zur Navigation springen

Elmshorner Nachrichten

08. Dezember 2016 | 15:27 Uhr

Auf dem Jahrmarkt : Wo Kinder fliegen lernen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Schlechtes Wetter macht den Schaustellern einen Strich durch die Rechnung.

Elmshorn | Dunkle Wolken am Himmel, der Boden übersät mit Pfützen, immer wieder Regenschauer. Der Buttermarkt in Elmshorn wirkt am Wochenende trotz Herbstjahrmarkt wie leergefegt. Keine guten Bedingungen für das Geschäft mit gebrannten Mandeln, Dosenwerfen, Karussells und Autoscooter, denn einladend ist das Wetter allemal nicht. Die erste Bilanz der Schausteller fällt daher auch eher ernüchternd aus. „Wer geht denn auch schon bei dem schmuddeligen Herbstwetter vor die Tür?“, fragen die Betreiber der „Glücksdame“, dem großen Losstand, an dem sich überdimensionale Teddybären und Plastikspielzeug nebeneinander reihen.

Die Antwort darauf geben die Kinderstimmen, die aus den wenig besuchten Fahrgeschäften jauchzen. Da spielt das Wetter keine Rolle, denn schließlich macht ein Karussell mit Feuerwehrautos und Motorrädern bei Regen genauso viel Spaß. So empfindet es zumindest Fiete Schanz, dessen Augen beim Bungeejumping leuchten und der ganz begeistert jubelt: „Ich kann fliegen“.

Auch Ante Krohn ist hellauf begeistert als er aus dem Fahrgeschäft „Drachen“ springt. „Das macht so Spaß, wenn es ganz schnell runterfährt, als ob das Herz hüpft“, und ist danach auch schon wieder Richtung Autoscooter verschwunden. Und der kleine Maximilian Kromberg erfreut sich am Karussellfahren, an großen Teddybären und Enten angeln. Für die Eltern ist klar: „Den Jahrmarkt besuchen wir wegen der Kinder, das ist jedes Jahr wieder ein Highlight.“

Nikolaj Kronberg  und Natascha Beljanin mit Sohn Maximilian beim Besuch des Elmshorner Jahrmarktes am Sonnabend.
Nikolaj Kronberg und Natascha Beljanin mit Sohn Maximilian beim Besuch des Elmshorner Jahrmarktes am Sonnabend. Foto: Kalbow
 

Die zahlreichen Betreiber der verschiedensten Fahrgeschäfte, kulinarischen Ständen und Spielbuden sind allerdings weniger euphorisch. Für Betreiber Wulfes aus Heide, der seinen Süßigkeitenstand direkt gegenüber des Autoscooters hat, war die Bilanz selten so schlecht wie dieses Wochenende. Natürlich liege das in erster Linie an der Witterung, dennoch verzeichnet er aber auch ein generell schwindendes Interesse am Jahrmarkt. „Heutzutage kriegt man ja auch schon fast alles im Supermarkt, außer ein paar Highlights,“ sagt er.

Schön ist das für ihn nicht, denn wie so viele Schausteller ist auch Wulfes ein Familienbetrieb und der Verkauf von allerlei Süßwaren auf Jahrmärkten in ganz Schleswig-Holstein seine Existenzgrundlage. Dennoch sind alle Schausteller weiterhin optimistisch, dass sie mit ihren bunten, blinkenden Attraktionen doch noch ein paar Leute, mehr auf den Elmshorner Buttermarkt locken können, denn schließlich, wie Seniorchef Wulfes sagt, wird erst am Montag abgerechnet. Bis dahin sind es vor allem gut gelaunte Kinder, die sich trotz Regenschauer nicht vom Dosenwerfen, Zuckerwatte essen und Feuerwehr- und Polizeiautos fahren abhalten lassen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen