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Elmshorner Nachrichten

11. Dezember 2016 | 09:09 Uhr

So hat Elmshorn 40 000 Tonnen CO² eingespart

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Zehn Prozent weniger CO2-Verbrauch innerhalb von fünf Jahren – dieses Ziel hat die Stadt Elmshorn gemäß des Klimaschutzbündnisses aus dem Jahr 1994 jetzt erstmals erreicht. Klimaschutzmanager Markus Pietrucha hat mit einer Vielzahl von Projekten dazu beigetragen, seit er im Februar 2012 die Stelle angetreten hat. „Meine Aufgabe ist es, Prozesse anzuregen und das Thema Klimaschutz in der Verwaltung zu verankern“, sagt Pietrucha. Auf Dauer arbeite er also daran, sich selbst überflüssig zu machen. Aber so weit sei es noch lange nicht. Das Thema werde noch allzu oft aus Kostengründen hinten an gestellt.

Am meisten hat in den vergangenen fünf Jahren wohl die Sanierung öffentlicher Gebäude dazu beigetragen, dass der CO2-Verbrauch pro Kopf in Elmshorn von 7,4 auf 6,5 Tonnen zurückgegangen ist. Unter anderem wurden die Heizungsanlagen erneuert und die Isolierung der Gebäude verbessert. Dadurch spart die Stadt viel Energie ein, gerade bei alten Gebäuden. „Durch das 50:50-Programm hat sich aber auch das Verhalten an den Schulen verändert“, sagt Pietrucha. Von dem Geld, was die Schulen an Energiekosten einsparen, können die Schulen die Hälfte des Geldes für eigene Zwecke verwenden. Dadurch wurden Schüler und Lehrer zum Beispiel zum Stoßlüften statt zum Dauerlüften sensibilisert, oder dazu, das Licht nicht unnötig anzulassen.

Solche Energiespartipps wurden mit der Zeit auch im Rathaus immer mehr umgesetzt. „Das ist zwar kein riesiger Faktor, aber die Rathausmitarbeiter haben Vorbild-Charakter“, sagt Pietrucha. So hat die Stadtverwaltung auch ein vergünstigtes Job-Ticket eingeführt, damit die Mitarbeiter auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen und das Auto stehen lassen. Und es wurden für kurze Dienstfahrten Fahrräder und ein Elektroauto angeschafft.

Dazu kommen Projekte, die mehr an jeden einzelnen Bürger gerichtet sind. Beim Stadtradeln können zum Beispiel die Menschen, die innerhalb von drei Wochen die meisten Kilometer erradeln, Preise gewinnen. Entsprechend wurden im Radverkehr auch viele bauliche Maßnahmen umgesetzt, um das Radfahren in Elmshorn attraktiver zu machen. „Wir haben zum Beispiel Einbahnstraßen und zu bestimmten Zeiten auch die Fußgängerzone für den Radverkehr geöffnet und das Velorouten-Konzept ausgebaut.“

Und bei den zweimal monatlich stattfindenden Energieberatungen in der Stadtbücherei unterstützt die Stadt kostenlose Erstgespräche, um die größten Stromfresser in privaten Haushalten zu identifizieren. „Das sind zum Beispiel oft falsch eingestellte Anlagen oder Heizungen, die durch eine falsche Kopplung ständig Räume heizen, in denen das gar nicht nötig wäre.“

Informationen zum Strom- und Energiesparen gibt es auch im Energieforum auf der Messe „Rund ums Haus“, hier geht es vor allem um Sanierungen in privaten Haushalten.

Nicht zuletzt fördert die Stadt über den Klimaschutz-Fonds auch die Gewinnung von erneuerbaren Energien in privaten Haushalten. Seit 1996 wurde fast eine halbe Million Euro an Fördergeldern ausgeschüttet, um rund 480 Photovoltaik-, Solarthermieanlagen oder Blockheizkraftanlagen in Elmshorn und im Umland zu errichten. „Dafür kann jeder einen Antrag stellen“, sagt Markus Pietrucha.

Auf diese Weise hat die Stadt seit 2012 rund 40  000 Tonnen CO2 eingespart. Immer kann die Stadt den Verbrauch übrigens nicht steuern. „Nach dem Atomunglück von Fukoshima ist der Verbrauch zum Beispiel stark gestiegen, weil ab diesem Zeitpunkt weniger Energie durch Atomkraft und dafür mehr durch Kohle und Öl gewonnen wurde.“ Letztlich bleibe Deutschland aber nichts anderes übrig, als den CO2-Verbrauch zu senken. „Der Klimawandel ist unbestreitbar – und darauf haben wir zu reagieren“, sagt der 35-Jährige.

Er wünscht sich für die Zukunft mehr Mut, auch größere Projekte anzupacken. Eine Möglichkeit ist das Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen – und auch das neue Rathaus. „Da könnte man deutlich mehr machen als es vorgeschrieben ist.“

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erstellt am 21.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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