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Elmshorner Nachrichten

09. Dezember 2016 | 22:29 Uhr

„Trotz-T-Shirts“ erobern den Markt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Absatz Uetersener Schülerfirma „Young & Fair“ setzt auf den lokalen Handel / Kooperation mit Elmshorner Weltladen 21

Der Name ist Programm: „Defy“ heißt das Label, unter dem die Schülerfirma „Young & Fair“ vom Ludwig-Meyn-Gymnasium (LMG) in Uetersen ihre eigenen T-Shirts vertreibt. „Trotzen“ ist die Übersetzung ins Deutsche, „und wir wollen dem typischen Konsummenschen trotzen“, sagt Arvid Maiwald. So wie Florian Steig geht er in die 11.    Klasse und engagiert sich seit mehr als einem Jahr in der Schülerfirma.

Etwa 3000 Shirts haben die Jugendlichen mittlerweile verkaufen können, allerdings als Kundenaufträge. Design, Produktion, Lieferung – das ist das Tagesgeschäft. „Das eigene Label ist quasi das Sahnehäubchen für uns“, erklärt Maiwald.

Nach einer Friedenstaube und einem Wolf ist nun mit einem Hirschkopf das dritte Motiv der T-Shirt-Serie erhältlich. „Das Design stammt von einer Schülerin der 10.  Klasse des LMG“, erläutert Maiwald. 100 Stück beträgt die Startauflage, die jetzt in den Handel gekommen ist. „Young & Fair“ geht dabei neue Wege. Wurde zuvor aufs Internet gesetzt, gehen die Jugendlichen nun in den lokalen Handel. In Elmshorn konnte der Weltladen Top 21 in der Holstenstraße als Partner gewonnen werden, in Uetersen sind die Shirts bei Pittis Jeans in der Fußgängerzone, Großer Sand , erhältlich. Und selbstverständlich direkt an der Schule. 15 Euro kosten die Shirts. Deutlich mehr als ähnliche Produkte der großen Discounter-Ketten. Doch genau da setzt das Trotz-Konzept der Jugendlichen an: Zwar werden die Kleidungsstücke ebenfalls in Bangladesch produziert, sind aber mit den zwei wichtigsten Qualitätssiegeln der Branche ausgestattet. Die „Fair Wear Foundation“ bestätigt, dass die erwachsenen Arbeiter angemessen entlohnt werden und nicht unter widrigen Bedingungen arbeiten. Das Siegel „Global Organic Textile Standart“ besagt, dass die Kleidung mindestens 90 Prozent Bio-Baumwolle enthält und eine nachhaltige und chemiefreie Produktion gewährleistet sei. „Mit einem coolen Aufdruck sind 15 Euro für diese Qualität ein sehr guter Preis. Denn fair muss nicht immer teuer sein“, erklärt Maiwald.

Das Ziel sei es, dass immer mehr LMG-Schüler das Label „Defy“ tragen. Noch sei die Akzeptanz überschaubar. Doch ein Markenfetischismus, wie es Steig formuliert, existiert nicht mehr. Zumindest nicht für die großen Labels. Das sei die Chance für „Defy“. „Aber wir müssen schon darauf aufmerksam machen, Vermarktung ist kein Selbstgänger“, stellt Maiwald fest. Er belegt damit, dass „Young & Fair“ nicht nur ein Zeichen setzt gegen Massenproduktion, sondern auch der ökonomische Lerneffekt der Schülerfirma vorhanden ist.

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