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Elmshorner Nachrichten

01. Oktober 2016 | 03:30 Uhr

Nach Feuer in Kollmar : Spurensuche im Flüchtlingsheim

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Nach dem Brand der Unterkunft für Asylsuchende hat die Polizei einen fremdenfeindlichen Hintergrund ausgeschlossen. Zur genauen Brandursache machte die Kripo noch keine Angaben.

Kollmar | Am Morgen nach dem Großfeuer sind die Brandermittler der Kripo Itzehoe am Donnerstag in Kollmar angerückt. Auf der Suche nach Spuren untersuchten sie das Gebäude, das am Tag zuvor komplett ausgebrannt war. Mit Mutmaßungen über die mögliche Ursache für das Feuer hielten sich die Beamten zurück. Zu heikel ist die Lage: Schließlich handelt es sich bei dem abgebrannten Haus um eine Flüchtlingsunterkunft.

Die 14 Bewohner, von denen sich einer beim Sprung aus dem Fenster leicht verletzt hat, haben die Nacht in der zentralen Flüchtlingsunterkunft des Landes in Glückstadt verbracht. Dort besuchte sie gestern Mirko Meyer vom Ordnungsamt Horst-Herzhorn. „Wir sind dabei eine Lösung zu finden“, sagte Meyer den Betroffenen.

Im Anschluss an das Gespräch in der Landesunterkunft erklärte er gegenüber shz.de. „Sie wollen gerne nach Kollmar zurück, um dort zu wohnen. Sie haben dort Freunde gefunden.“ Und die Hilfsbereitschaft sei sehr groß.

Doch ob sich so schnell eine Unterkunft für die Männer, Frauen und sechs Kinder findet wird, konnte Meyer gestern noch nicht sagen. „In Kollmar gibt es nicht so viele Wohnungen.“ Doch zunächst seien alle in Glückstadt gut aufgehoben. Auch sei den Kollmaraner Ehrenamtlern erlaubt worden, sie dort zu besuchen. „Eine Lehrerin war schon dort“, sagte Meyer zur Hilfsbereitschaft.

Währenddessen gestaltete sich die Spurensuche im Brandhaus am Morgen für die Ermittler schwierig. Die Treppe war völlig zerstört. Um das Obergeschoss in Augenschein zu nehmen, forderten sie die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Glückstadt an. Mit deren Hilfe konnten die Beamten zumindest in die Räume schauen und Fotos machen. Wie das Feuer ausgebrochen sei, dazu gab es keinerlei Auskunft. Nach Informationen unserer Zeitung konnten die Ermittler allerdings den Brandort bestimmen. Demnach soll das Feuer in einem zur Straße hin gelegenen Wohnraum im Erdgeschoss ausgebrochen sein.

Davon ging gestern auch Amtswehrführer Wolfgang Krause aus: „Das Feuer ist offensichtlich von Innen entstanden. Wir von der Feuerwehr gehen zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon aus, dass es ein Anschlag von außen ist“, sagte Krause zu ersten Mutmaßungen, dass es sich um einen fremdenfeindlichen Anschlag handeln könnte. „Dann hätte es theoretisch an anderen Stellen gebrannt.“ Am Nachmittag schloss dann auch die Polizei einen Anschlag aus. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand können wir einen fremdenfeindlichen Hintergrund ausschließen“, so Pressesprecher Hans-Werner Heise. Die Kripobeamten wollten sich gestern noch mit den Bewohnern in der Landesunterkunft in Glückstadt unterhalten – um Details über den Ausbruch des Feuers zu erfahren.

Für Einsatzleiter Kai Schumacher von der Feuerwehr Kollmar-Bielenberg sind die Löscharbeiten gut verlaufen. „Das Schwierige beim Brand war, dass wir uns mit den Bewohnern nicht verständigen konnten“, sagte Schumacher. Wie berichtet, wollten einige immer wieder ins Haus laufen, weil eine Frau als vermisst galt. Besser wurde die Verständigung als ein Dolmetscher kam. Die Feuerwehrleute waren am Dienstagabend bis zirka 21 Uhr vor Ort. Die Brandstelle hatte die Kripo da bereits beschlagnahmt, aber laut Schumacher nachts nicht mehr untersucht.

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erstellt am 24.Mär.2016 | 10:00 Uhr

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