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Elmshorner Nachrichten

24. Februar 2017 | 02:19 Uhr

Benefizkonzert : Viele Musiker – ein wichtiges Thema

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Künstler engagieren sich für die Flüchtlingsarbeit mit Kindern. Bunte Veranstaltung im Stadttheater.

Elmshorn | „Die Mischung ist sehr bunt, aber sonst kriegt man die Leute nicht vom Sofa hoch“, resümierte Thilo Möller in der Pause. Möller stand vor dem Theater, anderthalb Stunden Benefizkonzert waren schon vorbei, eine weitere gute Stunde sollte noch folgen. Der hemmungslose Mix der Stile gefiel dem Barmstedter: „Das finde ich sehr gut.“

Bei Benefizkonzerten kommen auf der Bühne Künstler zusammen, die nicht unbedingt ästhetisch, sondern ideologisch etwas gemeinsam haben. Das große Thema, das am Sonntag viele Elmshorner Musiker zusammenbrachte, lautete: „für unsere Flüchtlingskinder“. Die Einnahmen des Tages gingen für Flüchtlingsarbeit an den Elmshorner Kinderschutzbund.

Michael Harbeck, der Sänger der Rockabilly Mafia.
Michael Harbeck, der Sänger der Rockabilly Mafia. Foto: Roolfs

Musikalisch bunt, wie es sonst nirgends zugeht, das zeichnet ein gelungenes Benefizkonzert aus. Die Gala am Sonntag gehörte in diese Reihe. Denn die große Gefahr wurde umschifft: dass der gute Wille die musikalischen Fähigkeiten zu sehr überwuchert. Im Stadttheater wurde „qualitativ gute Musik“ geboten, befand Hauke Brockmann aus Elmshorn.

Jedenfalls brauchte kaum jemand zu befürchten, dass sein Geschmack nicht getroffen würde. Es gab Plattdeutsches zum Mitsingen, Rockabilly der harten Gangart, Big-Band-Sound und Chansons am Flügel. Der A-Capella-Chor „Echo Elmshorn“ sang englische Lieder, die Formation „Intermezzo Elmshorn“ spielte in erlesener Qualität mit fünf Streichern, Helmut Hamke brachte allein den Saal zum Mitsingen der „Capri-Fischer“. Damit milderte der erfahrene Sänger als Moderator den härtesten Kontrast des Abends: Auf das Streicherensemble mit seinen gefühlvollen Arrangements folgte die Rockabilly Mafia. Mit nur drei Musikern machten die drei sehr laute Partymusik.

Wie das Thema Flüchtlinge bei ihm persönlich in diese Stimmung einbrach, schilderte Rockabilly-Sänger Michael Harbeck in seiner Moderation sehr eindringlich. Er stellte das neue Lied „Row“ vor, englisch für: „Rudere“. Gedacht war der Text als Appell zum Durchhalten, aber das berühmte Foto des ertrunkenen syrischen Jungen an der türkischen Küste schiebe sich inzwischen immer wieder davor, gab Harbeck zu: „Die haben auch gerudert da drüben – es hat nichts genützt.“

Helmut Hamke (l.) und Joki Theege sangen gemeinsam mit dem Publikum plattdeutsche Lieder.
Helmut Hamke (l.) und Joki Theege sangen gemeinsam mit dem Publikum plattdeutsche Lieder. Foto: Roolfs
 

Lustige Einlagen wie Joki Theeges mit Freddy Quinns „Heimweh“ samt Publikumschor („So schön, schön war die Zeit“) standen neben eindringlichen Liedern wie „Deborah’s Theme“ von Ennio Morricone (das unendlich traurige Stück aus „Once Upon a Time in America“ von Sergio Leone). Moralische Appelle blieben angenehmerweise aus; wer hier saß, wusste, warum. Lieber ließen die Künstler ihre Lieder sprechen: Anna Haentjens zum Beispiel Hannes Waders „Traum vom Frieden“, Helma Rebmann aus der Chansonwerkstatt den „Kaspar“ von Reinhard Mey. Den größten Part im Programm hatten die „Sonic Cookies“. Die Big Band bildete mit 14 Leuten die größte Formation. Sie ließen den Spätnachmittag mit Funk und Soul ausklingen. „Ich habe das Gefühl, wir haben etwas Gutes gemacht“, fasste Hamke die Veranstaltung in seiner Abmoderation zusammen.

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erstellt am 01.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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