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Elmshorner Nachrichten

05. Dezember 2016 | 19:45 Uhr

„Rund ums Haus“ in Elmshorn : Von Mährobotern bis zum Luxus-Klo

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Auf der Messe „Rund ums Haus“ stellen mehr als 90 Aussteller Neuheiten vor. Ein Trend: Die Nachfrage nach komfortablen Toiletten steigt.

Elmshorn | Ziemlich einfach hat es Sandra Wolfsteller, Leute an ihren Stand zu locken: Sie hat Liegesessel zum Ausprobieren aufgestellt. Harald Steltner hat es sich neben seiner Frau in einem 3000-Euro-Sessel gemütlich gemacht: „Unser Sofa ist hin, wir suchen jetzt ein neues.“ Ein Liegesessel wäre auch nett, aber: „Da muss ich erstmal meinen Sohn zum Studium jagen, dann habe ich Platz.“ Steltners wuchten sich schließlich aus den Sesseln und wenden sich dem großen Sofa dahinter zu. Es wird nicht ihre letzte Station sein, das ist Harald Steltner klar: „Wenn man einen Altbau hat, sucht man immer.“ Aktuell braucht der Elmshorner einen Dachdecker. Den wollte er unter mehr als 90 Ausstellern bei der Elmshorner Messe „Rund ums Haus“ finden. In zwei Hallen des Sportlife-Hotels präsentierten sich am Wochenende Handwerker, Energieberater, Jalousienverkäufer und die Freiwillige Feuerwehr.

Statt Taschen verteilten junge Männer am Eingang der Messe schwarze Eimer, schon um 14.15 Uhr sind die 1000 Stück für den ersten Messetag weg. Die Stadt Elmshorn informierte über die Sanierungsmaßnahmen in der Innenstadt und zeigte mit einem Modell, wie das Gebiet in einigen Jahren aussehen wird. Man konnte ein ganzes Haus kaufen oder einen Mähroboter, der selbstständig den Rasen kurz hält. Vorher müssen allerdings ein bis zwei Kabel weiträumig unter dem Rasen verlegt werden.

Den Preis für den schönsten Kundenstopper hat eindeutig Patrick Bartsch verdient. „Dadurch, dass das automatisch aufgeht, bleiben viele stehen“, freut sich der Verkäufer. Was da automatisch aufgeht, ist ein Toilettendeckel. Er gehört zu einem 3500 Euro teuren Apparat, der „Washlet“ heißt und eine Kreuzung aus WC und Bidet ist. Der Deckel öffnet sich bei Annäherung per Bewegungssensor von allein. Den verdutzten Besuchern erklärt Bartsch, wie die Toilette ihnen per Fernbedienung den Schritt reinigt mit einer Düse, die auf Wunsch automatisch vor und zurück fährt, um großflächig zu reinigen. Der Wasserdruck ist regelbar, hinterher wird von unten geföhnt. „Sehr gut“ laufen die Geschäfte bei Bartsch: Für viele Zuwanderer aus dem muslimischen Raum sei die deutsche Sitte des trockenen Klopapiers eine hygienische Zumutung, für sie sei ein Bidet Standard bei der Reinigung. Aber auch Einheimische sorgen dafür, dass Bartsch sich in einem „stark wachsenden Markt“ bewegt.

Die Stadt informierte über den Stadtumbau: Herbert Harder (v. l.), Katharina Jantzen vom Amt für Stadtentwicklung, Hanne und Jürgen Kiersch im Gespräch.
Die Stadt informierte über den Stadtumbau: Herbert Harder (v. l.), Katharina Jantzen vom Amt für Stadtentwicklung, Hanne und Jürgen Kiersch im Gespräch. Foto: Roolfs
Dietmar Koch (l.) führte am Stand seines Handwerker-Rings viele Gespräche. Reimer und Sina Lorenzen informierten sich bei ihm über eine neue Haustür.
Dietmar Koch (l.) führte am Stand seines Handwerker-Rings viele Gespräche. Reimer und Sina Lorenzen informierten sich bei ihm über eine neue Haustür. Foto: Roolfs
 

 

 

 

 

 

 

Dietmar Koch strahlt an seinem Stand: „Die Resonanz ist idiotisch groß.“ Er leitet einen Handwerker-Ring mit Sitz in Raa-Besenbek, in Vorbereitung auf die Messe hat er eine Haustür für 2000 Euro beworben und freut sich jetzt über die vielen Fragen nach diesem Angebot. Einer, den es interessiert, ist Reimer Lorenzen aus Lutzhorn. „Fenster, Heizung, Tür“ sind bei ihm fällig: „und für meine Frau eigentlich noch das Bad“. Koch wird hellhörig, er hat in seinem Netzwerk alle Baugewerke parat, das Gespräch läuft. „Es hat sich gelohnt“, resümiert Lorenzen nach seinem Rundgang über die Messe. So weit ist Gülay Atas-Freyberg noch nicht: Sie steht an einem Geländer in einer ruhigeren Ecke und studiert Prospekte. Gemeinsam mit ihrem Mann habe sie „Gedanken, irgendetwas zu machen, Neubau oder Sanierung“. Sie hat Infomaterial gesammelt, das sie „zu Hause in Ruhe nochmal studieren will“.
 

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erstellt am 22.Feb.2016 | 13:15 Uhr

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