zur Navigation springen

Schultheater in Flensburg : Abiturientinnen spielen gegen Unterdrückung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Inszenierung von Lorcas “Bernarda Albas Haus“ in der Theaterschule

Wie bricht die junge Adela aus einer Gesellschaft aus, die dominiert ist von altertümlichen Moralvorstellungen? Wird es ihr gelingen, gegen ihre erzkatholische Mutter zu rebellieren?

Mit dieser Thematik haben sich die 16 Schülerinnen der 13k der Kurt-Tucholsky-Schule fast ein Jahr lang beschäftigt. Die Rede ist vom Theaterstück „Bernarda Albas Haus“ von Frederico Garcia Lorca, das die Schülerinnen am Samstag und Sonntag nach langen Probetagen auf die Bühne der Theaterschule Flensburg bringen werden.

Das Geschehen spielt im Spanien der 1930er Jahre: Eine verbitterte Witwe verdammt ihre fünf Töchter dazu, acht Jahre lang um ihren Vater zu trauern. Das bedeutet für die Töchter: keinen Kontakt zur Außenwelt, erst Recht nicht zu den Männern. Nur der ältesten Tochter Angustias ist es erlaubt, den attraktiven Pepe zu heiraten. Doch zugleich verliebt sich auch die jüngste Tochter Adela in Pepe und rebelliert gegen die strenge Mutter. Wird sie aus dem strengen System der Unterdrückung ausbrechen können?

Für die 16 Mädchen des ästhetischen Profils der Schule ist das vorrangige Ziel am Wochenende, diesen gesellschaftlichen Konflikt mit den Mitteln des Schauspiels auf die Bühne zu bringen. Dabei sehen sie das Stück nicht nur als Kritik am Frauenbild, sondern auch als eine allgemeine Kritik an der damaligen Gesellschaft.

Um dem ernsten Tenor des Theaterstücks gerecht zu werden, setzen die Schüler auf abstrakte Darstellung mit bewusst wenig Komik. „Sie haben eigene Ideen eingeführt und gemeinsam ein Konzept erarbeitet“, schildert die Klassenlehrerin Christiane Keuth, beeindruckt vom großen Einsatz der Schülerinnen. Vor allem habe das Arbeiten am Stück die Klasse näher zusammengerückt. „Wir müssen miteinander spielen und auf einen gemeinsamen Nenner kommen, das ist bei so vielen Mädchen nicht immer einfach“, sagen die beiden Schülerinnen Pia Erichsen (20) und Ronja Gehl (18). Jetzt geht es in die heiße Phase: Proben, bis jeder Satz sitzt. Christiane Keuth blickt mit Zuversicht auf die Premiere am Sonnabend. Sie habe eine „spielfreudige Truppe“.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Mär.2017 | 10:50 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen