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Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 05:03 Uhr

Abriss: VfB Nordmark ist Vergangenheit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadt seit Juli Eigentümerin des Bahngeländes am Mühlendamm / Eisenbahnerverein nach 95 Jahren in der Liquidation

Ist schon klar. Seit längerem. Dass es für den Flensburger Traditionsverein VfB Nordmark Flensburg keine Zukunft geben würde, wurde nach einer Planungsausschussitzung im August 2012 schnell zur Gewissheit. Damals entdeckte die Stadt das Bahnhofsumfeld als Planungsgebiet für neue Wohnbebauung. Und als Flensburgs Planungschef Peter Schroeders damals meinte, man könne sich dort eine andere Nutzung als einen Sportplatz vorstellen, war der Drops eigentlich schon gelutscht. Die zeitgleich mitgelieferte Zusicherung, die Stadt werde sicher nichts mit der Brechstange machen, darf als überholt gelten. Seit Juli ist die Stadt Eigentümerin des Areals und seit letzter Woche machen Bagger die Bauten des ehemaligen Eisenbahner-Vereins platt.

Christoph Meißner war 2013 zum VfB Nordmark gekommen. Der ehemalige Flensburger CDU-Ratsherr wollte dem in Not geratenen Verein in seiner schwierigen Situation durch seine Kontakte und seine lange kommunalpolitische Erfahrung helfen – aber auch Meißner konnte nicht verhindern, dass der Eisenbahner-Verein aufs Abstellgleis geschoben wurde. Jetzt ist er zum VfB-Liquidator des VfB avanciert. „Es hat sich einfach kein anderer gefunden, der das machen wollte.“

Der Verein war nicht zuletzt wegen des am Ende grassierenden Mitgliederschwunds zahlungsunfähig geworden. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens war aber mangels Masse abgelehnt worden. Meißner verkaufte vom Vereinsinventar, was ging,; die paar hundert Euro, werden aber nicht mal reichen, die Restschuld von bummelig 1500 Euro zu begleichen. Nach wie vor ist Christoph Meißner der festen Überzeugung, man hätte dem VfB eine faire Chance geben müssen. „Bis vor kurzem haben wir im Rat noch als strategisches Ziel verfolgt, Kindern in der Stadt Bewegungsspielräume anzubieten. Die VfB-Anlage hätte hier – auch in kleinerer Ausdehnung – ein ideales Angebot sein können. Traurig, dass es so weit gekommen ist!“

In dieser Woche sollen die   Abbrucharbeiten beendet sein. Die Stadt war im Juli mit der Eigentümerin, der Deutschen Bahn, über den Ankauf der gut 36  000 Quadratmeter großen Fläche einig geworden. Danach musste es schnell gehen. Nicht zuletzt um zu verhindern, dass die Gebäude besetzt werden, wie einer der Abbrucharbeiter glaubt.

Im Rathaus blickt man jetzt nach vorn. Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf erklärt, dass im nächsten Schritt Altlast-Verdachtsflächen erkundet werden sollen, von denen es im Bahngelände einige gebe. Erst dann könne das Gebiet überplant und schließlich vermarktet werden. Einen konkreten Zeitplan gebe es wegen der Altlast-Unwägbarkeiten nicht.

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erstellt am 12.Sep.2016 | 17:10 Uhr

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