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Elmshorner Nachrichten

08. Dezember 2016 | 09:01 Uhr

Sie wissen, wo es entlang geht

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die EN stellen Firmen vor, die in Elmshorn produzieren oder ihre Produkte vermarkten / Heute: SKR Fahrbahnmarkierung

„Wir machen das, was die Großen nicht wollen oder können“, beschreibt Konstantin Rapp, 33, die Nische, in der seine Firma gut gedeiht. „Figgelinsch“ nennt er die Handarbeit, mit der seine Mitarbeiter Industriehallen, Betriebs- und Schulhöfe oder auch mal einen Flughafen bunt machen. Rapp konzentriert sich mit seinem Unternehmen SKR Fahrbahnmarkierung auf die Spezialitäten.

Das große Geschäft besteht darin, mit einem Lkw eine Strecke entlang zu fahren und dabei eine schnurgerade Linie aufzubringen, zum Beispiel auf einer öffentlichen Straße. Dafür hat Rapp gar nicht die Geräte, er arbeitet mit drei handgeführten Maschinen. Mit denen macht er feine Arbeiten: Er markiert Fahrstraßen für Gabelstapler im Lager, malt „Himmel und Hölle“ auf Schulhöfe oder markiert Stellplätze in Parkhäusern. Bei Bedarf kann er seine Maschinen umstellen auf Elektro-Antrieb, abgasfrei darf er dann auch in Obst- oder Gemüsehallen markieren.

Markierungen müssen sein, ab einer gewissen Größe einer Halle schreibt die Berufsgenossenschaft vor, dass Menschen und Maschinen getrennt werden müssen. Aber trotzdem hat kaum ein Bauherr oder Architekt diesen Arbeitsschritt auf dem Zettel: „Wir sind die Letzten, die immer vergessen werden“, erklärt Rapp. Ein typischer Kundenanruf bei ihm lautet: „Wir haben nächste Woche Eröffnung, können Sie am Wochenende markieren?“

Kann er oft. Zumal Wochenendarbeit bei seinem Job dazu gehört: In Industriehallen wird meistens am Wochenende markiert, wenn die Arbeit im Unternehmen ruht.
Am Ende der Kette stehen, das bedeutet auch, dass man alle Fehler der Vorgänger sieht. „Ich hatte im letzten Jahr nur einen Plan, der zu 100 Prozent gepasst hat“, erzählt Rapp. Bei allen anderen Baustellen ergab das Einmessen vor Ort, dass längst nicht alles genau dort stand, wo es stehen sollte. Bei einem Hochregallager unter freiem Himmel stellte sich heraus, dass alle fünf Regale um jeweils zwei Meter versetzt waren und schief standen. Dann müssen Rapp und seine Leute vor Ort mit Augenmaß entscheiden, wie sie ihre Markierungen setzen, damit es passt und gut aussieht.

Konstantin Rapp hat ursprünglich Orthopädie-Mechaniker gelernt. Aber vom Lehrlings-Gehalt ließen sich Familie und Haus nicht halten, da kam die Idee seines Vaters Fred gerade richtig. Der hatte als Geschäftsführer ein Markierungsunternehmen geleitet und arbeitete als Gutachter in dem Bereich. Er machte seinen Sohn auf die Marktlücke der speziellen Markierungen aufmerksam. 2010 startet das Unternehmen, Büro war das Wohnzimmer, Konstantin Rapp arbeitete unter der Woche in seiner Lehre und markierte am Wochenende mit seinem Vater Parkplätze. „Es war relativ schnell klar, dass ich das hauptberuflich in Vollzeit machen muss“, beschreibt Rapp die Anfangsphase.

Nach mehreren Umzügen verfügt SKR seit zwei Jahren über Firmenräume in Elmshorn und präsentiert sich in guter Form: „2015 war das erste Geschäftsjahr, in dem alles super lief.“ Inklusive Vater und Sohn arbeiten mittlerweile sieben Leute bei SKR. Drei von ihnen – darunter ein taubstummer Mitarbeiter – sind als Kolonne draußen unterwegs zum Markieren. Die Entwicklung sieht gut aus: „Wir platzen vor Aufträgen, wir kommen nicht hinterher“, sagt Konstantin Rapp. Er stellt gerade einen neuen Kolonnenführer ein, mit einem zusätzlichen Auto soll bald eine zweite dreiköpfige Kolonne für SKR unterwegs sein. Eine weitere Vergrößerung steht auch schon an: „Wir brauchen spätestens im nächsten Jahr ein Lager.“

Inzwischen hat sich bei Architekten, Bauunternehmen und Auftraggebern herumgesprochen, dass SKR auch komplizierte Aufträge übernimmt. In Hamburg markiert SKR spezielle Parkplätze für E-Autos, ein anderer Einsatz führt die Markierer auf den Flughafen.

Konstantin Rapp berät oft: Wo kann welche Markierung in welchem Material hin, das wollen oft auch Architekten schon im Vorfeld wissen. Und immer wieder landen Kunden bei Rapp, die niemand anderen finden für ihren Spezialauftrag. So kamen die SKR-Leute auch in den Rendsburger Kanaltunnel: In zwei Metern Höhe einen 500 Meter langen Strich ziehen und alle 20 Meter dran schreiben: „Unter dieser Linie ist das Bohren und Stemmen verboten“; das wollte keine Firma übernehmen. Die Elmshorner erledigten das.

fahrbahnmarkierung-rapp.de/


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