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Elmshorner Nachrichten

30. September 2016 | 03:32 Uhr

Profi-Handballer mit Nebenjob : Stefan Schröder im Interview der Woche

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Stefan Schröder spielt für den HSV und lebt in Elmshorn. Der 34 jährige hat sich ein zweites Standbein als Immobilienmakler aufgebaut.

Elmshorn | Hamburg/Elmshorn Urgestein und Publikumsliebling: Stefan Schröder ist bei den Bundesliga-Profis des HSV Handball nicht wegzudenken. Seit 2005 spielt „Schrödi“, wie er von den Fans liebevoll genannt wird, in Hamburg. Im Interview spricht der in Elmshorn wohnende Rechtsaußen unter anderem über sportliche Ziele und sein zweites berufliches Standbein im Kreis Pinneberg.

Was ist für den HSV in dieser Saison drin?
Das ist schwer einzuschätzen. Die Leistungsdichte in der Liga ist enorm. Wir können gegen jeden gewinnen, aber auch gegen jeden verlieren. Unser Ziel ist, mehr zu erreichen als in der vergangenen Saison. Das heißt besser als Platz neun. Was genau herauskommt, wird sich zeigen. Gerade zwischen Platz sechs und zwölf wird es sehr eng zugehen. Da können zwei oder drei Punkte mehr oder weniger schon entscheidend sein. Dass wir so viele Neue haben, darf keine Ausrede sein. Wir müssen so viel Gas geben, dass wir vernünftige Leistungen abliefern. Zehn Neuzugänge müssen in die Mannschaft integriert werden.

Was unterscheidet den neuen vom alten HSV?
Wir bauen gleich auf mehreren tragenden Positionen neue Spieler ein. Deshalb muss sich erst einmal alles taktisch einschleifen. Der Kieler Rückraum hat in den vergangenen fünf Jahren vermutlich bis zu 5000 Stunden miteinander trainiert. Wir liegen irgendwo bei 100 Stunden. Deshalb ist es ganz natürlich, dass bei uns manches etwas holprig aussieht. Einstellung und Kampfbereitschaft dürfen aber auf keinen Fall fehlen.

Wo liegen die Stärken und Schwächen der Mannschaft?
Wir haben in den bisherigen Partien häufig gerade in den letzten 15 Minuten das Spiel bestimmt. Unsere Physis ist beeindruckend. Alle Spieler sind topfit. Unsere Schwächen sind die taktische Abstimmung und der Feinschliff. Es ist leichter, wenn jeder weiß, wo er zu stehen hat und wie der andere sich bewegt. Wir trainieren aber hart und verbessern uns jeden Tag.

Sie sind einer der Publikumslieblinge. Weshalb kommen Sie so gut bei den Leuten an?
Das müssen die Fans beantworten. Das Publikum honoriert vermutlich, dass ich mir in jedem Spiel den Hintern aufreiße. Egal, ob ich fünf oder 60 Minuten spiele. Das liegt einfach in meiner Natur. Der HSV ist für mich auch mehr als ein Verein. Ich spiele bereits seit 2005 in Hamburg. Da ist es klar, dass der HSV nicht nur irgendeine Station in meiner Karriere ist.

Bleiben Sie dem Verein nach der Karriere erhalten?
So wie es jetzt aussieht, wird es nach der Karriere irgendwo im Verein weitergehen. Erst einmal konzentriere ich mich aber auf den Handball. Mein Vertrag läuft noch bis zum Ende der Saison. Ich hoffe, dass ich mich beim Trainer für eine weitere Spielzeit empfehlen kann. Es bringt mir riesigen Spaß, in der Barclaycard-Arena aufzulaufen, und ich hoffe, dass ich das noch möglichst lange tun kann.

Sie wohnen in Elmshorn. Was gefällt Ihnen besonders im Kreis Pinneberg?
Es ist alles ein bisschen entspannter und nicht ganz so hektisch wie in Hamburg. Außerdem habe ich mir in Elmshorn eine zweite berufliche Perspektive als Immobilienmakler aufgebaut.

Welche Bedeutung hat das Umland für den HSV?
Eine große. Es gibt im Umland viele Handballvereine, die besonders in der Nachwuchsarbeit sehr engagiert sind. Die brauchen ein Zugpferd. Deshalb ist Bundesliga-Handball in einer tollen Stadt wie Hamburg für die gesamte Region enorm wichtig.

Wie schaffen Sie es, die Arbeit als Immobilienmakler und Handballer unter einen Hut zu bringen?
Als Immobilienmakler kann ich mir meine Zeit zum Glück frei einteilen. Besichtigungen sind ja sowieso häufig abends, wenn die Leute Feierabend haben. Dass ich bei zwei Jobs auf Freizeit verzichten muss, ist klar. Ich werde aber nicht jünger. Meine Karriere neigt sich dem Ende zu und ich will mir ein zweites Standbein aufbauen.

Was bringt Ihnen am Zweitjob besonderen Spaß?
Das Arbeiten mit vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten gefällt mir. Ich bin gerne mit anderen Menschen zusammen. Es ist beeindruckend, wen ich durch die Arbeit als Immobilienmakler schon kennenlernen durfte.

Erkennen viele Kunden den Handballer Stefan Schröder?
Das kommt sicher ab und an vor. Aber eigentlich bin ich dann eher der Makler Stefan Schröder.

Stefan Schröder (34) hat das Handballspielen in der Jugend des SV Post Schwerin gelernt. Heute lebt er in Elmshorn. Mit dem HSV feierte er seit 2005 zahlreiche Erfolge und gewann die deutsche Meisterschaft, den DHB-Pokal, den Europapokal der Pokalsieger und die Champions League. Mit der Nationalmannschaft wurde er 2007 Weltmeister. Dazu stellte er 2009 mit 21 Toren in einem Spiel einen Bundesligarekord auf.
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erstellt am 17.Okt.2015 | 14:30 Uhr

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