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Elmshorner Nachrichten

10. Dezember 2016 | 04:20 Uhr

St. Nikolai: Zifferblätter mit „ungewöhnlicher Befestigungsform“

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Selten gab es so viele Menschen auf dem Alten Markt, die mit gezückten Kameras kollektiv nach oben blickten. Dort hatte René Cebandt, Mitarbeiter der Firma OttoBuer aus Neustadt, seinen großen Auftritt. Mit einem dünnen Seil gesichert arbeitete er auf Höhe des Ziffer-blattes am Kirchturm. Sein Auftrag: Das kupferne Rund lösen und mitsamt der armlangen Zeiger auf den darunter befindlichen Balkon manövrieren. Geduld war angesagt und nach mehreren Anläufen gelang das Kunststück in schwindelerregender Höhe erfolgreich.

Zuvor hatte es einige Probleme zu lösen gegeben. Eigentlich war vorgesehen, das Zifferblatt aus dem Inneren des Kirchturms heraus zu lösen. Doch die Altvorderen hatten die Uhr Ende des 19. Jahrhunderts auf einem Eisenkreuz befestigt und das Zifferblatt an vier Stellen zusätzlich eingemauert. Die verrosteten Schrauben und die durch Frostsprengung porösen Steine lösen – einfach geht anders. „Eine ungewöhnliche Befestigungsform“ nannte es Firmenchef Joachim Otto. Doch soetwas sei auch eine Herausforderung und so entschlossen sich die Fachleute den spektakulären Weg über die Außenfassade des Kirchturms zu gehen und die Nieten von dort aufzubohren. Gesagt, getan – Petrus zeigte sein Wohlwollen mit Sonnenschein, die Elmshorner das Ihre mit Interesse. Die Firma, die sich mit Glocken- und Uhrentechnik beschäftigt, wird alle vier Zifferblätter nach Neustadt (Holstein) mitnehmen und sie fünfschichtig überarbeiten: Schmutz und Restfarbe entfernen, Grundierung und Lackfarbe auftragen, zusätzlich alles gelb streichen und dann mit Anlageöl und Blattgold überziehen.

Die Kirchengemeinde St. Nikolai wird dafür rund 12  000 Euro zahlen. Finanziell ist dies möglich, weil der Kirchenkreis den Gemeinden dank guter Steuereinnahmen einen Teil rückerstatte, erklärt Rosmarie Lehmann vom Kirchengemeinderat.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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