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Flensburger Tageblatt

24. März 2017 | 09:08 Uhr

Steinbergkirche : Alte Bibel erstrahlt in neuem Glanz

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Chronikverein Quern-Neukirchen lässt zwei Bücher aus dem 18. Jahrhundert restaurieren.

Steinbergkirche | Vor einem Jahr hatte Archivpfleger Mathias Norden bei der Jahresversammlung Vereins Kirchspielchronik Quern-Neukirchen zwei „sehr alte Bücher“ vorgestellt, die er im Fundus entdeckt hatte. Für ihn und die Chronisten stand sofort fest, dass die Bücher restauriert werden müssen. Das, so war schon damals klar, wird sehr aufwändig und kostet viel Geld. Dennoch schlossen sich die Mitglieder der Auffassung von Norden an, dass dies notwendig sei und sich allemal lohne.

Der Auftrag wurde erteilt und bei der jüngsten Jahresversammlung lagen nun die restaurierten Bücher vor. Mit viel „Mühe und Herzblut“, so das Lob des Archivpflegers, sei Restauratorin Susanne Lorenz aus Leipzig ans Werk gegangen. Es stellte sich heraus, dass es sich bei der großformatigen und 18 Kilogramm schweren Bibel nicht um eine in Nürnberg gedruckte „Dilherr“ aus der Zeit um 1750 handelt, sondern um eine Weimarer Ernestinische Bibel von 1736. Mathias Norden berichtete von der Restaurierung. Das heruntergekommene und an vielen Stellen zerfaserte Buch sei in Leipzig wieder nutzbar gemacht worden. Es werde nun in einer Vitrine i aufbewahrt und könne auch in die Hand genommen werden – allerdings nur mit Handschuhen.

In Leipzig restauriert wurde auch das zweite alte Buch des Kirchspielchronikvereins: das jütische Low-Buch von 1717. Für diese ausführliche Gesetzesordnung von 1241 zeichnet König Waldemar II von Dänemark verantwortlich. Auch dieses Werk erhält nach seiner Restaurierung einen Ehrenplatz im Vereins-Archiv im Querner Gemeindehaus, das jeden ersten Dienstag im Monat von 17 bis 19 Uhr für Besucher geöffnet ist.

Zu Beginn der Jahresversammlung, bei der Dr. Thorsten Lemm vom Landesmuseum Schloss Gottorf über wikingerzeitliche Gräber auf dem Scheersberg informierte, unterstrich der Leiter des Jugendhofs, Karsten Biermann, seine Verbundenheit mit dem des 80 Mitglieder zählenden und seit 25 Jahren bestehenden Chronikverein. Geschichte bewahren könne nur der, der verstehe, was war und was ist. So sah es auch Clemens Teschendorf, der stellvertretende Bürgermeister von Steinbergkirche. Er sei tief beeindruckt von dem, was im Verein geleistet werde.

Die Vorsitzende des Chronikvereins, Renate Nissen, sprach davon, dass alle Vorstandsmitglieder ihre Aufgaben mit Freude und Kompetenz ausgeführt haben. Der Verein lebe vom Engagement seiner Mitglieder, ihren Talenten und Gaben. Dazu gehöre die Digitalisierung ebenso wie die Aktualisierung und das Sortieren des Archivguts. Die 2015 eingerichtete Internetseite wird oft aufgerufen: „2016 hatten wir 4155 Besucher.“

Aktuell werde an einem Buch mit dem Titel „Geschichten aus dem Dorf“ gearbeitet. Im Archiv gebe es weitere wertvolle Bücher und Dokumente zu entdecken. Sie seien, so die Vorsitzende, eine Bereicherung.



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