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Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 15:16 Uhr

Nord-Ostsee-Sparkasse : 140.000 Nospa-Kunden zahlen beim Girokonto drauf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine Erhöhung um monatlich zwei Euro soll mehr als 3,3 Millionen Euro in die Kasse spülen.

Rund 140.000 Nospa-Kunden bekommen dieser Tage Post von ihrer Sparkasse. Dabei ist die zentrale Botschaft wenig erfreulich: Ganz gleich, ob „Komfort-Giro“ (bislang 7,50 Euro), „Online-Giro“ (bisher 4,90 Euro) oder „Multi-Giro“ (derzeit 3,50 Euro plus Einzelposten) – bei der Nord-Ostsee-Sparkasse werden alle privaten Girokonten im Herbst um zwei Euro pro Monat teurer: „Zum 1. Oktober werden wir die Grundpreise unserer Girokonten an die Marktentwicklung anpassen“, heißt es dazu in dem Schreiben, das vielleicht noch in dem einen oder anderen Briefkasten liegt.

Für Nospa-Chef Thomas Menke ist es nicht nur die erste Erhöhung seiner gut dreijährigen Amtszeit. Es sei sogar die erste Preiserhöhung in diesem Bereich seit 2008, so Menke in einer Pressemitteilung. Sein Haus passe sich damit dem Niveau der Wettbewerber an. Richtig ist nach sh:z-Recherchen, dass die Nospa bislang unter den regionalen Sparkassen und Genossenschaftsbanken bei der Girokontoführung noch zu den günstigeren Instituten zählt – und selbst nach der deutlichen Preiserhöhung um zwei Euro pro Kunde und Monat immer noch besser dasteht als viele Wettbewerber in der Region.

Menke macht die extrem expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank für den zunehmenden Kostendruck verantwortlich, außerdem eine wachsende Regulierung mit weiter steigenden Anforderungen an das Eigenkapital: „Um all dem gerecht werden zu können, ist es notwendig, dass wir unsere Ertragslage wie auch die Kosten weiter optimieren“, sagt der Nospa-Chef.

Allerdings gibt es bei den in Flensburg mit eigenen Filialen aktiven Wettbewerbern auch Institute die teilweise oder komplett kostenfreie Girokonten im Programm haben – zum Beispiel Hypovereinsbank, Postbank, Commerzbank, Sparda-Bank Hamburg, BB-Bank oder Targo-Bank (wobei aufgrund teilweise spezieller Bedingungen und Tarife der Vergleich nicht immer leicht möglich ist).

Lediglich junge Leute unter 25 Jahren kommen bei der Nospa in den Genuss eines kostenlosen Girokontos. Das bedeutet im Umkehrschluss, auch die meisten der mehr als 2500 Flüchtlinge unter den Nospa-Kunden werden den aktuellen Preissprung in diesem Herbst mitmachen müssen.

Wenn 140.000 Nospa-Kunden zwischen Kappeln und St. Peter-Ording künftig zwei Euro pro Monat (also 24 Euro pro Jahr) drauflegen sollen, bedeutet die für das Institut mehr als 3,3 Millionen Euro pro Jahr.

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erstellt am 31.Jul.2016 | 09:42 Uhr

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