, einer „Dancing Queen“ gleich, seinen wackeligen Endspurt und kommt – nicht ganz trockenen Fußes, aber ohne Schwimmeinlage – über das Hafenbecken. Er braucht für den waghalsigen Balance-Akt 20 Minuten. Am Ende sind es 160 Meter, die er zurückgelegt hat. 133 Akteure sind neben den beiden Protagonisten beteiligt. Und Ric O’Barry hat für seinen gescheiterten Kollegen Pfander einen guten Tipp parat, falls der es noch einmal versuchen wolle. „Immer exakt in der Mitte halten.“ Er selbst sei sehr froh, dass es geklappt hat. „Hat viel Spaß gemacht“, sagt er mit seinem amerikanischen Akzent. „Und es hat einer guten Sache gedient.“

Alle Akteure sind sehr gespannt, ob es nun klappt mit einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Zeugen gibt es reichlich, Filmmaterial ist vorhanden. „Wir werden uns beeilen, alles rechtzeitig einzureichen“, versichert Christoph Mantz. Das muss er auch. In zwei Wochen ist Drucktermin für das aktuelle Exemplar.

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erstellt am 11.Jul.2016 | 08:35 Uhr

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