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Elmshorner Nachrichten

09. Dezember 2016 | 08:52 Uhr

Elmshorn : Stadtbücherei-Leiterin geht in Ruhestand

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Nach 35 Jahren als Leiterin der Stadtbücherei geht Angelika Hoch-Beig aufgrund ihrer Krebserkrankungen.

Rund 80  000 Bücher gibt es in der Stadtbücherei. Was oft ausgeliehen wird und was nicht, welche Bücher veraltet sind und welches Thema die Leser gerade besonders interessiert – das hat Angelika Hoch-Beig 35 Jahre lang immer im Blick gehabt. Bald muss die 60-jährige Büchereileiterin nur noch ihr privates Bücherregal verwalten. Am 31. August geht sie in den vorzeitigen Ruhestand – in erster Linie aus gesundheitlichen Gründen.

Ende 2010 hatte sie der Krebs mit voller Härte getroffen. „Brustkrebs, ich hatte das ganze Programm mit Chemotherapie und Haarausfall.“ Für Hoch-Beig war es eine schlimme Zeit. Der Gedanke, früher in Rente zu gehen, beschäftigte sie. Dann kam im Juni der zweite Schock – der Krebs war zurück. „Ich brauchte keine Chemo. Der Krebs wurde herausoperiert und jetzt kann ich nur hoffen, dass er nicht zurückkehrt.“ Hoch-Beig brachte dieses Erlebnis aus dem Gleichgewicht. „Das hat mich umgehauen. Damit hatte ich nicht gerechnet.“ Die Entscheidung, in den Ruhestand zu gehen, stand für Hoch-Beig jetzt fest.

Rückblick mit Freude

Auf ihr Berufsleben blickt die Bibliothekarin mit viel Freude zurück. „Ich hatte das Glück, viele spannende Veränderungen mitmachen zu können.“ Nach dem Studium des Bibliothekswesens in Hamburg nahm sie zunächst für einige Monate eine Stelle in Rendsburg an, dann bekam die gebürtige Pinnebergerin die Aufgabe übertragen, die erste städtische Fahrbücherei in Pinneberg und Norderstedt aufzubauen. „Das war eine spannende Aufgabe“, erinnert sie sich.

Am 15. August 1981 übernahm Angelika Hoch-Beig die Stadtbücherei Elmshorn. „Hier war es viel größer, ich habe mit deutlich mehr Kollegen zusammengearbeitet. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.“ Allein technisch habe sich in den Jahren viel geändert. „Am Anfang haben wir die Ausleihen noch auf Lochkarten verbucht. Später kam dann EDV, dann das Internet und vor drei Jahren der Online-Verleih.“ Andere Veränderungen, die Angelika Hoch-Beig in ihrer Karriere mitmachte, waren der Erweiterungsbau der Bücherei oder die Einrichtung der Zweigstelle in Hainholz.

Vom stillen Lesesaal zum lebendigenTreffpunkt

Insgesamt hätten sich Büchereien immer mehr zu sogenannten „Maker-Spaces“ entwickelt, sagt Hoch-Beig – weg vom ehrwürdigen, stillen Lesesaal hin zum Ort der Begegnung. In der Elmshorner Bücherei werden Lesungen veranstaltet, es gibt Energieberatungen, Theater für Kinder, Flohmärkte und Kinderbetreuung. Außerdem ist die Bücherei für viele Menschen zum Treffpunkt geworden – die Leute kommen nicht mehr nur, um sich neuen Lesestoff zu besorgen oder sich für ein Referat vorzubereiten. „Gerade ältere Menschen, die oft alleine sind, suchen hier nach sozialen Kontakten. Und Flüchtlinge nutzen unser kostenloses W-Lan und lernen hier mit unseren Materialien gemeinsam Deutsch.“

Heute wird Angelika Hoch-Beig offiziell verabschiedet – auch, wenn sie noch bis Ende des Monats arbeiten wird. Eine Nachfolge für sie ist noch nicht gefunden, die 60-Jährige geht davon aus, dass die oder der Neue wohl nicht vor Januar anfangen wird. Bis dahin springt ihr Stellvertreter, Hans-Jürgen Matthes, ein. Was Angelika Hoch-Beig nach ihrer Pensionierung macht, weiß sie noch nicht. „Ich habe mir fest vorgenommen, mich nicht zu verplanen.“ Erst einmal fährt sie jedenfalls mit ihrem Ehemann und ein paar Freunden für einige Tage nach Sylt. Und später könnte sie sich vorstellen, sich ehrenamtlich zu engagieren, zum Beispiel im Tierheim. „Außerdem lese ich sehr viel. Ich werde bestimmt alleine deshalb immer wieder in die Bücherei zurückkehren.“

 

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erstellt am 17.Aug.2016 | 12:00 Uhr

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