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Flensburger Tageblatt

30. September 2016 | 13:44 Uhr

Neue Wohnungen in Flensburg : 13 Meter hohe Wand vor dem Garten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Tarup: Planungsausschuss bejaht mehrheitlich die Frage, ob sich die Wohnungsbaupläne von Martin Aye in die Nachbarschaft einfügen

Im Kampf gegen ein ihrer Meinung nach überdimensioniertes Reihenhaus mit 20 Wohnungen plus Gewerbe im Erdgeschoss an der Taruper Hauptstraße sind die unmittelbar benachbarten Norderlück-Anwohner jetzt auf ein Entgegenkommen des Investors, des Flensburger Unternehmers Martin Aye, angewiesen. Der Planungsausschuss erteilte mit acht gegen vier Stimmen (von SSW, WiF und Linken) das sogenannte Gemeindliche Einvernehmen nach Paragraf 34 Baugesetzbuch, also Baurecht ohne Aufstellung eines neuen Bebauungsplans. „Kritik von Anwohnern bricht nicht das bestehende Baurecht“, sagte Planungschef Peter Schroeders und ergänzte: „Diejenigen, die nicht auf die Wand gucken müssen, sehen eine große Verbesserung.“ Fakt ist: Seit dem Umzug von Edeka-Händler Lutz Blask nach Adelbylund im Frühjahr 2010 beherbergt der frühere Supermarkt nur noch Geldautomaten von Nospa und VR-Bank sowie eine Fahrschule. Das Stadtteilzentrum Tarup ist seitdem keines mehr.

„Diese Baumasse, die hier geplant wird, ist absolut nicht erwünscht“, fasste ein Ratsmitglied die Kritik an dem dreistöckigen Wohnhaus plus Staffelgeschoss zusammen. „Wir sind hier in einer rechtlich schwierigen Situation“, erklärte CDU-Mann Arne Rüstemeier. Man könne dem Unternehmer das Baurecht nicht versagen. Allerdings habe Investor Martin Aye, der in Flensburg und Lübeck mehrere Callcenter betreibt, Bereitschaft angekündigt, nochmal die Planung zu überdenken: „Wir wünschen uns nochmal eine Anpassung, mit der man den Belangen der Nachbarschaft entgegenkommt“, sagte Rüstemeier. Eine Beschlussvorlage der WiF, doch den Weg eines Bebauungsplans zu gehen, für den Hubert Ambrosius warb, fand keine Mehrheit. Auch SSW und Linke konnten nicht nachvollziehen, warum dreieinhalb Geschosse erlaubt sind, wo einen Steinwurf entfernt das historische Dorfzentrum mit Reetdachhäusern liegt.

Die Verwaltung argumentiert dagegen, das Vorhaben füge sich in den Dorfkern ein, die absoluten Höhen seien überprüft worden. Referenzhäuser sind für sie die Geschosswohnungsbauten Baumschule 30 - 33 und Norderlück 29, jeweils mit drei Vollgeschossen und Satteldach.

Die nächsten Nachbarn des ehemaligen Edeka- und Spar-Marktes, die aus ihrem Garten direkt auf die 13 Meter hohe Wand gucken müssten, wollen nun noch einmal das Gespräch mit der Verwaltung und erstmals auch direkt mit dem Investor suchen. In einem gestern abgeschickten Brief bitten sie um eine schlüssige Begründung, warum der geplante Bau für die Nachbarn zumutbar sei. Sie finden es außerdem unglücklich, dass eine Informationsveranstaltung noch in den Sommerferien stattfand – und dass die Norderlück-Häuser von der Verwaltung auf 10 Meter Höhe taxiert wurden: „Unsere Häuser sind nur 8,50 Meter hoch.“

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erstellt am 22.Sep.2016 | 23:02 Uhr

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