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Flensburger Tageblatt

01. Oktober 2016 | 08:58 Uhr

Auf dem Höhenweg in die Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburgs erste Stadtwerkstatt stößt auf reges Interesse und produziert eine Vielzahl von Ideen

Rund 120 Flensburger waren gestern Nachmittag bei hochsommerlichen Temperaturen in die Bürgerhalle gekommen, um an der Stadt der Zukunft mitzudenken. Es soll die zentrale Auftaktveranstaltung einer Stadtentwicklungsplanung für die kommenden zehn bis 15 Jahre sein – und viereinhalb Stunden sollten Ideen unter der Beteiligung der Flensburger gesammelt werden. Sitzbänke mit Rückenlehnen im öffentlichen Raum, kostenlose Stadtbusse, ein Stadthöhenweg oder das Eckener-Haus als Ort in der Stadt für Europa-Uni und Hochschule Flensburg sind nur einige der bunt gemischten Vorschläge, die in den kommenden Wochen und Monaten ausgewertet werden sollen. Sie alle sollen bis zum ersten Halbjahr 2017 in die Stadtentwicklungsplanung einfließen.

„Wir glauben, dass die Stadt in den nächsten Jahren um 5000 bis 6000 auf langfristig mehr als 100  000 Einwohner anwachsen wird“, erklärte Chefplaner Peter Schroeders. Angesichts eines schwierigen städtischen Haushalts müssten zukünftig Prioritäten gesetzt und jene Felder identifiziert werden, auf denen sich die Stadt auf dem Weg in die Zukunft engagieren soll. Margit Bonacker von der Hamburger Beratungsfirma Konsalt GmbH erklärte, bei dieser Bürgerbeteiligung werde erstmals ein offenes Konzept mit Workshops erprobt, bei dem die Bürger zwischen 15 und 19.30 Uhr nicht durchgängig dabei sein mussten, sondern auch in mehreren Etappen ihre Ideen einbringen konnten.

Planer Schroeders selbst nannte auch konkrete Beispiele. „Mit der Umgestaltung des Südermarkts könnten wir die Identifikation der Flensburger stärken, den Tourismus und die Aufenthaltsqualität für die Bürger.“ Auch ein klimaneutrales Pilotprojekt Wohnen könne er sich vorstellen. Thomas Russ, Fachbereich Soziales und Gesundheit, stellt sich vor, dass der öffentliche Raum mit Kinderspielplätzen, Schulen oder Grünflächen für alle Einwohner zur Verfügung stehen müsse.

Axel Kohrt, Vorsitzender des Planungsausschusses, erinnerte daran, dass die Stadt bis 2030 rund 8000 neue Wohnungen brauche. Allein werde die Stadt das nicht schaffen.

Ex-IHK-Präsident Walter Braasch hatte gleich sehr konkrete und gar nicht so visionäre Verbesserungswünsche mitgebracht: „Die Stadt sollte wieder Ordnung auf dem Südermarkt schaffen“, vor allem auf der Plattform, der Treppe und den Toiletten vor der Nikolaikirche. Warum das Ordnungsamt hier nichts unternehme, obwohl die Lage rund um die Toiletten immer schlimmer werde? „Das ist politisch nicht gewollt“, glaubt er erfahren zu haben. Nicht besser fällt sein Urteil mit Blick auf das unmittelbare Rathausumfeld aus: keine schöne Visitenkarte mit abgebrannten Mülleimern. Da sei auch kein würdiges Willkommen für die Flüchtlinge möglich.

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erstellt am 15.Sep.2016 | 12:48 Uhr

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