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Elmshorner Nachrichten

05. Dezember 2016 | 17:41 Uhr

SPD fordert Rückkehr in Zweckverband

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Breitband Unterschriftensammlung startet

Das Thema Glasfaserausbau in Kiebitzreihe ist durch den Mehrheitsbeschluss der CDU-Gemeindevertreter, den Antrag der Anwohner auf Umgemeindung nach Sommerland abzulehnen, erst recht in Gang gekommen. Die Anwohner der Straße Sommerland begründeten ihren Antrag unter anderem damit, dass sie nicht wie ihre Sommerländer Nachbarn auf der gegenüberliegenden Straßenseite ans schnelle Netz angeschlossen werden können, weil die Gemeinde Kiebitzreihe nach Eintritt im Jahre 2010 bereits zwei Jahre später wieder aus dem Steinburger Zweckverband Breitband ausgetreten ist.

Jetzt regt sich in der gesamten Gemeinde Widerstand gegen den damaligen Austritt, den die CDU-Mehrheit im Gemeinderat durchgesetzt hat. Auf einer Informationsveranstaltung, zu der der SPD-Ortsverein am Donnerstagabend in die „Kiebitz Klause“ eingeladen hatten, informierten SPD-Ortschef Niels Jurgons und der ehemalige Geschäftsführer des Steinburger Breitband-Zweckverbandes, Rolf Naumann, über den Stand der Dinge. So gäbe es im Steinburger Zweckverband derzeit 75  000 Einwohner, mit Stand April 2016 seien 55 Gemeinden an das Glasfasernetz angeschlossen. Weitere Gemeinden wie Horst und Sommerland würden demnächst folgen.

Die in Kiebitzreihe derzeit angebotene Versorgung der Telekom mit dem Vectoring-Verfahren habe keine Zukunft. „Vectoring bringt derzeit bis zu 100 Mbits pro Sekunde, Glasfaser schafft das Zehnfache“, so Jurgons. Die bessere Leistung sei nicht nur besonders wichtig für die Gewerbetreibenden in Kiebitzreihe, sondern auch für die Werterhaltung der Grundstücke und die Bildung der Kinder. Deswegen fordern die Sozialdemokraten eine Rückkehr der Gemeinde in den Zweckverband und eine erneute Ausschreibung für die Verlegung eines Glasfaserkabels.

In dieselbe Kerbe schlug auch Rolf Naumann. „Wer heute nicht auf den Zug aufspringt, verschläft die Entwicklung. Die Zukunftsfähigkeit des Vectorings wurde mit fünf bis sechs Jahren beziffert, die der Glasfasertechnologie auf 50 Jahre“, so seine Aussage. Naumann erklärte weiter, dass der Zweckverband die Gemeinde Kiebitzreihe mit offenen Armen wieder aufnehmen würde. Die Kosten für eine erforderliche neue EU-weite Ausschreibung müsse aber wahrscheinlich die Gemeinde selbst übernehmen.

„Wir wollen diesen Abend als Impuls nehmen, um in Sachen Glasfaserausbau weiterzukommen“, sagte Jurgons. Erste Maßnahme ist eine Unterschriftensammlung, mit der der Wille der Einwohner bekundet werden soll, in den Zweckverband zurückzukehren. Spontan erklärten sich einige Besucher bereit mitzuwirken. Auch der Sportverein Rot-Weiß Kiebitzreihe wird sich beteiligen. Der Vorsitzende Christian Urban erklärte, dass die Abwicklung des Punktspielbetriebes zukünftig nur noch im Internet stattfinden würde und deshalb ein schnelles Netz dringend notwendig sei. „Wir stehen als Gesamtverein voll hinter der Forderung der SPD und werden diese durch die Unterschriften unserer Mitglieder unterstützen“, sagte Urban.

Der ehemalige CDU-Bürgermeister Hermann Baumgarten, der ebenfalls zum Infoabend gekommen war, sagte zum Abschluss deutliche Worte: „Als ich vom Austritt aus dem Zweckverband gehört hatte, war ich entrüstet. Das war eines der schlechtesten Dinge, die der Gemeinderat je beschlossen hat!“

Die SPD hofft, dass viele das ähnlich sehen und sich der Unterschriftensammlung anschließen. „Dann werden wir das Thema im Gemeinderat neu auf die Tagesordnung bringen“, so Jurgons.

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