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Elmshorner Nachrichten

08. Dezember 2016 | 11:01 Uhr

Elmshorn : So sieht der neue Hafen aus

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Berliner Büro Planorama hat den Wettbewerb um die Freiraumplanung von Hafen und Buttermarkt gewonnen.

Elmshorn | Vor Beginn der Veranstaltung im Kollegiumsaal mussten die Stadtmitarbeiter am Donnerstagabend zusätzliche Stühle heranschaffen, so groß war das Interesse. Kein Wunder – schließlich ging es um das neue Gesicht des Hafens und des Buttermarktes. Rund 200 Bürger waren gekommen, um sich den Siegerentwurf des freiraumplanerisch-städtebaulichen Wettbewerbs anzusehen. Unter insgesamt 17 eingereichten Arbeiten hat der Entwurf des Berliner Büros Planorama das Rennen gemacht.

Er zeichnet sich vor allem durch eine klare Unterteilung in verschiedene Bereiche und Nutzungen aus. Während das Südufer bei den Kölln-Werken sehr städtisch und industriell daher kommt, ist das Nordufer wie ein grüner, kleinteiliger Park gestaltet. „Wir sind vom Wasser ausgegangen und haben das blaue Band, das sich durch die Stadt zieht, durch ein grünes Band ergänzt“, erklärte Fabian Karle, Wettbewerbsleiter des Büros. Der Buttermarkt bildet mit zwei weiteren Plätzen eine Ost-West-Achse.


Die Diskussion um das Südufer

Der Wettbewerb für die freiraumplanerische Gestaltung von Hafen und Buttermarkt war zweiteilig aufgebaut. Nach der europaweiten Ausschreibung am 12. Februar trat am 23. Mai zum ersten Mal das Preisgericht, bestehend aus sechs Fachpreisrichtern (Landschaftsarchitekten und Stadtplaner) und fünf Sachpreisrichtern (Bürgermeister Volker Hatje und Vertreter der Fraktionen), zusammen. Es wählte acht Beiträge aus, von denen wiederum bei der zweiten Sitzung am 5. September vier Beiträge prämiert wurden.

Torsten Wild vom wettbewerbsbegleitenden Architektenbüro stellte die Unterschiede zwischen den vier prämierten Entwürfen heraus. Ein viel diskutiertes Thema sei zum Beispiel die Gestaltung des Südufers vor den Kölln Werken gewesen. Das viertplatzierte Büro, kfp Kontor Freiraumplanung aus Hamburg, hat den Bereich sehr offen gestaltet. Den Jurymitgliedern war das zu offen: „Die Lkws für die Anlieferung und die Fußgänger wären sich zu sehr ins Gehege gekommen“, sagte Wild. Bei dem dritten Preisträger, Sinai Landschaftsplanung aus Berlin, war die Trennung für den Geschmack der Preisrichter dagegen zu sehr ausgeprägt: Eine Pappelreihe verdeckte die für das Stadtbild prägende Industriefassade der Kölln Werke. Der Siegerentwurf von Planorama zeigt jetzt bei den Parkplätzen am Südufer eine recht lockere Baumreihe in größerem Abstand zu den Industriegebäuden. Es gibt eine klare optische Trennung, trotzdem wird die Fassade nicht verdeckt.


Erholungsflächen am Wasser

Im Mittelpunkt des Siegerentwurfs stehen aber, wie beschrieben, das „grüne und das blaue Band“, also der Krückaulauf und die Grünflächen am Ufer, das sich durch das ganze Sanierungsgebiet ziehen soll. „Wir haben versucht, das Potential auszuschöpfen – und das Wasser bietet natürlich unglaublich viel Aufenthaltsqualität“, sagte Fabian Karle vom Gewinner-Büro. Das zeigt sich im Entwurf gleich an mehreren Stellen. So soll es gleich neben dem Hafentower am Hafenkopf Gastronomie mit Sitzplätzen am Wasser geben. Zusätzlich führen Stufen zur Krückau hinunter, auf denen Passanten bei gutem Wetter sitzen und entspannen können. Für die Juroren war das ein Pluspunkt. Andere Pläne sahen die Gastronomie hinter dem Hafentower und damit abgeschnitten von der Krückau vor. Während einige Planer außerdem eine starke Aufweitung des Hafenbeckens vorgesehen haben, wird die Krückau beim Siegerentwurf zum Hafenkopf hin nur minimal breiter – für die Stadt ist das sehr positiv, denn das spart viel Geld und Planungen.

Das Nordufer ist als zentraler Punkt des „grünen Bandes“ konzipiert. Die Rasenflächen werden durch einzelne Kiefern und leichte Erhöhungen aufgelockert und durch Wege in einzelne Parzellen unterteilt. So soll Platz für einen Spielplatz, den Skulpturenpark und den Wohnmobilstellplatz geschaffen werden. Eine Promenade direkt am Wasser ermöglicht es, von der Hafenspange bis in die Stadt hinein zu spazieren. Weiter oben, auf Höhe des Buttermarktes, hat der Weg durch die dort geplanten Gebäude einen kleinteiligeren, halböffentlichen Charakter. Diesen Bereich bezeichnet Karle als „Krückau Garten“.

Um den Buttermarkt herum sieht der Sieger-Entwurf drei hintereinander liegende Plätze vor: Es gibt einen kleineren Platz direkt am Hafentower am Hafenkopf, den Buttermarkt selbst mit der Markthalle in prominenter Lage und einem Brunnen, außerdem den Neuen Markt, der nicht nur als Marktplatz sondern zeitweise auch als Parkplatz genutzt werden soll. Im nördlichen Bereich haben die Planer die Plätze mit einer Doppelreihe Zierkirschen gesäumt, damit die Besucher unter den Bäumen sitzen und über den Buttermarkt schauen können.

Als regionaltypisches Element sollen die drei Plätze mit Klinker im Fischgrätenverbund ausgelegt werden. „Anderen Wettbewerbsteilnehmern hatten die gelben Steine in der Königsstraße so gut gefallen, dass sie damit den ganzen Buttermarkt pflastern wollten“, berichtet Torsten Wild vom begleitenden Architektenbüro. „Das kam bei der Jury nicht so gut an.“


Wasserspiele und Zukunftsmusik

Wild hob vor allem die klare Straßenführung am Buttermarkt hervor. Stadtplanerin Silke Faber gefallen dagegen besonders die Kirschbäume und die geplanten Wasserspiele am Hafentower. „Wir müssen jetzt nur schauen, was sich davon auch finanzieren lässt“, sagte sie.

In den nächsten Wochen wird sich die Verwaltung mit der Machbarkeit des Entwurfs beschäftigen. Dann folgt eine politische Entscheidung – auch wenn auf jeden Fall der Wettbewerbssieger beauftragt werden wird. Anschließend beginnt die Entwicklung des Gebiets Schritt für Schritt. „Das ist ein sehr großes Gebiet“, fasst Faber zusammen. „Das wird uns die nächsten Jahre begleiten.“

 

 

 

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erstellt am 24.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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