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Lokales

09. Dezember 2016 | 12:34 Uhr

Ausstellung in Haselau : Erinnerung an die Superstars der Ufa

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Zu sehen sind zahlreiche Fotos aus Privatbesitz in der Galerie 49.

Haselau | Der zierliche Herr in dem gut sitzenden grauen Anzug, 89 Jahre alt, saß in einem bequemen Korbsessel, seinen Gehstock fest in den Händen, und schien ein wenig verwundert über das große Interesse an seiner Person und dem, was er zu zeigen hatte: Fotos von den bekanntesten Ufa-Stars des vergangenen Jahrhunderts.

Seit Sonnabend sind sie in der Galerie 49, Haseldorfer Chaussee 49, zu sehen und lassen eine Zeit aufleben, in der Filmeinstellungen noch eine gefühlte Ewigkeit dauerten, sich eine Handlung langsam entwickelte und mit Spezialeffekten noch kein Regisseur etwas anfangen konnte.

Heinrich George, Theo Lingen und Lucie Englisch, Paula Wessely und Pola Negri, Marlene Dietrich und Marika Rökk verwandeln die Wände in der Galerie noch bis zum 3. September in einen Schaukasten des deutschen Films. Das zog viele ältere, aber auch jüngere Cineasten zur Vernissage. Knaake hat die Fotos über Jahrzehnte gesammelt, kennt viele der Stars persönlich. Das verdankt er seinem Onkel Max, Filmarchitekt, also Bühnenbildner, in den Babelsberger Filmstudios.

Knaake erinnert sich

„Meine Familie, alles Beamte und Professoren, hat ihn Jahre lang unterschlagen“, erinnerte sich Knaake mit sichtlichem Vergnügen. Dann saß er im Kino und entdeckte den Namen seines Onkels in großen Lettern im Abspann. Es war der Beginn einer Freundschaft.

Max Knaake öffnete seinem Neffen Türen, nahm ihn mit an die verschiedenen Drehorte, stellte ihn den Ufa-Stars vor. Dass es wegen des Krieges mit der eigenen Laufbahn als Bühnenbildner nichts wurde, er stattdessen später als Werber und Messebauer arbeitete – „damit konnte man einfach mehr Geld verdienen“ – bezeichnet Knaake heute als den größten Fehler seines Lebens. Geblieben ist ihm eine riesige Sammlung aus Filmplakaten, Filmheften und eben Fotos, die bislang auf dem Boden seiner Wohnung lagerten. Dass zumindest einige der Bilder jetzt öffentlich zu sehen sind, ist auch Galeristin Brigitte Hirte und ihrer Schwester Gisela Quitadamo zu verdanken, die seit Jahren mit Knaake befreundet sind.

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erstellt am 30.Mai.2016 | 16:30 Uhr

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