zur Navigation springen

Elmshorner Nachrichten

08. Dezember 2016 | 19:21 Uhr

Projekt Stadtumbau : Was Norweger von Elmshorn lernen können

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Eine 18-köpfige Delegation informiert sich über das Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen.

Elmshorn | Die Elbphilharmonie in Hamburg. Der neue Flughafen BER in Berlin: Großprojekte sorgten zuletzt europaweit für negative Beispiele aus dem „Made in Germany“-Land. Taugt jetzt ausgerechnet die Stadt Elmshorn als Vorbild – für Norwegen? Sieht fast so aus. Eine Delegation von 18 norwegischen Stadtplanern besichtigte das Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen. Die Experten wollten das Sanierungsgebiet, die Planungsgrundlagen und das Konzept des Stadtumbaus kennenlernen. Das Elmshorner Millionen-Projekt könnte helfen, Probleme in der Heimat zu lösen.

Nanu? Bürgermeister Volker Hatje konnte sein Erstaunen bei der Begrüßung der Delegation dann doch nicht ganz verbergen: „Wieso kommen Sie aus Norwegen ausgerechnet nach Elmshorn?“ Eine Frage, die Britt Kjensli, Organisatorin des Besuchs, gern beantwortete: „Elmshorn ist so groß, wie viele norwegische Städte. Wir haben wenige Städte, die größer sind.“ Sie selbst arbeitet in Bodø, der mit 50.000 Einwohnern zwölftgrößten Stadt Norwegens. Zum Vergleich: Mit zirka 51.000 Einwohnern
rangiert Elmshorn in der – inoffiziellen – Liste der größten Städte Deutschlands gerade mal auf Platz 196.

Jedes Jahr organisiert der norwegische Verband FKP – Forum für Kommunalplanung – eine Exkursion für seine Mitglieder, die in den verschiedensten Bereichen der Städte- und Kommunalplanung arbeiten. Erklärtes Ziel: Städte und Regionen besuchen, von denen norwegische Planer lernen können. Zog es die Planer in den vergangenen Jahren in große Metropolen wie Madrid und Dublin, landeten sie diesmal in Elmshorn. Allerdings nicht nur. Die Experten aus Norwegen erhielten auch in Hamburg und Lübeck Einblicke in Projektarbeiten.

Dennoch: Elmshorn war ein wichtiges Etappenziel: „Als ich von den Planungen im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen hörte, war ich sofort interessiert, wollte mehr erfahren“, sagte Kjensli. Von ihrem Deutschlandbesuch erhofft sich die Organisatorin auch Einblicke in neue, umweltfreundliche Technologien und in neue städtebauliche Maßstäbe“, betonte sie.

Der unsichtbare Fortschritt

Katharina Jantzen vom Amt für Stadtentwicklung führte die Gäste durch das Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen, erläuterte die zahlreichen Herausforderungen, die Elmshorn hier stemmen muss – aber auch, welches Potenzial in dem Areal steckt und wie viel Fortschritt, sichtbar wie unsichtbar, bereits gemacht wurde. Insbesondere der unsichtbare Fortschritt, die Planungen, begeisterten den Raumplaner Helge Lynghaug: „Ich wollte immer schon wissen, wie Planungssysteme im Ausland funktionieren“, sagt er, „man kann immer etwas lernen und eigene Prozesse verbessern.“

Beeindruckt zeigten die Norweger sich vom Besuch in den Knechtschen Hallen, den Matthias Pitzer vom Freundeskreis des Industriedenkmals ermöglichte: „Das viele Graffiti ist faszinierend“, meinte Vegard Lie, der sich in Fredrikstad insbesondere mit Kulturdenkmalen beschäftigt. „In meiner Stadt gibt es sehr ähnliche Herausforderungen, wie in Elmshorn“, betont er. „Vielleicht sollte ich in einigen Jahren zurückkehren, und mir den Fortschritt hier anschauen.“ Seine große Hoffnung: Dass die Hallen dann noch stehen. „Das ist ein wirklich tolles Gebäude.

Nach knapp vier Stunden Führung durch das Sanierungsgebiet und einem kurzen Blick in die Kirche St. Nikolai verabschiedete sich die Delegation – froh, Elmshorn besucht zu haben, und auch sichtlich beeindruckt von den umfassenden Plänen, die
aus einer Industriebrache ein lebendiges Quartier machen sollen.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 26.Okt.2016 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen