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Flensburger Tageblatt

02. Juli 2016 | 04:09 Uhr

Lernen durch Lehren : An der AVS helfen Jugendliche ihren Mitschülern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit den Sommerferien bietet das Flensburger Gymnasium ein besonderes Konzept zur Ganztagsbetreuung an. Das Angebot kostet zehn Euro pro Halbjahr.

Flensburg | Wenn es mal in der Schule nicht wie gewünscht klappt und die guten Noten von Klausur zu Klausur ausbleiben, ist Nachhilfe oft der letzte Ausweg, damit sich der Erfolg wieder einstellt. Dass hierfür aber nicht unbedingt professionelle Nachhilfe-Institute aufgesucht werden müssen, sondern, dass solche Unterstützung auch in der Schule geboten werden kann, beweist die Auguste-Viktoria-Schule in Flensburg.

„Unter dem Motto „Lernen durch Lehren“ bieten wir seit den Sommerferien ein in Flensburg einzigartiges Konzept zur Ganztagsbetreuung an unserer Schule an, das sowohl Hausaufgabenhilfe als auch fächerspezifische Nachhilfe mit einbezieht“, erzählt Schulleiter Markus Eckert. Schüler aller Altersstufen haben damit die Möglichkeit, sich Hilfe bei zum Beispiel Hausaufgaben, vor Klausuren oder für Problemfächer zu holen. Das Besondere ist, dass diese Hilfe nicht etwa von Lehrern kommt, sondern von den eigenen Mitschülern. „Das Konzept umfasst sogenannte Schülertrainer, die sich bereit erklärt haben, anderen Schülern bei schulischen Problemen unter die Arme zu greifen. Zurzeit haben wir 23 dieser Schülertrainer in Beschäftigung, die allesamt Schüler der AVS sind“, berichtet Sonja Beyer, die die Betreuung der Schülertrainer leitet.

An verschiedenen Nachmittagen in der Woche von Montag bis Donnerstag, haben Schüler aller Altersstufen die Möglichkeit, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. „Die Finanzierung einer solchen Inanspruchnahme beläuft sich auf zehn Euro pro Halbjahr. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, einer einmaligen Betreuung. Dafür fällt ein sogenannter symbolischer Euro an“, sagt Sonja Beyer. Aufgrund dessen, dass jeder Schülertrainer pro unterrichteter Stunde aber zehn Euro an Lohn erhält, können die laufenden Kosten mit Vorabzahlung der Eltern und dem „symbolischen“ Euro für eine einmalige Inanspruchnahme nicht gedeckt werden. „Hier hilft uns die Stadt, die uns mit finanziellen Mitteln zur Aufrechterhaltung des Ganztagsbetriebes an unserer Schule unterstützt“, so Schulleiter Markus Eckert, der von der positiven Resonanz der Schülerschaft über das Projekt überrascht ist: „Das hätte ich so nicht erwartet.“

Neben den Hilfesuchenden, die durch die Nachhilfe ihre schulischen Probleme wieder in den Griff bekommen können, profitieren auch die Schülertrainer von dem modernen Konzept – das findet zumindest Alena Matern, eine der Trainerinnen. „Die Atmosphäre bei uns ist sehr entspannt. Es wird niemand gezwungen, sich helfen zu lassen. Aber, wenn Hilfe benötigt wird, dann sind wir natürlich da, helfen wo wir können und lernen selbst hin und wieder auch etwas neues oder bereits vergessenes,“ sagt Alena.

Auch Jakob Lutz, der gerade auf dem Weg zum Abitur ist, ist Schülertrainer und kann sich keine bessere Möglichkeit zum Informationsaustausch unter Schülern vorstellen. „Es geht ja nicht nur darum, dass wir den Schülern, die zu uns kommen, etwas beibringen. Wir können auch selbst immer wieder etwas aus den Stunden mitnehmen. Außerdem schließen wir oft Bekanntschaften mit anderen, teils auch sehr jungen, Schülern, die sehr wertvoll für uns sind“, findet Jakob.

Einer dieser jungen Schüler ist Torben Schilling, der die Hilfe der Schülertrainer seit zwei Monaten in Anspruch nimmt und schon jetzt erste Erfolge, zum Beispiel in Spanisch erzielen konnte. „Die Hilfe ist wirklich gut und hat mich auch schon weitergebracht“, sagt Tom.

Aufgrund des Erfolges des Konzepts, sind die Planungen für eine Fortsetzung schon in vollem Gange. „Dann vielleicht sogar mit weiteren Schülertrainern und Trainerinnen “, so Sonja Beyer.

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erstellt am 08.Jan.2016 | 18:50 Uhr

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