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Elmshorner Nachrichten

10. Dezember 2016 | 09:51 Uhr

Übung in Elmshorn : Zug der Nordbahn in Brand

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Jugendfeuerwehren aus Elmshorn und Klein Nordende hatten es mit einem ungewöhnlichen Einsatz zu tun.

Elmshorn | Sonnabend, 13:45 Uhr am alten Elmshorner Güterbahnhof. Ein Zug der Nordbahn brennt, dicke Rauchschwaden quellen aus dem Triebfahrzeug. Zahlreiche Fahrgäste sind im Zug eingeschlossen und warten auf Rettung.

Dieses Szenario erwartete die Jugendfeuerwehren Elmshorn, Klein Nordende, Wittenberge und Perleberg, die zum Einsatzort gerufen werden. Sie üben für den Ernstfall. Als die Nachwuchsfeuerwehr am Unglücksort eintrifft, hat die Nebelmaschine, die den dicken Rauch simuliert, zwar schon den Geist aufgegeben, dennoch gilt es das gestellte Szenario ernst zu nehmen und zügig zu handeln.

Zuerst macht sich der Einsatzleiter ein Bild vor Ort und instruiert dann seineKollegen. Die versperrten Türen des Zuges müssen entriegelt, Leitern aufgebaut und gesichert werden und nacheinander klettern die jungen Feuerwehrmänner- und Frauen in den Zug, um sich um die Passagiere zu kümmern und den Triebfahrzeugführer zu „retten“.

Nach und nach wird der Zug evakuiert, die Fahrgäste werden seelsorgerisch behandelt, Vermisste werden gesucht und gefunden. In zügiger Teamarbeit legen die jungen Feuerwehrleute Schläuche, schließen sie an und löschen den Brand. Nach circa einer Stunde ist die Übung dann beendet, der Brand bekämpft und alle Menschen gerettet.

Kai Schoer, stellvertretender Jugendwehrwart ist äußerst zufrieden mit seinem Nachwuchs, der das ganze Wochenende gemeinsam in der Feuerwehrwache Süd übernachtet und zahlreiche Einsätze geübt hat. Der brennende Zug war an diesem Tag schon das zweite Szenario, das die jungen Nachwuchsfeuerwehrleute zwischen 10 und 18 Jahren erwartete. Auch Jonas Dienst, stellvertretender Pressesprecher der Nordbahn, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Programm. Es gehe vor allem um die Nachwuchsförderung, als auch um eine enge Zusammenarbeit mit den Partnern an den Hauptverkehrsknotenpunkten der Nordbahn, erklärt er. Dabei spiele vor allem die Sicherheit eine große Rolle.

Die Mitglieder der Jugendfeuerwehren wussten, was zu tun war.
Die Mitglieder der Jugendfeuerwehren wussten, was zu tun war. Foto: Kalbow
 

Der Feuerwehrnachwuchs soll lernen, wie er sich bei einem Zugunglück verhalten soll. Dazu gehört zum Beispiel der sichere Tritt im Gleisbett, die Seelsorge der Fahrgäste, aber auch die Sensibilisierung für ausgehende Gefahren von elektronischen Zügen, die mit Oberleitungsspannung fahren.

Trotzdem bleibt ein brennender Zug glücklicherweise ein seltenes Szenario, wie Christian Nachtwey, zuständiger Eisenbahnbetriebsleiter, ausführt. „Dort, wo Strom fließt, kann natürlich ein Kurzschluss auftreten, genauso wie Brände bei Zügen, die mit Diesel betrieben werden, entstehen können. Bei den Zugmodellen handele es sich aber um die modernsten ihrer Art und normalerweise versucht das System einen möglichen Brand von selbst zu löschen.“ Außerdem seien die verarbeiteten Materialien fast alle feuerfest. Falls es dennoch zu einem Unglück kommen sollte, empfehlen Christian Nachtwey und Jonas Dienst den Fahrgästen, Ruhe zu bewahren und in erster Instanz die Notfallsprechanlage zu benutzen, denn ist einmal die Notbremse gezogen und eine Schnellbremsung eingeleitet, wird ein großer Apparat in Gang gesetzt. Für den Fall, dass tatsächlich ein derartiges Unglück auftreten sollte, der Zug Feuer fängt und im Gleisbett zum Erliegen kommt, sind die Jugendfeuerwehren Elmshorn, Klein Nordende, Perleberg und Wittenberge auf jeden Fall jetzt durch ihre ausgiebige Übung für den Ernstfall vorbereitet.

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