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Elmshorner Nachrichten

04. Dezember 2016 | 00:57 Uhr

Elmshorn : Wieder Streik bei Amazon

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Stichwort Tarifvertrag: Die Gewerkschaft spricht von einer Verweigerungshaltung.

Elmshorn | Der Kampf um einen Tarifvertrag geht weiter. Bei Amazon in Elmshorn haben am Mittwoch laut Verdi 20 der 70 Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Sie beteiligten sich damit an einem bundesweiten Streik, zu dem die Dienstleistungsgewerkschaft aufgerufen hatte. Beschäftige des Versandhändlers Amazon legten auch an den beiden Versandzentren im hessischen Bad Hersfeld sowie in Koblenz, Leipzig, Rheinberg und Werne die Arbeit mit Beginn der Frühschicht nieder. Die Streiks hätten keinen Einfluss auf pünktliche Lieferungen, sagte eine Amazon-Sprecherin in München. Insgesamt hätten sich weniger als 850 Beschäftigte in der Frühschicht an den Protesten beteiligt.

Am Standort Elmshorn in der Max-Planck-Straße fürchten die Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. Seit 2015 geht die Angst um, dass die Filiale geschlossen wird.

Beim DVD-Verleiher und Video-Streaming-Dienst Amazon Prime Instant Video in Elmshorn – einer 100-prozentigen Amazon-Tochter – wurde bereits zum fünften Mal gestreikt. „Das merkt Amazon schon“, betonte gestern die Gewerkschaftssekretärin Nora Münstermann. Es sei ein Skandal, dass Amazon die Übernahme des für Schleswig-Holstein geltenden Tarifvertrages verweigert. „Der Branche geht es gut, Amazon vergrößert sich und ist nach wie vor der Branchenprimus im Versandhandel. Die Belegschaft muss am Gewinn beteiligt werden.“ Ohne Tarifvertrag herrsche bei Amazon Willkür in puncto Gehälter und Sonderzahlungen. „Wer jetzt krank ist, bekommt kein Weihnachtsgeld. Nasenprämien sind Amazon-Standard und belohnen Wohlverhalten. Wir wollen gleiches Recht für alle“, betont Münstermann. Verdi forderte das Unternehmen auf, die Blockade gegen Tarifverhandlungen aufzugeben.

Die Gewerkschaft verlangt in dem seit Jahren andauernden Konflikt einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Das US-Unternehmen verweigert aber Verhandlungen, sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen. Deswegen kommt es seit Mai 2013 immer wieder zu Streiks an verschiedenen Standorten bundesweit. Amazon beschäftigt in den Warenlagern über 11.000 festangestellte Mitarbeiter.

Am Standort Elmshorn in der Max-Planck-Straße fürchten die Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. Seit 2015 geht die Angst um, dass die Filiale geschlossen wird. „Nach dem Streik wird diese Drohung bestimmt wieder ausgesprochen“, sagte Münstermann.

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