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Flensburger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 10:53 Uhr

Flensburger Stadtgeschichte : 17 Denkmäler warten auf neugierige Besucher

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag können Räume im Kaufmannshaus Große Straße 77 besichtigt werden

Es ist der Tag für Neugierige. Wer gern einmal in Häuser geht, die man sonst nicht von innen zu sehen bekommt, sollte sich am Sonntag ein paar Stunden frei halten. Das Kaufmannshaus Große Straße 77 ist so eines. Jeder Flensburger kennt es, weil es mit seiner prächtigen Backsteinfassade auffällt. Am Tag des offenen Denkmals kann man um 10, 11 und 12 Uhr an einer Führung teilnehmen, und die Räume sind auch nur mit Führung zu besichtigen. Die 11 Uhr-Führung ist auf Dänisch.

In den vergangenen Jahren sind insgesamt vier Räume im ersten Obergeschoss aufwendig restauriert worden. Die Wände sind mit Schablonierungen bemalt worden, waren jedoch komplett überdeckt. Der Restaurator Marek Filipiak hat die Wände untersucht und festgestellt, dass die Originalbemalung noch erhalten war und wieder hergestellt werden konnte. Der Tischler Schäfer hat einen Teil der Holzvertäfelung nachgebaut und vor allem den Fußboden im Festraum aufwendig restauriert und ergänzt.

Stadt, Land und die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz haben mit Zuschüssen geholfen. Doch so etwas geht nie ohne das Engagement der Eigentümer, betont der städtische Denkmalpfleger Eiko Wenzel. Das ist in diesem Fall Hella Schlegelberger, die selbst von 1942 bis zu ihrer Hochzeit 1952 hier gewohnt hat – wenn auch eine Etage höher.

Auch die Eingangshalle unten – auch Vestibül genannt – wurde wieder hergestellt und ist jetzt ein echter Hingucker. „Das war alles weiß übergetüncht“, erinnert sich Wenzels Kollege Henrik Gram, der die dänische Führung leiten wird. Mittels einer filigranen Lichtleiste wird das Vestibül jetzt effektvoll illuminiert.

Die Frage ist: Was macht man mit solchen Räumen? „Es ist schwer, eine adäquate Nutzung zu finden“, findet Eiko Wenzel. „Das ist nichts für eine Familie mit Kindern“, sagt Hella Schlegelberger. Sie könne sich gut das Flensburger Standesamt hier vorstellen oder eine Art Konsulat der baltischen Staaten. Außerdem träumt sie nach wie vor von einer Treppe vom Nordergraben hinunter zum Nordermarkt, vorbei am Haus Große Straße 77.

Erstmals bei einem Tag des offenen Denkmals ist das Haus Oluf-Samson-Gang 14 zu besichtigen. Es ist in den letzten Monaten restauriert worden, am Sonntag um 11 Uhr ist eine Führung mit Michael Krebs. Er zeigt interessierten Besuchern an diesem Tag das noch junge Rum-Museum bei Braasch an der Roten Straße.

Freunde des Salondampfers Alexandra haben noch einmal die Möglichkeit, den alten Kessel in Augenschein zu nehmen. Wie berichtet, wird er mit hohem technischen und finanziellen Aufwand nach 108 Jahren Betrieb gegen einen neuen ausgetauscht. Dafür muss die alte Dame dann demnächst küstennah nach Kiel schippern und dann durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Brunsbüttel fahren, bevor das Abenteuer Nordsee beginnt. Auf der Husumer Werft wird der Kessel ausgetauscht. Der alte Kessel werde anschließend auf dem Hof des Schifffahrtsmuseums ausgestellt.

Weiterhin sind unter anderem die Marineschule mit mehreren Führungen, der Burghof, St. Marien und St. Nikolai und der Museumsberg zu besichtigen.

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erstellt am 10.Sep.2016 | 08:00 Uhr

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